So gelingt das Miteinander von Fußgängern und Radlern

Der Airbag-Helm stülpt sich bei einem Unfall über den Kopf, das demonstriert Stephan Keller, Verkehrsberater der Polizei. Foto: vsn
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Der Airbag-Helm stülpt sich bei einem Unfall über den Kopf, das demonstriert Stephan Keller, Verkehrsberater der Polizei.

Polizei informiert auf der Balkantrasse zum Thema Sicherheit

Von Valeria Schulte-Niermann

Es war nicht viel los auf der Balkantrasse an diesem regnerischen Dienstagvormittag. Acht Polizisten aus Remscheid und dem Rheinisch-Bergischen-Kreis warteten auf eine kurze Regenpause, um ihre drei Pavillons am Abzweig Bergisch Born – Hückeswagen aufzustellen. An insgesamt sieben Tagen wollen sie hier mit den Benutzern der Trasse ins Gespräch kommen und zu Rücksichtnahme, Sichtbarkeit, Schnelligkeit und dem Tragen von Helmen im Straßenverkehr aufklären. Immer wieder gehen Beschwerden bei der Polizei über rücksichtslose Teilnehmer der Trasse ein. Inline-Skater beklagen sich über fast unsichtbare Leinen der Hundehalter und Familien über rasende Fahrradfahrer.

Helm, Sichtbarkeit und Rücksicht sind das Wichtigste

Mit Bananen winkend versuchte Stephan Keller, Verkehrsberater bei der Remscheider Polizei, die Leute zum Anhalten zu bringen. An seinem Tisch klärte er über den richtigen Kopfschutz auf. „Der Helm kann vor schweren Schäden schützen“, betonte er. Er dürfe nicht zu weit hinten und schön fest sitzen, so dass nichts verrutschen kann. Wer keinen Helm tragen möchte, könne einen speziellen Kragen von der Firma Hövding umlegen, aus dem sich beim Sturz ein Airbag um den Kopf stülpt. Dieser Komfort kostet jedoch rund 350 Euro. Vor einem Unfall kann ein Helm allerdings nicht schützen. Das kann nur leuchtende Kleidung. Warnwesten sehe man schon ab einer Entfernung von 120 Metern, sagte Keller. Ein Mensch in dunkler Kleidung sei erst bei rund 25 Metern sichtbar. Auch Fahrräder sollten mit Reflektoren ausgestattet und der Fahrer gut erkennbar gekleidet sein. Ein einfaches Klickband mit reflektierendem Stoff ist ein guter Anfang.

Um Unfällen vorzubeugen, ist Rücksichtnahme sowohl im Straßenverkehr, als auch auf der Trasse das Wichtigste. Allerdings stellte Bernd Schäfer, Geschäftsführer der Verkehrswacht Remscheid, fest, dass Egoismus und Aggressivität zugenommen haben. Es dürfe nicht jeder an sich denken und nur die Fehler bei den anderen suchen. „Jeder hat das Recht, die Trasse zu benutzen“, sagte Uwe Ortmann von der Polizei Remscheid. Und jeder trage zu einem guten Miteinander bei. Konkret bedeutet das: Fußgänger sollen gegen die Fahrtrichtung auf der linken Seite laufen. Radfahrer fahren nicht zu schnell und müssen auf Fußgänger Rücksicht nehmen und gegebenenfalls anhalten, wenn sie nicht sicher vorbeifahren können. Hunde gehen an der Leine und mit ihren Besitzern auf der gleichen Seite. Ortmann fordert: „Wenn jeder Rücksicht nimmt, haben wir unheimlich viel gewonnen.“

Am 9. und 22. Juli sowie 6. August sind die Beamten von 9 bis 15 Uhr vor Ort. Außerdem am 15., 28. Juli und 6. August von 11 bis 17 Uhr.

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