Sie leisten Beistand in Extremsituationen

Antje Menn, Ulrich Geiler, Annette Stoll (vorne, v. l.) und Jürgen Behr, André Carouge sowie Guido Eul-Jordan (hinten, v. l.) weisen auf 25 Jahre Notfallseelsorge hin. Foto: Roland Keusch
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Antje Menn, Ulrich Geiler, Annette Stoll (vorne, v. l.) und Jürgen Behr, André Carouge sowie Guido Eul-Jordan (hinten, v. l.) weisen auf 25 Jahre Notfallseelsorge hin.

Notfallseelsorger sind seit 25 Jahren im Kirchenkreis Lennep im Einsatz

Von Frank Michalczak

Als Ulrich Geiler vor 25 Jahren seine neue Aufgabe im Lenneper Kirchenkreis übernahm, hatte er Bauchschmerzen, wie er zurückblickt. Denn: Notfallseelsorge war für ihn fremdes Terrain: „Und von der Feuerwehr wusste ich eigentlich nur, dass sie mit roten Fahrzeugen unterwegs ist“, erklärt der Pfarrer, der seit 1996 mit den Rettern in Remscheid und Umgebung eng zusammenarbeitet.

Ulrich Geiler wird immer dann von ihnen angefordert, wenn es gilt, Menschen in akuten Ausnahmesituationen Bestand zu leisten. Längst hat sich daraus ein Netzwerk entwickelt, das rund 30 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter umfasst.

Zu den Seelsorgern aus dem evangelischen Kirchenkreis mit seinen 16 Gemeinden gesellen sich Aktive aus der Katholischen Kirche, unter anderem Jürgen Behr (St. Bonaventura und Hl. Kreuz). Auch Pastor André Carouge (Friedenskirche) wirkt mit. „Es ist somit ein ökumenischer Arbeitsbereich geworden“, erklärt Superintendentin Antje Menn, die auf einen Festgottesdienst hinweist: Am Samstag, 6. November, wird in der Lutherkirche die Arbeit der Notfallseelsorger und deren Jubiläum gewürdigt. Er beginnt um 17 Uhr. 1682 Einsätze zählte Pfarrer Geiler im Laufe der vergangenen 25 Jahre für das Seelsorge-Team – ob nach schweren Unfällen, Bränden oder dem plötzlichen Tod eines Menschen, der bei den Angehörigen zu einem traumatischen Ergebnis führt. „Sie müssen den Verlust verkraften und zuweilen auch, dass die Polizei zunächst von einer ungeklärten Todesursache spricht. Das steht unterschwellig ein Verdacht im Raum“, erklärt Geiler, der die Betroffenen oft erst einmal beruhigen muss, bevor er ihnen Trost spenden kann.

Wie wichtig der Einsatz ist, hebt der Remscheider Feuerwehr-Chef Guido Eul-Jordan hervor, der auf Wunsch der Betroffenen die Seelsorger zum Einsatzort anfordert. „Dieses Angebot wird ganz überwiegend angenommen.“ Und es sei ein wichtiger Anker – sowohl für die Mitarbeiter der Feuerwehr, die unter dem Eindruck des Einsatzes stehen, als auch für Angehörige, die mit dem Erlebten nicht alleine bleiben müssen.

In Rollenspielen bereiten sich Helfer auf Extremsituationen vor

Es ist aber auch eine Aufgabe, die nicht jeder gewachsen ist. Wer sich ehrenamtlich engagieren will, müsse sich im Klaren sein, was auf ihn zukommen könnte. Deswegen würden Interessenten gründlich geschult: „Allein der Theorie-Unterricht umfasst 80 Stunden“, berichtet Geiler. Dazu zählen Rollenspielen, die Extremsituationen simulieren. „Etwa, eine Todesnachricht überbringen zu müssen“, nennt der Seelsorger ein Beispiel. An den Theorie- schließt sich ein Praxisteil an. Dabei begleiten die künftigen Seelsorger ihre Kollegen zu Einsätzen. „Quasi als Co-Piloten“, fügt Geiler hinzu, der den Dienstplan für sein Team für ein Vierteljahr schreibt. Rufbereitschaft ist somit täglich und rund um die Uhr garantiert, wobei Guido Eul-Jordan die Zuverlässigkeit lobt: „Wenn wir anrufen, wissen wir zwar nicht wer kommt. Wir wissen aber, dass jemand kommt.“ Und dies seit nunmehr 25 Jahren.

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