Politik

Sie gehen mit der SPD durch dick und dünn

Ehrung für 10, 40 und 50 Jahre SPD-Mitgliedschaft (v.l.): Wolfgang Sippel, der Ortsvereinsvorsitzende Michael Faubel, Dirk Niedereichholz, Norbert Galonska, Eckhard Schmied, Thordis Ruppio, Ralf Hamacher, Günter Finkenrath, der Kreisverbandsvorsitzende Marcel Kreutz, Ralf Weber, Waltraud Galonska, Dirk Hohlmann und Reinhard Berger.
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Ehrung für 10, 40 und 50 Jahre SPD-Mitgliedschaft (v.l.): Wolfgang Sippel, der Ortsvereinsvorsitzende Michael Faubel, Dirk Niedereichholz, Norbert Galonska, Eckhard Schmied, Thordis Ruppio, Ralf Hamacher, Günter Finkenrath, der Kreisverbandsvorsitzende Marcel Kreutz, Ralf Weber, Waltraud Galonska, Dirk Hohlmann und Reinhard Berger.

Dirk Hohlmann und Norbert Galonska erinnern sich an 50 Jahre Mitgliedschaft.

Von Anja Carolina Siebel

Wenn man sie als „rote Socken“ bezeichnet, dann dürften Norbert Galonska und Dirk Hohlmann gar nicht böse sein. Denn die beiden Wermelskirchener sind echte SPD-Urgesteine. Und mit ihrer Partei – sowohl auf kommunaler als auch aus bundespolitischer Sicht – durch dick und dünn gegangen. Zu gern erinnern sie sich an die „guten alten Willy-Brandt-Zeiten“, mit Schrecken an den Absturz ihrer Partei auf Bundesebene in den vergangenen Jahren. „Wir haben das aber immer im Gesamten gesehen, nicht an Personen festgemacht. Wir stehen ja hinter dem Parteiprogramm“, unterstreicht Norbert Galonska.

Und das seit Jahrzehnten. Gerade, beim SPD-Sommerfest Anfang August, feierten sie mit Wermelskirchener Parteigenossen ihre 50-jährige Zugehörigkeit. Das bot Anlass, sich zu erinnern. „An die wilden Zeiten“, wie beide wie aus einem Munde sagen. In Wermelskirchen aufgewachsen, engagierten sich Galonska wie Hohlmann bereits Ende der 1960er Jahre bei den Jungsozialisten (Jusos). „Wir trafen uns immer mit 30 bis 40 Mann in der Gaststätte Höller“, erinnert sich Norbert Galonska. Damals stellten sie schon einige Aktionen auf die Beine, hatten sogar den Umweltschutz schon im Blick.

„Im Kopf sind wir immer die geblieben, die wir waren.“

Dirk Hohlmann, SPD-Mitglied mit Leib und Seele

„Es gab zum Beispiel eine große Müllsammel-Aktion“, erinnert sich Dirk Hohlmann. „Wir waren eine ganz aktive Gruppe junger Leute.“ Auftrieb gab den engagierten Jungspunden unter anderem auch die Wahlkampagne „Willy wählen“ 1972 für Willy Brandt, der dann im November 1972 mit großer Mehrheit ja auch wieder zum Bundeskanzler gewählt wurde.

Die Inhalte, für die er stand, begeisterten damals auch die Wermelskirchener Parteigenossen: „Mir hat die Entspannungspolitik dem Osten gegenüber gefallen“, sagt Dirk Hohlmann. „Das hat ja damals den Grundstein gelegt für die Wiedervereinigung.“

Sie engagierten sich aber auch für Bildungs- und Chancengleichheit, zum Beispiel die Einführung des BAföG, sowie für Friedenspolitik. Auf den großen Friedensdemos, etwa gegen den Vietnamkrieg oder später, 1981 und 1983, gegen den Nato-Doppelbeschluss, der unter anderem das Aufstellen von Atomraketen vorsah, waren Galonska und Hohlmann vorne mit dabei. „Da haben wir uns auch klar gegen den damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt positioniert.“ Schmidt hatte in einer Rede 1977 im Londoner International Institute for Strategic Studies die Nato erst zum Handeln aufgerufen, um das Übergewicht der Sowjetunion im Bereich der Mittelstreckenraketen auszugleichen.

Aber auch kommunalpolitisch hatten Hohlmann, Galonska und ihre Mitstreiter Kämpfe auszufechten. „Wermelskirchen war ja stark von der CDU dominiert“, erinnert sich Dirk Hohlmann. „Da hatte man es als junger Kommunalpolitiker nicht leicht.“ Kurzfristig ging es für die beiden, wie für andere, zum Studieren in die Ferne. Kurzzeitig teilten sie sich sogar eine Studentenbude in Köln. „Und irgendwie wurden aus uns dann doch Etablierte“, scherzt Dirk Hohlmann. „Im Kopf aber nie; da sind wir immer die geblieben, die wir waren.“

Für die Zukunft wünschen sie sich eine lebendige Partei – mit alten Werten und neuen Impulsen. „Wir machen weiter“, sind sich beide sicher. Nicht ohne einen Wunsch zu äußern: „Mehr junge Leute müssen nachrücken. Es könnten mehr sein, die sich engagieren.“ Wenn es auch heute keinen Willy mehr gibt . . .

Kontakt

Bei der SPD Wermelskirchen ist laut Vorstand jeder willkommen, der Interesse daran hat, „etwas in Wermelskirchen zu bewirken und für die Menschen vor Ort zu verbessern“. Ob für ein konkretes Projekt, für bestimmte Gruppen oder Themen, den Heimatort oder ganz allgemein. Über Ideen, Anregungen und Kritik von Bürgern freue man sich auch, heißt es auf der Website. Kontakt per E-Mail: info@spd-wermelskirchen.de

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