Projekt

So barrierefrei sind die Spielplätze

Noch ist der Spielplatz an der Jörgensgasse nicht barrierefrei. Das soll sich aber ändern. Dazu wurde der Beirat für Menschen mit Behinderung vom Tiefbauamt mit ins Boot geholt.
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Noch ist der Spielplatz an der Jörgensgasse nicht barrierefrei. Das soll sich aber ändern. Dazu wurde der Beirat für Menschen mit Behinderung vom Tiefbauamt mit ins Boot geholt.

Das Kinder- und Jugendparlament und nimmt Anlagen in Wermelskirchen unter die Lupe.

Von Theresa Demski

Wermelskirchen. Rollstuhlfahrer kommen nicht bis zum Sandkasten. Spielgeräte eignen sich nicht für Kinder mit Behinderung. Die erste Prüfung der Spielplätze in Wermelskirchen ist überwiegend ernüchternd ausgefallen. Gemeinsam haben sich Freiwillige des Kinder- und Jugendparlaments (KiJuPa) und des Beirats für Menschen mit Behinderung auf den Weg gemacht, um heimische Spielplätze genauer unter die Lupe zu nehmen. So soll langfristig ein Register entstehen, das aufzeigen soll, auf welchen Spielplätzen auch Kinder mit Behinderung zurechtkommen und welche Hürden ihnen im Weg sind. Gleichzeitig erarbeitet die Gruppe auch Ideen zum Barriereabbau.

„Wir sind mit sechs Kindern und Jugendlichen zwischen neun und zwölf Jahren losgezogen“, erzählte Luca Nickel vom KiJuPa im Beirat für Menschen mit Behinderung. Mit dabei waren aber auch Vertreter des Beirats. Nach und nach will die Arbeitsgruppe alle Spielplätze prüfen, den Auftakt machten Schüler und Beiratsmitglieder am Spielplatz neben der Schwanenhalle. Im Gepäck hatten die Gruppe einen Rollstuhl, um mögliche Barrieren zu testen.

Beirat wird häufiger vom Tiefbauamt mit ins Boot geholt

Das sei manchmal ein ziemlich frustrierendes und ärgerliches Erlebnis gewesen, berichteten die Schüler. Weit gekommen seien sie mit dem Rollstuhl nicht. „Und auch Kinder, die nicht gut sehen können, brauchen auf dem Spielplatz mehr Unterstützung“, befand Nickel nach der Prüfung und regte Farbkontraste an. Außerdem solle geprüft werden, ob es nicht besser sei, als Untergrund mit Gummiplatten zu arbeiten.

KiJuPa und Beirat wollen die Ergebnisse nun auswerten und dann die nächsten Plätze in Angriff nehmen. „Das ist ein langfristigeres Projekt“, befand auch die Beiratsvorsitzende Petra Sprenger auf Nachfrage. Sie habe allerdings das Gefühl, dass die Verwaltung die Belange von Menschen mit Behinderung inzwischen im Blick habe. „Da hat eine Sensibilisierung stattgefunden“, erklärte Petra Sprenger. Immer öfter werde der Beirat frühzeitig vom Tiefbauamt mit ins Boot geholt – ob jüngst bei Bauarbeiten auf dem Spielplatz an der Jörgensgasse oder auch bei den ursprünglichen Plänen für das neue Schwimmbad.

Die Realisierung eines inklusiven Spielplatzes allerdings steht weiterhin aus: Beirat, Lebenshilfe und die Stadt Wermelskirchen hatten gemeinsam einen Spielplatz planen und umsetzen wollen, auf dem Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam barrierearm spielen können – ohne Sand, mit weichen Fallschutzböden, Schaukeln und viel Platz auf Drehgeräten.

Bereits 2020 hatte der Beirat für Menschen mit Behinderung diese Idee auf den Weg gebracht. Fördergelder der „Aktion Mensch“ sollten das Projekt realisierbar machen. „Die Umsetzung scheitert aber weiter daran, dass die Stadt der Lebenshilfe keinen geeigneten Standort vorschlagen kann“, sagt Petra Sprenger. Das gemeinsame Projekt ist daher ins Stocken gekommen.

Projekt

Die Evangelische Kirchengemeinde Hilgen-Neuenhaus hat mit Unterstützung der Stadt einen inklusiven und naturnahen Spielplatz verwirklicht – mit einem Trampolin, das auch Rollstuhlfahrer nutzen können und geeigneten Zuwegungen. Die Anlage samt Naturerlebnisraum kostet 39 000 Euro und wird unter anderem mit Fördergeldern finanziert.

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