Trompete

Sie schenken Sankt Martin ihre Melodien

Sorgen für die richtige Musik zu Sankt Martin - wie beim Umzug des Kindergartens: Anni Richter (l.) und Johanna Lindhorst spielen im Posaunenchor in Tente.
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Sorgen für die richtige Musik zu Sankt Martin - wie beim Umzug des Kindergartens: Anni Richter (l.) und Johanna Lindhorst spielen im Posaunenchor in Tente.

Die Musiker der heimischen Posaunenchöre hatten in den vergangenen Tagen viel zu tun.

Von Theresa Demski

Wermelskirchen. Die 14-jährige Anni Richter  reibt sich die Finger. Gerade sind die letzten Töne verklungen. Ein Kind summt noch die Melodie von „Sankt Martin“ und die Holzscheite knistern im Feuer. Anni Richter lässt ihre Trompete sinken und blickt sich zufrieden auf dem Kindergartengelände in Tente um. „Das macht immer Spaß“, sagt sie, „es herrscht so eine schöne Stimmung.“

Vier Martinszüge spielt die Schülerin in diesem Jahr. Wer sich in den Ensembles in Wermelskirchen umhört, der erfährt von Musikern, die bis zu sieben Martinszüge mit ihren Instrumenten begleiten. Sie schenken Sankt Martin und den vielen Kindern und Erwachsenen ihre Melodien.

Und obwohl die Stücke für die Musiker meist eher einfache Kost sind, stecken doch besondere Herausforderungen in den Einsätzen: „Man muss genug Luft haben, um zu spielen und gleichzeitig im Zug mitzugehen“, erklärt Anni Richter. Spielen, gehen, stoppen. Bergauf und bergab. „Und gleichzeitig muss man ja auch die Noten lesen“, sagt die 14-Jährige.

Das will gelernt sein. Deswegen trainiert Miriam Block, die die Nachwuchsmusiker im Posaunenchor Tente ausbildet, jeden Schritt. Vier Jugendliche sind in diesem Jahr zum ersten Mal dabei. „Wir haben während der Proben gelernt, gleichzeitig zu spielen und zu gehen“, sagt Miriam Block. Dafür drehten die Jugendlichen mit ihrer Musiklehrerin Runde um Runde im Gemeindehaus. Die Premiere für die jungen Musiker beim Martinszug des Tenter Kindergartens gelingt. Keiner fällt, alle Instrumente bleiben heil und die Luft geht ihnen auch nicht aus.

Immer eine Truppe zu finden, ist gar nicht so einfach

Wer einmal mitgegangen ist, kann im nächsten Jahr aus der Erfahrung schöpfen. „Die langen Züge allerdings bleiben auch für uns alte Hasen immer anstrengend“, sagt Miriam Block, die selbst Klarinette spielt. Wer eine Stunde lang mit Instrument und Melodien hinter Sankt Martin spaziert, dem dürfe auch einmal die Puste ausgehen. „Deswegen sind bei den langen Zügen meistens die erfahrenen Musiker mit dabei“, erklärt Miriam Block. Allerdings sei es gar nicht so einfach, im Alltag immer eine Truppe zu finden, die am späten Nachmittag auch einsatzbereit sei. „Viele der Musiker sind dann ja auch noch bei der Arbeit“, weiß Miriam Block. Auch deswegen sei es gut, dass schon die jungen Musiker mit im Einsatz sind.

Anni Richter und Johanna Lindhorst spielen seit vier Jahren in den Martinszügen mit. Sie wissen inzwischen auch um die Tücken, die vor allem auch das Wetter mit sich bringen kann. „Wenn es regnet, dann sind die Holzblasinstrumente raus“, erklären die Mädchen. Ob Querflöte oder Klarinette: Die Instrumente sind empfindlicher. Aber auch die Blechblasinstrumente reagieren auf das Wetter. „Wir treffen uns schon früh, um unsere Instrumente im Warmen zu stimmen und sie dann auch warm zu halten“, erklärt Johanna Lindhorst.

Ob Trompete oder Saxofon: Die Instrumente dürfen nicht kalt werden, weil sie sonst verstimmen und dann nicht mehr miteinander klingen. Also spielen die Musiker kleine Melodien, um sie warm zu halten und für den großen Auftritt im Martinszug vorzubereiten.

„Wenn es dann schneit oder eisig kalt ist, müssen natürlich auch die Finger mitspielen“, sagt Johanna Lindhorst. Bei der Klarinette könne sie ja nicht einfach Handschuhe anziehen. „Das geht bei der Trompete aber schon“, erklärt Anni Richter. Trotzdem sind die beiden froh, dass die Temperaturen in diesem Jahr noch so mild sind.

Nach jedem Martinszug werden die Musiker übrigens mit einem Weckmann belohnt. „Wir essen also ziemlich viele Weckmänner im Moment“, erzählt Miriam Block und lacht. Der eigentliche Lohn der Musiker sei aber die Dankbarkeit der Kinder und der Eltern. „Wenn ich höre, dass die Kinder mitsingen, dann freue ich mich total“, sagt Anni Richter. Und auch ihre Musiklehrerin weiß: Erst wenn die Melodien der Bläser erklingen, trauen sich die Menschen, die Martinslieder anzustimmen.

„Und mal ehrlich“, sagt Miriam Block, „ohne Instrumente wäre das kein Martinszug, sondern eher ein Trauerzug.“

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