Runder Tisch

Senioren wollen moderne Themen angehen

Seniorenbeiratsvorsitzender Werner Allendorf (l.) und sein Stellvertreter Benno Klinke haben viel vor. Archivfoto: Roland Keusch
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Seniorenbeiratsvorsitzender Werner Allendorf (l.) und sein Stellvertreter Benno Klinke haben viel vor. Archivfoto: Roland Keusch
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
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Beirat veranstaltet im kommenden Jahr einen Runden Tisch mit Mitgliedern verschiedener Städte

Wermelskirchen. Werner Allendorf ist voller Tatendrang. Der Vorsitzende des Wermelskirchener Seniorenbeirats hat als solcher eine Menge neuer Ideen im Kopf. Und dafür benötigt er nicht nur die übrigen Mitglieder des im August neu konstituierten Beirats sowie viel Energie, sondern auch das nötige Kleingeld. „Mit den 1600 bis 1800 Euro, die uns von der Stadt pro Jahr zustehen, kommen wir nicht weit“, sagt Allendorf. „Da müssen wir schon selbst aktiv werden.“

Immerhin geht es vor allem um eine große Sache, die bald ansteht: Der Runde Tisch aller Seniorenbeiräte aus der Region wird im kommenden Jahr in Wermelskirchen stattfinden. Dann werden unter anderem Seniorenbeiratsmitglieder aus Remscheid, Wuppertal, Radevormwald und Mettmann anreisen. „Unsere Hauptthemen werden Digitalisierung, Mobilität und Gesundheit sein“, verrät Allendorf.

Digitalisierung, das betont der Beiratsvorsitzende, sei auch für Senioren ein wichtiges Thema: „Ich möchte sie motivieren, sich damit zu beschäftigen, denn es könnte mal wichtig sein.“ Beispielsweise, um Veranstaltungen online zu buchen, merkt er an. „Oder um Bankgeschäfte zu erledigen.“ Aber auch moderne Themen wie Mobilität, etwa mit Wasserstoffbussen, sollen sowohl beim Runden Tisch Thema sein, als auch in den lokalen Beiratssitzungen.

„Ich möchte ein Ansprechpartner für Senioren in der Stadt sein.“

Werner Allendorf, Vorsitzender Seniorenbeirat

Und wie soll nun Geld zusammenkommen für die große Veranstaltung? „Wir sind sehr froh, Klaus Willumat, den ehemaligen Betreiber des Hotels Zum Schwanen, und seine Frau gewonnen zu haben, für uns zu A la carte am kommenden Wochenende aktiv zu sein“, berichtet Allendorf.

Unter dem Motto „Immer gut b(e)raten“ wird der Herzblut-Gastronom am kommenden Sonntag an der Telegrafenstraße (Höhe Commerzbank) für den Seniorenbeirat Backfisch braten und verkaufen. Ehrenamtlich, versteht sich. 50 Kilogramm frischen Fisch hat er im Gepäck, die er an Mann und Frau bringen möchte. „Dafür hat er wirklich einen Orden verdient“, sagt Werner Allendorf lachend, der auf reichlich Einnahmen für den guten Zweck hofft.

Der neue Wermelskirchener Seniorenbeirat hatte sich wie berichtet erst Ende August zur ersten Sitzung getroffen. „Wir finden uns gerade noch“, sagt der Gremiumsvorsitzende. „Aber ich bin guter Dinge, dass das eine gute Zusammenarbeit wird.“

Bereits bei seinem Antritt hatte Allendorf seine Ziele formuliert, die er als alter und neuer Vorsitzender vertritt; „Ich möchte Ansprechpartner für Senioren in der Stadt sein. Ich habe das zum Beispiel beim Thema Impfen mitbekommen. Als das losging mit dem Impfzentrum in Bergisch Gladbach, wussten viele ältere Menschen gar nicht, wie sie dorthin kommen sollten. Oder sie haben Schwierigkeiten bei Bankgeschäften, die immer häufiger digital ablaufen.“ Für solche Fragen plant Gerd Simon, eine Anlaufstelle einzurichten, bei der sich die Senioren dann melden können. Und es gibt weitere Ideen, die sich der Beirat auf die Fahnen geschrieben hat: „Wir kämpfen weiter mit allen Mitteln darum, dass die Senioren- und Pflegeberatung vor Ort bestehen bleibt“, unterstreicht er.

Wie berichtet, gab es die Idee, die Stabsstelle in die Kreishauptstadt Bergisch Gladbach zu verlegen. Was für die Betroffenen bedeuten würde, dass sie für die Belange vor Ort keine Ansprechpartner mehr hätten.

„Einer unserer größten Unterstützer in der Sache ist mit dem Burscheider Bürgermeister Stefan Caplan leider gerade verstoben“, bedauert Allendorf. „Aber wir werden alles daran setzen, das Thema auch weiterhin zu verfolgen. Denn für unsere Senioren ist das ganz wichtig.“

Gremium

Der Wermelskirchener Seniorenbeirat ist ein Gremium, das sich für die Belange älterer Menschen in der Stadt einsetzt und deren Interessen vertritt. Bei der konstituierenden Sitzung des Seniorenbeirats Ende August wurden der bisherige Vorsitzende Werner Allendorf und sein bisheriger Stellvertreter Benno Klinke mehrheitlich wiedergewählt. Als neue Seniorenvertreterinnen und -vertreter sind hinzugekommen: Brigitte Hallenberg, Ingelore Kirsten-Polnick, Annette Lauke, Gerd Simon und Martina Vogt.

Standpunkt

anja.siebel@rga.de

Kommentar von Anja Carolina Siebel

Die Zeiten, in denen Senioren nach Beendigung ihrer aktiven Arbeitszeit im Lehnstuhl saßen oder allenfalls mal mit dem Hund um den Block gingen, sind lange vorbei. Die sogenannten „Best Ager“ sind im Gegenteil eine wichtige Generation, die den Jüngeren nicht nur viel mitgeben, sondern auch die Zukunft aktiv mitgestalten kann. Die Mitglieder des Wermelskirchener Seniorenbeirats beweisen das im Grunde schon lange, legen jetzt aber noch mal ordentlich nach: Indem sie sich modernen Themen wie Digitalisierung oder Mobilität widmen und den Senioren diese auch näher bringen wollen. Denn Tätigkeiten am PC oder nachhaltiges Leben im Alltag müssen nicht zwingend ausschließlich für die jüngere Generation bestimmt sein. Warum auch? Es lebt sich leichter, wenn man mit der Zeit geht. Und auch abwechslungsreicher. Dass der Runde Tisch aller Seniorenbeiräte in der Region 2022 in Wermelskirchen stattfindet, ist ein Zeichen dafür, dass die Älteren der Stadt sich einbringen und für ihre Sache einstehen. Ein gutes Signal, das darüber hinaus unterstützenswert ist. Vielleicht mit einer kleinen Spende bei A la carte am Wochenende.

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