Abschied

Sie haben der Gemeinde ihren Stempel aufgedrückt

Es ging inszenierungsreich zu bei der Verabschiedung von Elke (r.) und Rüdiger Mielke (2.v.r.): Da sie manche Brocken aus dem Weg geräumt hätten, stellte Simone Silberzahn diese Leistung mit Papp-Steinen dar.
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Es ging inszenierungsreich zu bei der Verabschiedung von Elke (r.) und Rüdiger Mielke (2.v.r.): Da sie manche Brocken aus dem Weg geräumt hätten, stellte Simone Silberzahn diese Leistung mit Papp-Steinen dar.

Evangelische Kirche verabschiedet das Pfarrer-Ehepaar Mielke.

Von Stephan Singer

Wermelskirchen. Mehr als ein halbes Berufsleben waren Elke und Rüdiger Mielke in Dabringhausen aktiv. Das Pfarrer-Ehepaar drückte in dieser Zeit der Evangelischen Kirchengemeinde einen unverkennbaren Stempel auf. Dabei galt es, auch manche Brocken auf dem Weg der über drei Jahrzehnte langen Reise zur Seite zu räumen. Beim Gemeindefest zur Verabschiedung des Ehepaars Mielke erinnerte Moderatorin und Schauspielerin Simone Silberzahn an Brocken wie Kirchensanierung, Umbau des Gemeindehauses oder „lange Sitzungen des Presbyteriums inklusive Kettenrauchen“.

Die Künstlerin, die selbst in Dabringhausen lebt, nahm als Reiseleiterin die Besucher des Festes auf dem Vorplatz des Gemeindehauses an der Altenberger Straße mit auf eine imaginäre Tour, die an das Wirken des Pfarrer-Ehepaars erinnerte: „Da hat es damals ganz schön gebröckelt, als in Dabringhausen nicht mehr von der Kanzel gepredigt wurde.“

Die Anwesenden waren sich sicher: Das Pfarrer-Ehepaar ist ein Schatz.

Spielerisch setzte Simone Silberzahn diese Reise um, bezog Laien-Schauspieler aus der Gemeinde und das Publikum mit ein. Da tauchte aus den „Archiven“ eine Schriftrolle vom Römer-Gott Jupiter auf, der bei Dienstantritt von Mielkes in Dabringhausen schon „Skandale“ an Elke und Rüdiger Mielke vorhersagte: „Ihr werdet es zulassen, dass englischsprachige Lieder im Gottesdienst gesungen werden. Ihr lasst Sitzbänke im vorderen Kirchenteil entfernen, um Platz für einen Chor zu schaffen.“

Während die Besucher aus dem Dawerkuser Dorf auf Bierzeltgarnituren im nachmittäglichen Sonnenschein einen Platz fanden und sich von Grill, Getränkestand und reichlich gedeckter Kuchentafel verwöhnen ließen, „thronten“ Elke und Rüdiger Mielke auf einer eigens aufgestellten kleinen Bühne auf zwei Rattan-Korbsesseln unter einem Sonnenschirm.

Silberzahn kündigte in der Rückschau auf den vom Up-to-date-Chor mitgestalteten Gottesdienst am Vormittag an: „Wir haben heute schon viel gebetet, viel gesungen und viel gesegnet. Jetzt wollen wir etwas zusammen machen. Es tut auch nicht weh. Wir machen einfach alles, was ich sage.“ Die „Reiseleiterin“ erhielt musikalische Unterstützung von unter anderem Sängerin Petra Weber sowie Dana und Kathrin Wengler. Schauspielerisch mischten auch einige Gemeindeangehörige mit: Zum Beispiel als Simone Silberzahn gemeinsam mit Elke Mielke die Einkaufsgänge der Pfarrerin im örtlichen Supermarkt humorig nachstellte. Für den Einkauf musste Elke Mielke stets doppelt so viel Zeit einplanen wie andere. Der Grund: Ständig wurde sie von Gemeindemitgliedern angesprochen: „Wo ich sie gerade hier treffe . . .“ Die Nachfragen reichten von Terminabsprachen über Formalitäten bis hin zu Wünschen für die Durchführung einer Hochzeit – wenngleich sich Elke Mielke für ihre Schäfchen stets Zeit nahm, konnte sie doch ohne am Schreibtisch zu sitzen die Fragen nicht immer ad hoc beantworten.

„Die Saat der Mielkes hier ist aufgegangen“

Umso eindeutiger fiel die Antwort der Evangelischen Gemeinde in Dabringhausen bei der zur spielerischen Reise gehörenden Schatzsuche aus: „Ihr seid der Schatz“, hieß es an die Adresse von Elke und Rüdiger Mielke, die Wermelskirchen nach Köln verlassen werden. Mit gebastelten und vom Publikum in die Höhe gehaltenen Blumen verdeutlichte die Gemeinde: „Die Saat der Mielkes in Dabringhausen ist aufgegangen.“ Für ihre Reise in und durch die Domstadt gab die Gemeinde den Mielkes aus blauer Pappe ausgeschnittene Wassertropfen mit: „Die sind für die Momente da, in denen es Elke und Rüdiger Mielke nach Dabringhausen dürstet“, so Simone Silberzahn.

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