Zukunftspläne

Der Spatzenhof soll bürgerlicher werden

Chefkoch Philipp Wolter macht in Süppelbach ohne seine Ehefrau Tanja weiter. Seine Speisekarte wird künftig etwas anders aussehen: bodeständiger und bürgerlicher soll sie werden. Foto: Michael Sieber
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Chefkoch Philipp Wolter macht in Süppelbach ohne seine Ehefrau Tanja weiter. Seine Speisekarte wird künftig etwas anders aussehen: bodeständiger und bürgerlicher soll sie werden.

Das Restaurant stellt sich neu auf. Tanja Wolter verließ den Betrieb. Investor will an Hotel festhalten.

Von Anja Carolina Siebel

Die Zeit der reinen Sterneküche soll in Süppelbach vorbei sein. Der Spatzenhof stellt sich als Restaurantbetrieb neu auf. Das verkündeten die Geschäftsführer Wolfgang Schmitz-Heinen und Philipp Wolter am Wochenende bei einem Käse- und Weinabend im Spatzenhof. Wolters Ehefrau Tanja ist als Geschäftsführerin künftig nicht mehr im Boot. Auch der ehemalige Restaurantleiter ist ausgeschieden. Man sei auf der Suche nach einem Nachfolger, berichten die beiden derzeitigen Geschäftsführer. Zudem arbeitet Chefkoch Philipp Wolter statt wie bisher mit über 30 jetzt nur noch mit rund 15 Mitarbeitern. „Das sind vorwiegend Festangestellte“, unterstreicht Schmitz-Heinen.

„Ich werde nicht länger als bis 2016 warten. Dann stirbt die Idee.“ 
Wolfgang Schmitz-Heinen, zum geplanten Hotelkomplex

„Bergisch, bodenständig, aber auch kreativ“ soll das Angebot werden, kündigen Wolter und Schmitz-Heinen an. In den sechs Jahren, in denen das Restaurant jetzt in Wermelskirchen ansässig ist, seien viele Gäste – etwa 15 000 zählen die Betreiber pro Jahr – von weither angereist. „Das regionale Publikum hat uns aber oft gefehlt.“ Das soll sich nun ändern.

Standpunkt von Anja Carolina Siebel

Es gibt eine wechselnde Karte mit Gerichten der Saison und Produkten aus der Region. Die Preise variieren, einige Gerichte sind günstiger als bisher. „Aber mit Qualität“, hebt Schmitz-Heinen hervor. Ein paar exklusive Speisen sollen die Karte auch weiterhin verfeinern. Schmitz-Heinen: „Philipp Wolter ist nun mal ein Sternekoch. Warum sollten wir das grundlegend ändern?“

Festhalten will Wolfgang Schmitz-Heinen auch erst einmal an der Idee, auf dem Gelände um den Spatzenhof einen Hotelkomplex mit Wellness- und Gesundheitsschwerpunkt zu errichten. Wie berichtet, scheitert der Baubeginn derzeit an der Bezirksregierung, die dem Bauherrn einen „Nutzen für die Region“ als Voraussetzung vorschreibt. „Das heißt vor allem, dass wir damit etwas anbieten, das es so noch nicht gibt und das der Allgemeinheit zugute kommt“, erklärt Schmitz-Heinen. Eine Idee habe er bereits, die sei aber noch nicht spruchreif. „Noch gebe ich nicht auf; schließlich ist der Spatzenhof mit nur sechs Betten nicht als Hotel zu betrachten und wir wollten hier immer auch Übernachtungsmöglichkeiten“, sagt er. Aber: „Ich werde nicht länger als bis 2016 warten. Kommt das dieses Jahr nicht in trockene Tücher, stirbt die Idee.“

HOTEL-KOMPLEX

PLANUNG Das Architekturbüro „arch 22“ aus Stuttgart plante einen Komplex mit 200 Betten in sechs Häusern. Bergisches Fachwerk sollte angedeutet, aber nicht imitiert werden. Zwar biete das Ensemble auch Raum für Tagungen, der Schwerpunkt sollte aber auf dem Gesundheitsaspekt liegen. 

HÜRDE Nachdem der Rat der Stadt das Projekt bereits befürwortet hatte, meldete die Bezirksregierung im Sommer Bedenken an. Es müsse „regionales Interesse“ vom Investor nachgewiesen werden.

Den Spatzenhof indes wolle er so oder so weiter stärken. „Deshalb hat die konzeptionelle Neuaufstellung auch nur indirekt etwas mit dem Hotel zu tun“, betont er. Für ihn wie für Philipp Wolter sei das immerhin auch eine Herzensangelegenheit. „Wir haben 2006 mit der Sanierung des alten Hauses angefangen“, erinnert er sich.  Einfach verglaste Fenster, zugige Räume, ein Ambiente von Anno dazumal trafen sie seinerzeit an. Insgesamt dauerte es vier Jahre, bis der Spatzenhof, so wie er heute bekannt ist, in Betrieb gehen konnte. Schmitz-Heinen: „wir möchten das erhalten und sind sicher, dass es Zukunft hat.“ Er hofft wie Philipp Wolter weiter, dass auch das Wellness- und Gesundheitshotel eines Tages dort ansässig werden kann: „Für Wermelskirchen und die Region wäre das ein großer Gewinn.“ » Standpunkt

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