Top-Absolventen

Sie übernehmen in jungen Jahren Führung

Laura Hortmann ist Chemikantin.
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Laura Hortmann ist Chemikantin.

Laura Hortmann und Nick Will gehören zu den Top-Fortbildungsabsolventen der IHK Köln.

Von Laura Wagener

Wermelskirchen. „Ich war die erste Frau im Betrieb als Chemikantin“, sagt Laura Hortmann, als wäre es keine große Sache. Die IHK Köln ehrte sie kürzlich – zusammen mit 92 weiteren Frauen und Männern – zu den Top-Absolventen der Fortbildungsabschlüsse 2021. Wer ein „sehr gut“ oder mindestens 75 Punkte in seinen Prüfungen erzielte, zählte zu den Besten von insgesamt 3719 Teilnehmenden.

Hortmann schloss 2017 ihre Ausbildung zur Chemikantin ab – damals noch bei Lanxess – und begann direkt im Anschluss die Fortbildung zur Geprüften Industriemeisterin mit Fachrichtung Chemie. Konkreter: „Ich fahre die großtechnischen Verfahrensanlagen“, so die 23-jährige Wermelskirchenerin.

Man steht sehr oft vor neuen Herausforderungen.

Laura Hortmann

Durch die Fortbildung kann sie im Betrieb mehr Verantwortung übernehmen. „Als Industriemeisterin – bzw. als stellvertretende Schichtmeisterin, was ich aktuell vorübergehend mache – führe ich wirklich. Ich habe meine Mitarbeiter unter mir und teile zu, kontrolliere alles und bin wirklich auch ein Schaltungsträger und bei jedem Arbeitsplatz involviert.“ Die Flexibilität, die ihr die neue Position bietet, ist ihr wichtig. „Andernfalls hat man einen festen Arbeitsplatz pro Tag. In der Schichtmeisterposition guckt man überall noch mal drüber und hat natürlich eine ganz andere Verantwortung“, so Hortmann.

Hortmanns Job ist vielfältig und bringt viel Abwechslung mit sich. „Man steht sehr oft vor neuen Herausforderungen, kommt ans Nachdenken und ein wenig aus diesem ‚Berufsalltag‘ heraus. Ich finde es schön, Verantwortung zu übernehmen, und mir liegt es sehr, mich um Auszubildende zu kümmern und Wissen weiterzugeben, aber auch das Kommunikative, was natürlich in einem Betrieb und einer Führungsrolle sehr wichtig ist“, so die Wermelskirchenerin.

Eine Fortbildung legt sie jedem in frühen Berufsjahren ans Herz: „Ich empfehle jedem, der nach der Ausbildung sagt, er möchte seinen Meister machen: Mach es direkt. Dann ist man im Stoff drin und hat das Lernen noch nicht verlernt. Je älter man wird, desto schwieriger ist es, damit wieder anzufangen.“

Ihren eigenen Tipp nimmt sich Hortmann aktuell selbst zu Herzen: Parallel zur Arbeit nimmt sie derzeit an der Fortbildung zur technischen Betriebswirtin via Fernstudium teil. „Damit kann ich später auch im Büro in chemischen Industriebetrieben arbeiten. Damit hält man sich alle Optionen offen, egal, in welche Richtung man gehen möchte. Ich könnte damit zum Beispiel als Produktionsmeister arbeiten.“ Hortmann ist es wichtig, sich möglichst breit aufzustellen. „Besser haben, als brauchen.“

Nick Will ist Fachwirt für Einkauf.

Erstmals wurden bei der IHK Köln auch zwei Teilnehmende mit der neuen Abschlussbezeichnung „Bachelor Professional“ geehrt. Einer von ihnen ist der Wermelskirchener Nick Will. Als Geprüfter Fachwirt für Einkauf – oder auf Englisch: Bachelor Professional in Procurement – ging er aus der Fortbildung heraus. Der 24-Jährige schloss eine Ausbildung als Industriekaufmann ab und arbeitete als Einkäufer, bevor er die einjährige Fortbildung begann. „Ich habe mich weitergebildet, weil ich mehr über den Einkauf erfahren wollte und die Grundlagen dafür schaffen wollte, als Einkäufer erfolgreich zu werden“, so Will. „Dadurch habe ich natürlich auch bessere Chancen, eine höhere Position zu erreichen und Führung zu übernehmen.“ In seine neue Führungsrolle konnte Will schon früher als gedacht schlüpfen: Während der Fortbildung wechselte er zu einem Unternehmen in der Medizinbranche und konnte sofort eine Karrierestufe höher einsteigen. „Ich habe jetzt schon den ersten Werkstudenten, den ich führen darf.“

Besonders spannend findet Will, den Beginn einer Lieferkette mitzugestalten. „Viele denken: ‚Einkaufen, das kann ich.‘ Aber da steckt viel mehr dahinter, auf das man achten muss, um für ein Unternehmen erfolgreich einzukaufen. Es gibt viele Kosten, die eingespart werden können, wenn man es anständig macht“, sagt der Wermelskirchener. „Die Bedeutung einer Einkaufsabteilung wächst nicht nur in Industrie und Handel immer mehr.“ Die Fortbildung hat Will sich komplett selbst finanziert. Aufstiegs-BAföG wurde ihm nicht gewährt – „Fernlehrgänge werden da leider gar nicht berücksichtigt.“

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