Solidarität für alle Menschen entwickeln

Andrea Hansen. Foto: RK
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Andrea Hansen.

Frauenreferentin über Hilfsbereitschaft

Von Andrea Hansen Frauenreferentin im Ev. Kirchenkreis Lennep

Deutschland steht zusammen für die deutschen Flutopfer. Sind Sie über diesen Satz gestolpert? Steht da wirklich „deutsche“ Flutopfer? Ja, so habe ich es formuliert und das ist das, was ich empfinde, wenn ich die Berichte über die bewundernswerte Unterstützung und Hilfe für die unverschuldet in Not geratenen Flutopfer in Deutschland in den Medien höre und sehe.

Hier zeigt sich eine Solidarität, die mir emotionale Sicherheit gibt. Solidarität vonseiten der Bevölkerung, und auch Solidarität durch die Regierung.

Aber was ist mit der Solidarität für die anderen Menschen, die ebenfalls unverschuldet in existenzielle Not geraten sind? Die den Krieg, die Dürre, die Gewalt, die Perspektivlosigkeit in ihren Ländern nicht verschuldet haben? Die aber nicht deutsch sind? Warum also zeigen wir eine wunderbare Solidarität und Hilfsbereitschaft bei deutschen Flutopfern, aber lassen die nichtdeutschen Opfer im Mittelmeer ertrinken?

Christlich ist das nicht. Jesus hat keine Unterschiede zwischen dem eigenen Volk und den fremden Völkern gemacht. Für ihn sind alle gleich viel wert, sind alle Gottes Kinder. Wo ziehen wir also unsere Grenzen bei der Frage, wem wir helfen?

„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ ist eine biblische Aufforderung. Finden wir unsere Nächsten nur im eigenen Land? In der eigenen Kultur? In der eigenen Religion? Dem widerspricht Jesus, wenn er betont, wer einen Fremden beherberge, habe ihn beherbergt. Was hält uns also davon ab, die verzweifelten geflüchteten Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen zu retten und bei uns aufzunehmen? Christliche Gründe sind es definitiv nicht.

Und auch die Frage nach der Schuld der Umweltkatastrophen und Armut in der Welt weist auf die reichen Länder, also auch auf Deutschland als Verursacher. Die Folgen der Umweltausbeutung durch unsere Lebensweise und die Armut als Folge des Kolonialismus begründen die Fluchtbewegungen. Wenn schon nicht aus christlicher Überzeugung heraus, so gebietet doch wenigsten der Anstand, die Folgen der verursachten Schäden zu minimieren. Ich hoffe, dass die Solidarität für die Flutopfer nicht endet an den deutschen Grenzen, sondern dass wir eine Solidarität für alle Menschen entwickeln.

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