Training

So gelingt der sichere Pedelec-Umgang

Die Teilnehmer: Waltraud Klein (v. l.), Christiane Beyer, Sabine Colomo, Jürgen Dahlmann, Günther Klein, Carola Schuricke, Bärbel Kieseler.
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Die Teilnehmer: Waltraud Klein (v. l.), Christiane Beyer, Sabine Colomo, Jürgen Dahlmann, Günther Klein, Carola Schuricke, Bärbel Kieseler.

Fachmann Jürgen Dahlmann gibt bei der Mobilitätswoche ein E-Bike-Training.

Von Lena Steffens

Wermelskirchen. Carola Schuricke sitzt auf ihrem Pedelec und fährt im Kreis an kleinen Hütchen vorbei, ihr linker Arm ist ausgestreckt. „Wer kann Slalom fahren im Stehen und die Hand dabei ausstrecken?“, ruft Jürgen Dahlmann von der Verkehrswacht Solingen, der in der Mitte steht. „Ich nicht“, ruft Schuricke lachend und setzt ihre Fahrt ungehindert fort.

Sie ist eine von fünf Teilnehmern, die bei einem Pedelec-Sicherheitstraining am Autohaus Hildebrandt im Rahmen der Mobilitätswoche mitmachen. Die vier Frauen und ein Mann saßen alle schon einmal auf einem E-Bike, bringen zum Teil ihre eigenen Räder mit. Otto Hildebrandt versorgt die Teilnehmer mit Kaffee und stellte das Gelände zur Verfügung. Christiane Beyer, Demografiebeauftragte der Stadt, organisierte das Training.

Zu Beginn des Trainings fahren sie noch etwas unsicher. Nachdem Dahlmann theoretisch erklärt hat, wie sich ein E-Bike auf der Straße verhält, ist die Praxis an der Reihe. „Wenn ich pfeife, treten Sie beide Bremsen und erst, wenn Sie stehen, kommt der Fuß runter“, ruft er. Das klappt bei einigen Teilnehmern schon ganz gut. Bei anderen muss Dahlmann noch einige Anweisungen geben. „Sie müssen noch ein bisschen eher reagieren“, rät er Waltraud Klein.

Jürgen Dahlmann gibt die Hilfestellung, Christiane Beyer übt: Das Bremsen und Anhalten mit den schweren Pedelecs will geübt sein. Gerade der Gewichtsunterschied werde oft unterschätzt.

Als nächstes sollen die Fünf nur mit dem Hinterrad bremsen, danach nur mit dem Vorderrad, damit die Teilnehmer den Unterschied zwischen den verschiedenen Bremsarten bemerken. Währenddessen steht Sabine Colomo etwas abseits daneben und schaut sich das Pedelec-Training an. „Ich wollte mir gerade ein Pedelec ausleihen, aber ich denke, durch Zugucken kann man auch schon viel mitnehmen.“ Dass das praktische Training aber auch sehr wichtig ist, weiß Dahlmann aus Erfahrung. Er hat als Moderator des deutschen Verkehrssicherheitsrates bereits mehrere Trainings gegeben: „Man sieht den Unterschied zwischen den Senioren, die sich ein Pedelec kaufen, weil ihnen das Fahrradfahren zu schwerfällig geworden ist, die vorher kontinuierlich Rad gefahren sind und denen, die Jahre lang nicht gefahren sind, und dann auf ein E-Bike wechseln“, erklärt er. „Diejenigen vergessen dann, dass sie vorher ein Rad mit elf Kilogramm gefahren sind, und nun ein E-Bike mit 26 Kilogramm fahren.“

Gefahrenstelle Auf- und Abstieg

Die meisten Unfälle passierten daher beim Auf- oder Absteigen. Daher üben die Fünf auch das Losfahren auf der Stelle. „Sie haben ein Pedelec, erst, wenn Sie losfahren, kommt die Motorleistung hinzu“, erklärt der Fachmann . Nach und nach fühlen sich die Teilnehmer sicherer auf dem Rad, so dass Dahlmann zur nächsten Übung übergeht: die Vollbremsung. „Wir müssen auch die Extremsituationen testen, da die Älteren meist nicht richtig zupacken wollen“, erklärt Dahlmann.

Am Ende sind die Teilnehmer mit dem Training zufrieden. „Ich fand es gut, ich erhoffe mir, dass ich mich durch das Training sicherer im Straßenverkehr fühle“, sagt Bärbel Kieseler, die seit zwei Jahren ein E-Bike fährt. „Es war viel Neues dabei“, meint auch Waltraud Klein. „Jetzt setze ich beim Absteigen auch den Fuß runter, vorher bin ich immer abgesprungen. Besonders gut fand ich, dass sie das Bremsen noch einmal mit uns gemacht haben“, sagt sie, steigt auf ihr Rad und fährt davon – ab sofort noch deutlich sicherer.

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