Jugendarbeit und Gemeindepädagogik

Sie ist für alle Generationen im Einsatz

Sie ist im Einsatz für alle Generationen und nicht nur für Jugendliche: Ulrike Würth hat die Stelle als Gemeindepädagogin in Dabringhausen angetreten.
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Sie ist im Einsatz für alle Generationen und nicht nur für Jugendliche: Ulrike Würth hat die Stelle als Gemeindepädagogin in Dabringhausen angetreten.

Ulrike Würth ist seit Juni Gemeindepädagogin in der Evangelischen Kirchengemeinde in Dabringhausen.

Von Theresa Demski

Wermelskirchen. Für die Frau mit dem Rollator waren die wenigen Stufen vor der Apotheke zum unüberwindbaren Hindernis geworden. Während sie sich noch nach Hilfe umsah, packte ein 14-Jähriger ohne große Worte mit an. Er half dem Rollator und der Dame die Stufen hinauf. Neben ihm stand seine perplexe Mutter, die gar nicht so schnell hatte reagieren können. Sie blickte ihn fragend und etwas überrascht an – weil sein Blick im Alltag doch eigentlich vor allem auf sein Handy gerichtet war, die Kopfhörer auf seinen Ohren ihn meistens von der Umgebung zu trennen schienen. „Ich war im Konfi-Camp“, sagte der Junge nur und setzte sich die Kopfhörer wieder auf.

Die Mutter rief beim Pfarrer an und bedankte sich. Das Camp habe ihrem Sohn gut getan, stellte sie fest. Ulrike Würth erinnert sich heute noch manchmal an den Jungen. „Ich habe erlebt, wie Jugendliche von Freizeiten und Konfi-Camps etwas mitgenommen haben“, sagt sie. Das gilt für den Jugendlichen in Münster, der seinen Blick und sein Herz für andere zu öffnen begann. Und das gilt für Jugendliche aus Dabringhausen, mit denen sie sich in diesem Sommer auf den Weg nach Österreich gemacht hat. „Manchmal erzählen die Jugendlichen am Ende, dass sie das Gefühl haben, Gott näher gekommen zu sein“, sagt Ulrike Würth.

Genau das wünscht sie sich für die Jugendlichen – und auch für die vielen anderen Menschen im Gemeindeleben. Seit Anfang Juni ist Ulrike Würth neue Gemeindepädagogin der Evangelischen Kirchengemeinde Dabringhausen. Es ist eine völlig neue Aufgabe, die die Gemeinde nach dem Weggang von Pfarrerehepaar Elke und Rüdiger Mielke geschaffen hat. Sie soll auch die neue Pfarrsituation in der Gemeinde auffangen: Künftig teilen sich Dhünn und Dabringhausen mit Albrecht Keller einen Pfarrer.

Nachdem die Stelle der Jugendreferentin in Dabringhausen zwei Jahre vakant war, entschieden sich das Presbyterium und der Verein für missionarische Gemeinde und Jugendarbeit (VMGJ), die Stelle neu auszuschreiben – mit neuem Schwerpunkt. Neben der Jugendarbeit, die weiterhin 50 Prozent der Stelle ausmacht, soll sich die Gemeindepädagogin auch um alle anderen Generationen kümmern. Gemeinde und VMGJ finanzieren die Stelle gemeinsam. „Es ist ein Neustart“, sagt Ulrike Würth. Sie werde die Prädikantenausbildung machen, um künftig auch Gottesdienste halten, Taufen und Hochzeiten feiern und Beerdigungen begleiten zu können.

Sozialpädagogin schätzt den ländlichen Raum

Die Arbeit mit den Konfirmanden steht genauso auf ihrem Zettel wie die mit dem Frauenkreis. Sie habe seit Anfang Juni bereits alle Gruppen der Gemeinde einmal besucht. „Ich möchte mitwirken“, sagt sie.

Auch für Ulrike Würth ist der Dienstbeginn in Dabringhausen ein Neustart – bisher hat sie vor allem als Jugendreferentin gearbeitet. Nach ihrem Studium, das sie als Diplom-Sozialpädagogin abschloss, entschied sie früh, im kirchlichen Raum arbeiten zu wollen. Also setzte sie die kirchliche Aufbauqualifikation zur Gemeindepädagogin oben drauf – und arbeitete anschließend als Jugendreferentin in Münster und zuletzt in Wetzlar. Inzwischen ist sie nach Dabringhausen gezogen – auch um ihrer Familie in Meinerzhagen etwas näher zu sein. „Und mir tut der ländliche Raum einfach gut“, sagt Würth. Im Bewerbungsgespräch habe Pfarrerin Elke Mielke sie damals gefragt, ob sie Abenteuerlust mitbringe. „Da habe ich aus vollem Herzen ‚Ja‘ sagen können“, erzählt die 50-Jährige. Egal, welches Abenteuer da nun auf sie warte, sie halte sich an ihre Philosophie: „Ganz egal, wie ein Mensch ist, er hat Wertschätzung verdient.“

Verein finanziert Stelle mit

Den Verein für missionarische Gemeinde- und Jugendarbeit gibt es seit 26 Jahren – um in Zeiten rückläufiger Kirchensteuereinnahmen „Gemeindearbeit in der gewünschten Breite und mit den erforderlichen Schwerpunkten weiterhin durchführen zu können“.

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