Selbstständige kämpfen um ihre Zukunft

Susann Ueberholz macht sich Gedanken über ihre Zukunft. Foto: Peter Meuter
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Susann Ueberholz macht sich Gedanken über ihre Zukunft. Foto: Peter Meuter

Ob Fitness, Kosmetik oder Massage – Unternehmer versuchen, ihre Kunden zu halten

Von Theresa Demski

Ihre Praxis bleibt geschlossen: Susann Ueberholz darf in Corona-Zeiten keine Massage anbieten. Was die Politik Anfang November als sanften Lockdown bezeichnete, ist für die staatlich geprüfte Masseurin alles andere als sanft.

„Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll“, sagt Susann Ueberholz, „das ist wirklich eine traurige Nummer.“ Zum zweiten Mal in diesem Jahr erlebe sie eine Art Berufsverbot. Sie habe das Gefühl, sie falle durch alle Raster.

„Wenn ich bis März keinen einzigen Euro verdienen kann, aber weiter die laufenden Kosten anfallen, weiß ich nicht, wie das funktionieren soll.“

Susann Ueberholz, Massagepraxis-Inhaberin

Während in anderen Branchen weiter gearbeitet werden darf, seien Massagen nicht erlaubt. Und nun seien auch ihre Pläne, ihre Praxis zwischen Weihnachten und Neujahr wieder zu öffnen, vom Tisch. „Ich bedaure das sehr“, sagt sie. Und dabei denkt sie auf der einen Seite an ihre Patienten, die nun ohne Massagen auskommen müssen.

Auf der anderen Seite sorgt sie sich aber auch um ihre eigene finanzielle Lage. „Ich habe 27 Jahre durchgehalten und bin endlich an dem Punkt, an dem es mir finanziell gut geht“, sagt sie und denkt an ihre Praxis im Gesundheitszentrum. „Wenn ich bis März keinen einzigen Euro verdienen kann, aber weiter die laufenden Kosten anfallen, weiß ich nicht, wie das funktionieren soll“, sagt Ueberholz.

Auch in der Fitness-Branche sind den Studio-Inhabern die Hände gebunden. „Weil viele Kunden verunsichert sind, wie und wann der Trainingsbetrieb endlich wieder aufgenommen werden kann, sich viele in Kurzarbeit befinden und nicht wissen, wie es finanziell weitergeht, ist die Kündigungsrate dementsprechend um einiges höher als sonst“, sagt Domenic vom Feld, Inhaber des Studios „Fit-Inn“. Sie seien jedem Kunden dankbar, der jetzt mit ihnen durchhalte.

Kontakte finden online statt

„Wir bieten jeden Tag online ein Work-out an“, sagt er, „aber gerade Menschen mit gesundheitlichen Problemen brauchen eigentlich deutlich mehr.“ Inzwischen verleiht Domenic vom Feld auch das Equipment an treue Kunden. „Alles was transportabel ist, kann geliehen werden“, sagt er, „viel mehr können wir nicht machen.“

Mitbewerber Andreas Neumann, Geschäftsführer im „Clever Fit“, will seine Kunden ebenfalls so gut wie möglich unterstützen: „Wir suchen den Kontakt über die sozialen Medien“, sagt er. Das Studio bietet Trainingspläne online an und unterstützt beim Thema Motivation.

Natürlich mache er sich Sorgen – anfangs habe es vermehrt Kündigungen gegeben, inzwischen habe das etwas nachgelassen. Gleichzeitig sei es in diesen Zeiten nicht möglich, diese Kündigungen durch Neukunden aufzufangen.

Kontakt zu den Kunden in der Krise suchen auch Sandra Diehl und Bettina Mark mit ihrem Unternehmen „Mark und Diehl Kosmetik“. „Wir haben genug Tränen vergossen, als das alles anfing“, sagt Sandra Diehl, „dann haben wir begonnen, umzudenken.“

Die Fachfrauen unterstützen nun ihre Kundinnen noch stärker für die Anwendung Zuhause. Nach dem ersten Lockdown seien sie über Wochen ausgebucht gewesen.

Das mache Hoffnung, dass die Kundinnen nach der Corona-Schließung zurückkommen.

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