Neuer Chefarzt

Er setzt auf die Stärken des kleinen Hauses

Stephan Ganz ist der neue Chefarzt der Gynäkologie am Krankenhaus Wermelskirchen. Foto: Markus Schumacher
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Stephan Ganz ist der neue Chefarzt der Gynäkologie am Krankenhaus Wermelskirchen.

Stephan Ganz ist neuer Chefarzt der gynäkologischen Fachabteilung im Krankenhaus Wermelskirchen.

Von Markus Schumacher

Übersehen kann man den neuen Chefarzt der gynäkologischen Fachabteilung im Krankenhaus Wermelskirchen schwerlich. Mit seinen 1,96 Metern ragt Stephan Ganz heraus. Auf seiner 20-Betten-Station will er aber auch immer wahrgenommen werden: „Der persönliche Kontakt ist doch eine der großen Stärken eines kleinen Hauses“, sagt er selbst bei seiner Vorstellung.

Für den 44-jährigen Wuppertaler ist Wermelskirchen der nächste logische Schritt auf seiner Karriereleiter. Nach seinem Studium an der Ruhr-Universität Bochum von 1997 bis 2003 ließ sich Stephan Ganz erstmal die lange Matte schneiden. Noch immer ist er Hobby-Schlagzeuger und Heavy-Metal-Fan, doch im OP bleibt die Musik aus.

„Das Miteinander hier hat mir gleich gefallen.“
Stephan Ganz, Chefarzt

Schwerpunkte seiner Arbeit sind die Inkontinenzchirurgie, bei der zum Beispiel Bändchen unter der Harnröhre verlegt werden, und Laparoskopische Operationen, so genannte Schlüsselloch-Chirurgie. „Dabei gehen wir mit einer Kamera durch den Bauchnabel, zum Beispiel bei Gebärmutterschleimhautkrebs“, erklärt der neue Chefarzt.

In Wermelskirchen sei ihm als Erstes die helle und freundliche Atmosphäre aufgefallen: „Das Miteinander hier hat mir gleich gefallen.“ Aber auch die Ausstattung sei auf dem aktuellen Stand, lobte der Neue. Und es werde auch weiter in neue Therapieformen investiert. In Zukunft möchte er nach und nach auch Verfahren nach der Naturheilkunde anbieten.

Zuletzt hat er hauptsächlich die Brust operiert, hier war auch die Rekonstruktion mit Silikonimplantaten sein Arbeitsgebiet. In der Königstraße 100 sind seine Aufgaben viel breiter. „Und das finde ich richtig gut“, freut sich Ganz, „hier mache ich am Montag Brust, am Dienstag eine Zyste, am Mittwoch dann eine Blasensenkung . . .“

Mit dieser Einstellung hatte er schon bei seiner Bewerbung beim Ärztlichen Direktor Dr. Volker Launhardt gepunktet: „Er bringt die komplette gynäkologische Expertise mit und ist eine große Bereicherung für unser Haus.“ So bringe sich der Gynäkologie schon in die regelmäßige Tumorkonferenz ein, bei der zehn bis fünfzehn Experten aus den unterschiedlichsten Gebieten zusammen beraten.

Geburten gibt es in Wermelskirchen schon seit 2016 nicht mehr. Auch das biete Vorteile, ist Launhardt überzeugt: „So kann man sich ganz auf Operationen konzentrieren.“

Seit dem 4. Januar dieses Jahres arbeitet Ganz schon in Wermelskirchen. Er ist aber auch bereits rumgekommen: Fast alle 25 niedergelassenen Frauenärzte in der Region hat er schon besucht. „Die waren froh, dass sie ihre Patientinnen wieder hierher schicken können“, berichtet Ganz. Dass er zu den Frauenärzten schnell Brücken bauen konnte, wundert Launhardt nicht: „Die ganze Art von Herrn Ganz ist beruhigend. Es ist wohltuend, ein angenehmer Kontakt.“

Das wird seinem Team mit noch einem, bald zwei Oberärzten und fünf Assistenzärzten sicher auch gefallen. Noch mehr aber den Patientinnen. In großen Häusern treffen sie auf zig Ärzte: bei der Aufnahme, bei der Visite, bei der OP, bei der Entlassung. Hier in Wermelskirchen reden sie von Anfang an mit dem Arzt, der sie später auch operieren und danach weiter betreuen wird. „Dieser persönliche Kontakt, diese Kontinuität fehlen anderswo“, betont Launhardt. „Ein großes Lob an die Krankenschwestern“, möchte Ganz schon aussprechen. Dass die tolle Arbeit leisten, habe er bisher auch in allen Gesprächen mit Patientinnen erfahren.

Durch Corona wurde der Einstieg für Ganz allerdings etwas schwieriger. Und er bedauert: „Dass ich am Helios-Klinikum Niederberg nicht richtig Abschied feiern konnte.“ Im Krankenhaus Wermelskirchen ist mittlerweile die Erstimpfung für alle Mitarbeiter mit direktem Patientenkontakt abgeschlossen, berichtet Launhardt.

Das Krankenhaus Wermelskirchen betreut in seinen sechs Abteilungen durchschnittlich 38 500 Patienten im Jahr. Es hat 410 Mitarbeiter, dazu zehn Ausbildungsplätze. 

Aufsichtsrat

Zu seiner konstituierenden Sitzung hat sich der Aufsichtsrat des Krankenhauses Wermelskirchen getroffen. Dies teilt Geschäftsführer Christian Madsen mit. Zur Vorsitzenden wurde Helga Loepp gewählt, zum ersten Stellvertreter Theodor Fürsich. Zweiten Stellvertreterin wird Karin Görne.

Standpunkt: Sympathischer Antritt

Von Markus Schumacher

Die angenehme und wohltuende Art des neuen Chefarztes der Gynäkologie im Krankenhaus Wermelskirchen haben Geschäftsführer Christian Madsen und der Ärztliche Direktor Dr. Volker Launhardt gestern bei dessen Vorstellung mehrmals betont.

markus.schumacher@rga-online.de

Und tatsächlich kam Stephan Ganz auch bei den Pressevertretern gleich sympathisch rüber. Ob er denn bald auch nach Wermelskirchen ziehe, wurde er da gefragt. Wohl erst, wenn seine beiden Kinder aus der Schule sind, antwortete er: Die Ganz-Sprösslinge sind aber erst neun beziehungsweise 14 Jahre alt. 

Es dauert also noch etwas mit dem Umzug. Schwierig dürfte es für den 44-Jährigen auch werden, sein Hobby Fahrradfahren mit dem Beruf zu verbinden: Von Wuppertal-Vohwinkel aus hierher zur Arbeit zu fahren wäre aber auch ein gewaltiger Kraftakt, egal, ob über Burg oder über Ronsdorf. Der neue Chefarzt blieb jedenfalls keine Antwort schuldig. Bis er nach seinem liebsten Gynäkologen-Witz gefragt wurde. Das entlockte ihm zwar ein länger anhaltendes Lächeln, aber erzählen wollte er ihn dann doch lieber nicht.

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