Naturschutz

Sengbachtalsperre wird aufgeforstet

Die Bäume sind bereits angeliefert und werden in den kommenden Wochen eingepflanzt.
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Die Bäume sind bereits angeliefert und werden in den kommenden Wochen eingepflanzt.

Die Stadtwerke Solingen planen ein Wiederaufforstungsprogramm mit insgesamt 50.000 Jungpflanzen.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. 8000 junge Bäume warten seit kurz vor Weihnachten am Wasserwerk in Glüder drauf, von Forstarbeitern in den Hängen rund um die Sengbachtalsperre eingepflanzt zu werden. 5000 Eichen, 2000 Buchen, dazu Douglasien, Weißtanne und Vogelkirschen sind aus einer Baumschule in Bayern geliefert worden. Sie sollen die in Massen gefällten Fichten ersetzen, die in den letzten Jahren an ihren Standorten vertrocknet waren. „Wir haben uns von der Fichte als Sorte verabschiedet“, sagt Roland Sorgenicht, Talsperrenmeister bei den Stadtwerken. „Die kommt mit den veränderten klimatischen Bedingungen nicht mehr zurecht.“

Seit den Dürresommern der vergangenen Jahre hat rund um die Talsperre ein großes Baumsterben eingesetzt. Betroffen sind vor allem Fichten. Ganz auf Nadelbäume kann aber nicht verzichtet werden. „Damit wir nicht in jedem Herbst tonnenweise Laub im Wasser haben, braucht es an den wassernahen Standorten, für die diese 8000 neuen Bäume gedacht sind, auch Immergrünes“. Von den derzeit zwei- bis dreijährigen Setzlingen erhofft er sich größere Resistenz gegen Trockenheit.

Roland Sorgenicht und Karsten Flöck (l.) vom Talsperren-Team zeigen junge Kirschbäume. Außerdem werden unter anderem Eichen gesetzt.

Bewusst werde nun im Spätherbst gepflanzt, nicht im Frühjahr. „Wir haben ungefähr 20 Prozent der bisher nachgepflanzten Bäume verloren, weil sie bis zum Sommer nicht genügend starke und tiefe Wurzeln ausbilden konnten“, sagt er. „Jetzt setzen wir auf die sogenannte Winterstarre. Im Vorfrühling geht es dann gleich mit den neuen Trieben los, sowohl unter- wie überirdisch, die dann vor dem Sommer gut einwachsen“. Dass die kleinen Bäume nährstoffreiche Wurzelballen aus der Baumschule mitbringen, verbessert die Chance aufs nachhaltige Anwachsen. „Das ist etwas teurer, aber dafür müssen wir nicht mehrfach nachpflanzen“, so Sorgenicht. Alle jungen Bäume bekommen einen sogenannten Verbiss-Schutz aus Holz, der im Gegensatz zu den bisher verwendeten Plastik-Hülsen nicht entfernt werden müsse. Fünf Jahre müssten die Neulinge im Wald dann gepflegt werden. Das bedeute, dafür zu sorgen, dass weder Brombeeren noch Farne oder Ähnliches den jungen Gehölzen Luft und Licht nehmen, erklärt Sorgenicht. Er hat großes Interesse daran, dass die großen Kahlflächen in den Hängen um die Talsperren verschwinden. „Ohne Pflanzung besteht die Gefahr, dass die Erde rutscht“, sagt er. „Mal vom ökologischen Wert eines Waldes und seine Bedeutung fürs Mikro-Klima unserer Stadt ganz zu schweigen“.

Die Setzlinge werden fünf Jahre lang betreut und gepflegt

Begonnen wurde bereits mit der Pflanzaktion, die Manpower erfordert. „Ein Arbeiter führt den Erdbohrer, der das entsprechend tiefe Loch aushebt, dazu muss ein anderer den Setzling einpflanzen und ein dritter die Erde festdrücken“. Auf diese Weise wird alles ein paar Wochen dauern.

Für die Zukunft hofft Sorgenicht darauf, nicht noch mehr Fichten im Sengbach-Wald zu verlieren. „Die noch existierenden Bestände sind noch grün. Solange das so ist, bleiben sie stehen“, betont er. Ansonsten stehe die umfangreiche nötige Aufforstungsaktion aktuell ungefähr bei ihrer Halbzeit.

„Mit diesen 8000 Bäumen sind wir bei rund 25 000 neuen Bäumen, nochmals so viele sind nötig“, skizziert er die Mammutaufgabe.

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