Energie

Sporthallen: Warmwasser soll wieder fließen

In Wermelskirchen sollen Sportler wieder mit warmem Wasser duschen.
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In Wermelskirchen sollen Sportler wieder mit warmem Wasser duschen.

Nach den Herbstferien sollen die Hähne wieder aufgedreht werden.

Von Anja Carolina Siebel

Sollen die Sportler, die in den städtischen Sporthallen trainieren, künftig noch warm duschen oder nicht? Um diese Frage ging es unter anderem während der aktuellen Ratssitzung.

Zu Beginn der durch den Ukrainekrieg entstandenen Energiekrise hatte laut Verwaltung der zuständige Stab für außergewöhnliche Ereignisse entschieden, dass die Warmwasserversorgung in allen städtischen Sporthallen zur Energieeinsparung außer Betrieb genommen wird. Diese Maßnahme war bis zum 15. September befristet.

Bald sollen die Sportler aber wieder warm duschen können. Denn die Ratsmitglieder beschlossen indes mehrheitlich, dass die Warmwasserversorgung in den Wermelskirchener Sporthallen nach den Herbstferien, also in der Kalenderwoche 42, wieder in Betrieb genommen werden soll.

Stadt recherchierte nach dem Vorgehen in anderen Kommunen

Um ein möglichst breites Bild davon zu bekommen, wie andere Kommunen in dieser Frage vorgehen und letztlich eine Entscheidungsvorlage erarbeiten zu können, hatte die Stadt das Vorgehen in anderen Kommunen abgefragt, beziehungsweise recherchiert,

In Leichlingen sei es laut Mitteilung der Verwaltung beispielsweise so, dass die Warmwasserversorgung wahrscheinlich nicht abgeschaltet würde, auch nicht während der Ferien. Die Nachbarstadt Burscheid habe die Abschaltung „derzeit in Arbeit“, allerdings werde das warme Wasser in den Duschen in den zwei Dreifachsporthallen nicht ausgeschaltet. Karl-Heinz Wilke (CDU) kritisierte während der Ratssitzung als Sportausschussvorsitzender, dass die Debatte nicht zuvor im Sportausschuss geführt worden war, „wo sie doch eigentlich auch hingehört“. Bürgermeisterin Marion Lück stimmte ihm in der Sache zu, räumte aber ein, dass die Verwaltung in den turbulenten Zeiten der Energiekrise „schlicht vergessen“ habe, das Thema als Tagesordnungspunkt für die vorige Sitzung des Sportausschusses vorzusehen. „Deswegen diskutieren wir es nun hier.“

Norbert Galonska (SPD) lieferte im Beschluss eine Gegenstimme. „Aber nicht, weil ich nicht für warmes Wasser in unseren Sporthallen bin“, räumte der Vorsitzende des TuS Wermelskirchen ein. „Sondern weil ich es zu spät finde, erst nach den Herbstferien wieder die Hähne aufzudrehen.“ Er wies diesbezüglich auf das Handballcamp des TuS während der Herbstferien und vor allem das Spiel der 3. Handball-Bundesliga am 30. September in der Schwanenhalle. „Die Spieler der gegnerischen Mannschaft aus Ahlen haben eine eineinhalbstündige Anfahrt. Und die müssen dann entweder kalt duschen oder schweißgebadet die Rückfahrt antreten.“

Die Frage, ob man nicht vorübergehend die Wassertemperatur beispielsweise auf 25 Grad erhöhen könne, beantwortete Thomas Marner: „Das ist wegen der Gefahr von Legionellen verboten“, unterstrich der Technische Beigeordnete. Legionellen sind Umweltkeime, die beim Menschen unterschiedliche Krankheitsbilder verursachen, von grippeartigen Beschwerden bis zu Lungenentzündungen. „Die verbreiten sich am besten bei einer Zwischentemperatur; also nicht ganz kalt und nicht ganz heiß“, sagte Marner. Vorgeschrieben sei deshalb bei Warmwasser eine Temperatur von 60 Grad.

Die Frage, wie sich den der Wasserverbrauch in der Stadtkasse bemerkbar mache, beantwortete Marner mit einem Rechenbeispiel. „Wir haben das mal an der Schwanenhalle berechnet. Wenn dort an 210 Tagen im Jahr drei Mannschaften á 15 Spieler je zehn Minuten duschen, kostete uns das bisher 2560 Euro im Jahr, bei den aktuellen Preisen 6400 Euro.

Hintergrund

Nach den Ferien müssen nun alle Warmwasserbereiter und –vorhaltebehälter wieder aufgewärmt werden. Zusätzlich wird eine Legionellenprüfung durchgeführt und erst nach Vorliegen dieser Ergebnisse ist die Warmwassernutzung in den Sporthallen freizugegeben.

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