Reaktionen

Skater geben Freizeitpark nicht auf

Der Verein Rollrausch machte schon große Sprünge mit seinen BMX-Rädern in der Halle an der Remscheider Straße. Für die Radfahrer und Skater soll der geplante Freizeitpark eine neue Heimat werden. Archiv-Foto: Hans-Dieter Schmitz
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Der Verein Rollrausch machte schon große Sprünge mit seinen BMX-Rädern in der Halle an der Remscheider Straße. Für die Radfahrer und Skater soll der geplante Freizeitpark eine neue Heimat werden.

Rollrausch, CVJM und ADFC halten an den Plänen fest. Die Freizeitanlage für Kinder und Expansion der Autohäuser sei möglich.

Von Karsten Mittelstädt

Dass der Freizeitpark entlang der Dellmannstraße nun doch nicht realisiert werden soll, weil eine Ratsmehrheit das Gelände lieber an zwei Autohäuser verkaufen möchte, schlägt hohe Wellen. Wütend reagiert Nicole Wilms, die fest daran geglaubt hatte, dass das Freizeitgelände für Jugendliche endlich realisiert wird. „Mich persönlich stimmt es nicht nur traurig, sondern vor allem wütend“, erklärt sie, nachdem sie im WGA gelesen hatte, dass es wohl keine Mehrheit für den geplanten Freizeitpark geben wird. „Über die Art und Weise des Vorgehens unserer Ratsmitglieder kann ich nur mit dem Kopf schütteln“, erklärt die Mutter.

Standpunkt von Karsten Mittelstädt

Dass es keine Mehrheit im Rat für den geplanten Freizeitpark zu geben scheint, schreckt das Dreierbündnis aus Rollrausch, ADFC und CVJM nicht. „Wir geben noch nicht auf“, sagt Marco Lerch vom Verein Rollrausch am Mittwochnachmittag nach einem Gespräch mit Bürgermeister Rainer Bleek. Lerch geht davon aus, dass den Ratsmitgliedern noch nicht alle Details bekannt sind und sie ihre Entscheidung noch einmal überdenken.

„Wir sind natürlich frustriert“, sagte Lerch. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub, der CVJM Wermelskirchen und Rollrausch hatten schon im Herbst vergangenen Jahres im Sportausschuss ihre Pläne vorgelegt. „Wir brauchen ja nur einen kleinen Teil des Geländes“, erklärt Lerch im Gespräch mit dem WGA.

Von der etwa 6500 Quadratmeter großen Fläche werde gerade mal 1200 Quadratmeter für den Freizeitpark benötigt. Da müsse es doch möglich sein, den Freizeitpark zu bauen und trotzdem den Wünschen der Autohäuser zu entsprechen.

Wichtig sei, dass der Freizeitpark aus touristischen Gründen an die Balkantrasse angebunden werde. Außerdem flössen nur in Verbindung mit dem Radweg mögliche Fördergelder für die Anlage. „Wo die Freizeitanlage auf dem langen Geländestreifen entsteht, ist nicht entscheidend. Das kann links, rechts oder in der Mitte sein. Wir sind da flexibel und kompromissbereit“, sagt Lerch.

Ruhefläche für Radtourisiker und Mehrzweckfeld sind geplant

Bereits vor zwei Jahren habe der Verein Rollrausch Gespräche mit Vertretern von Straßen NRW geführt. Damals gehörte Straßen NRW laut Lerch noch vier Fünftel der Fläche. „Uns wurde wörtlich gesagt, wenn es mehrere Interessenten für die Fläche gibt, dann steht das Gemeinwohl vor anderen Interessen.“

Davon könne keine Rede sein, wenn das komplette Gelände an die Gewerbetreibenden verkauft würde. Der Freizeitpark, den das Dreierbündnis vorgeschlagen hat, besteht aus mehreren Komponenten. So ist eine Ruhefläche für Radtouristiker geplant, wo sie eventuell unter einem Schutzdach eine Pause einlegen können. „Ideal wäre eine Solarladestation für E-Bikes“, sagt Lerch.

„Das lädt zusätzlich zu einem Stopp ein.“ Die Anlage könnte durch eine Grillstelle ergänzt werden. Neben der eigentlichen Rollsportanlage für Skater, BMX- und andere Rollsportler, könnte noch ein Hockey-Mehrzweckfeld angelegt werden, auf dem eine Vielzahl von Veranstaltungen für Kinder denkbar sei.

CVJM, ADFC und Rollrausch möchten ehrenamtlich etwas für Wermelskirchen tun, sagt Lerch. „Der Freizeitpark in Verbindung mit der Balkantrasse sei eine einmalige Chance.

Was das Dreierbündnis nicht möchte, ist eine Anlage im Außenbereich. Lerch: „Solche Beispiele gibt es ja auch. Anlagen, die von Jugendlichen und Kindern nicht angenommen werden.“

Was innenstadtnah ist, da gehen die Meinungen auseinander. Henning Rehse (WNK UWG) widerspricht Stefan Janosi (Grüne). Für ihn, Rehse, seien Flächen in Belten oder Seulenstil, die drei oder fünf Minuten vom Wunschstandort entfernt liegen, durchaus innenstadtnah. 

ROLLRAUSCH

GRÜNDUNG Der Verein Rollrausch wurde 1999 gegründet, um eine Skate AG der Kattwinkelschen Fabrik weiterzuführen. Eine Halle am Bahnhof wurde in einen Skaterpark umgebaut. Diese Halle musste im Jahr 2011 einem Supermarkt weichen. Seither ist Rollrausch auf der Suche nach einem Ersatz.

Informationen im Internet unter www.rollrausch.de

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