So schrumpft das „Feinkostgewölbe“

Patric Heizmann füllt sonst Stadien. Jetzt referierte er im kleineren Rahmen – und stieg dafür von der Bühne. Foto: Tim Oelbermann
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Patric Heizmann füllt sonst Stadien. Jetzt referierte er im kleineren Rahmen – und stieg dafür von der Bühne.

Fitness- und Ernährungsexperte Patric Heizmann servierte beim Bergischen Wissensforum gehaltvolle Tipps

Von Melissa Wienzek

Normalerweise füllt er Stadien, der TV-bekannte Fitness- und Ernährungsexperte Patric Heizmann (47). Für das „Bergische Wissensforum“ trat er diesmal in einem kleineren Rahmen auf – und stieg dafür von der Bühne. Es war der krönende Abschluss der Reihe, die von der Volksbank im Bergischen Land, Walbusch, dem Solinger Tageblatt und dem Remscheider General-Anzeiger in Zusammenarbeit mit der Agentur Sprecherhaus präsentiert wird. Denn der 14-fache Autor und Unternehmer, der Sportmanagement studiert hat, servierte nicht nur ein Wissensbüfett mit Nährwert, sondern verpackte die Ernährungstipps auch äußerst schmackhaft.

Kein Zucker, kein Weißmehl, keine hochverarbeiteten Produkte – diese Grundlagen einer gesunden Ernährung kennt wohl jeder. „Wir haben kein Wissensproblem, sondern ein Umsetzungsproblem“, sagte Patric Heizmann. Denn wenn der Bauch grummle, fordere das Gehirn eigentlich ein Stück Obst. „Doch was tun wir? Wir greifen zur Nussschokolade – sind ja schließlich auch Nüsse drin, und die sind ja gesund“, erklärte der Speaker ironisch. Was offenbar einige Zuhörer bestätigen konnten.

Doch wie gelangt man nun zu mehr Vitalität, wie altert man gesund, was wir schließlich alle wollen? Der Experte lieferte einige wertvolle Tipps:

Tipp 1: Motivation

Für viele sei das Glas eher halb leer als halb voll, erklärte Heizmann. „Mein wichtigster Tipp ist daher: Wir müssen lernen, positiver zu denken und uns selbst zu vertrauen.“ Es seien die vielen kleinen Schritte, die einem zum Ziel brächten. Und nicht sofort aufgeben, wenn es einmal nicht ganz rund laufe.

Tipp 2: Schweinehund-Schule

Der innere Schweinehund beschütze unterbewusste Programme, sprich: Gewohnheiten, erklärte der Fitnessexperte. Sein Tipp: Den Schweinehund zunächst an einem Tag in der Woche auf die Schweinehund-Schule schicken. Das heißt: An diesem Tag gesund ernähren und Sport machen. „Die Regeln von diesem einen Tag werden wir schließlich unbewusst auf andere Tage übernehmen“, ist er sich sicher. Der Körper werde es uns danken: Wir seien wach und kreativ.

Tipp 3: Drei Mal am Tag essen

Viele Menschen haben Übergewicht. Das Grundsatzproblem: „Wir leben mit einem steinalten Körper in einer Hightechwelt.“ Denn der Steinzeitmensch verbrannte beim Jagen viel mehr Energie als wir heute. Der gigantische Kalorienüberschuss, gern befeuert durch den „örtlichen Getreidedealer“, also den Bäcker, mache sich dann im „Feinkostgewölbe“ bemerkbar: „Wir werden immer fluffiger.“ Daher sein Tipp: „Drei Mal am Tag satt essen und dazwischen die Klappe halten – das ist liebevoll gemeint.“ Auch nicht snacken. „Sagen Sie konsequent nein.“ Wie, zeigte Heizmann den Zuhörern mit einer leichten Sportübung: Den Kopf erst nach links, und dann nach rechts bewegen. „Diese Choreographie können sie das nächste Mal anwenden, wenn jemand mit Kuchen kommt.“ Und: Das Essen müsse schmecken und lange sättigen.

Tipp 4: Mehr Eiweiß, weniger Kohlenhydrate

Und was sättige und versorge den Körper optimal? Eiweiß, einer der wichtigsten Baustoffe für den Körper. „Wir brauchen Eiweiß für die Immunabwehr, für das Make-up von innen, für Hormone und die Muskulatur.“ Erhalte der Körper zu wenig Proteine, hole er sich diese aus der Muskulatur. Daher drei Mal täglich eine Eiweißquelle in den Ernährungsplan aufnehmen. Der beste Lieferant ist laut Heizmann das Ei. Eine Vitalstoffbombe, in der alles stecke, was ein Küken zum Aufwachsen brauche. „Aber was machen wir? Wir geben das Eigelb der Katze, die kriegt ein glänzendes Fell und uns bröckeln die Fingernägel weg.“ Ein hochwertiges Stück Fleisch, Quark, Hülsenfrüchte, Tofu oder ein Eiweißshake lieferten genauso gut Proteine. Eierlikör zählt übrigens nicht. Und: weniger Kohlenhydrate, also Reis, Nudeln, Brot.

Tipp 5: Keine Diät

Eine Diät sei für den Körper eine simulierte Hungersnot, erklärte Heizmann. Also: Finger weg von „FDH“ und Kohlsuppen-Diät. „Es gibt Leute, die teilen sich eine Gurke und zwei Cocktailtomaten für den Tag ein. Es ist doch klar, dass sie irgendwann so unterzuckern, dass sie kurz davor sind, das Lavendelsäckchen aus dem Kleiderschrank abzulutschen.“

Tipp 6: Genug trinken

Mindestens zwei Liter am Tag. Wer viel „glitzert“, also schwitzt, auch mehr. Der Stoffwechsel funktioniere nur dann richtig. Am besten stilles Wasser trinken – und keinen Alkohol. „Alkohol ist nicht nur ein Zellgift, sondern er blockiert auch den Fettstoffwechsel.“

Tipp 7: Bewegung

Kraftsport sei das beste Training, auch zum Abnehmen. Muskeln werden durch Widerstand größer – und verbrennen so mehr Kalorien. Heizmann machte auch gleich das Einsteigerprogramm vor: Liegestützen. Auch Kniebeugen und Ausfallschritte seien effektiv.

Hier gibt es das Buch zum Vortrag für 6,97 Euro: www.leichteralsdudenkst.de/buch

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