Auf der Schellerstraße

Sie sind eine Institution auf dem Krammarkt

Seit 1957 kommt Familie Padubrin auf den Krammarkt nach Wermelskirchen. Inzwischen hat die zweite Generation übernommen: Rainer und Diana Padubrin mit Hund Ferdinand.
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Seit 1957 kommt Familie Padubrin auf den Krammarkt nach Wermelskirchen. Inzwischen hat die zweite Generation übernommen: Rainer und Diana Padubrin mit Hund Ferdinand.

Familie Padubrin ist seit den 1950er Jahren dabei.

Wermelskirchen. In der Krammarktliste der Stadt werden sie mit Nummer S49 geführt. Und wer sich mit diesen Informationen auf dem Krammarkt an der Schillerstraße auf die Suche nach dem treuesten Händler des Markts macht, der ist auf etwas Unterstützung angewiesen. Seit 1957 kommt Familie Padubrin mit Strumpfwaren auf den Krammarkt, sagt das Aussteller-Verzeichnis. „Ah, die Padubrins“, sagt ein Aussteller und deutet ein paar Meter weiter, „das ist der mit den Socken. Die kommen wirklich schon seit Ewigkeiten.“

Und tatsächlich: Rainer und Diana Padubrin aus Stuttgart standen auch in diesem Jahr auf dem nun zu Ende gegangenen Krammarkt wieder an ihrem alt eingesessenen Platz. „Genau hier stehen wir seit den 1950er-Jahren“, sagt Rainer Padubrin und deutet auf die Garagen hinter dem Stand.

Vielen Wermelskirchenern ist die Familie also ein Begriff – aber wie kamen die Padubrins hierher? Am vergangenen Wochenende haben wir uns auf Spurensuche begeben: Eine Tante seines Vaters habe in Wermelskirchen gelebt und habe damals den fliegenden Händler aus Stuttgart überzeugt, mit seinem Stand zum Krammarkt nach Wermelskirchen zu kommen. Günther Padubrin packte also die Socken zusammen und machte sich auf den Weg ins Bergische.

65 Jahre später verkaufen nun Rainer und Diana Padubrin Socken an gleicher Stelle – außerdem Tücher und Hüte. „Wermelskirchen war lange Zeit ein ganz außergewöhnlicher Markt“, sagt der Händler aus Stuttgart. Es habe kaum einen Ort gegeben, an dem der Umsatz höher und die Stimmung besser gewesen sei. Er komme immer noch gerne nach Wermelskirchen, sagte Padubrin nun. Die „außergewöhnlichen Zeiten“ allerdings sind vorbei.

Rainer Padubrin kommt seit 31 Jahren nach Wermelskirchen

Heute verdient er noch 30 Prozent von dem, was er in den Hochzeiten mit nach Hause nahm. „Und ich habe das Gefühl, es wird nicht besser“, sagt er mit Blick auf die Inflation und steigende Preise. Er hoffe einfach mal, dass er und seine Frau noch durchhalten. Viele Händler hätten aufgegeben, sagt er. „Von den direkten Nachbarn hier auf der Schillerstraße kenne ich noch einen.“ Währenddessen wird Ehefrau Diana von einem älteren Ehepaar angesprochen. Sie kaufe hier jedes Jahr ihre Socken, sagt die Dame. „Die Atmosphäre ist hier wirklich schön“, sagt Padubrin, „und wir haben noch viele Stammkunden.“

Vor 31 Jahren, nach dem Tod seines Vaters, ist er zum ersten Mal mit seiner Mutter nach Wermelskirchen aufgebrochen. „Ich kannte den Platz aus meiner Kindheit“, sagt er. Und er kannte die Erzählungen seiner Mutter. „Der Herr Schmidt war früher so groß“, habe sie gerne erzählt und die Maße eines Jungen angedeutet, wenn sie über den Anwohner sprach, vor dessen Haus sie Jahr für Jahr ihren Stand aufschlagen. „Im vergangenen Jahr ist Herr Schmidt in den Ruhestand gegangen“, erzählt Padubrin. resa

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