Schulausschuss

Sekundarschule: Es herrscht Planlosigkeit

Lukas Schürger (l.) von Ingenieure Hitzler berichtet dem Schulausschuss über die geplanten Gesamtkosten. Foto: Peter Klohs
+
Lukas Schürger (l.) von Ingenieure Hitzler berichtet dem Schulausschuss über die geplanten Gesamtkosten.

Sinkende Anmeldezahlen und Abwanderung von Schülern stellen Stadt und Politik vor Herausforderungen.

Von Peter Klohs

Wermelskirchen. Der geplante Neubau der Sekundarschule an der Rot-Kreuz-Straße ist eines der Großprojekte, das die Stadt Wermelskirchen derzeit vor der Brust hat. So war dieses Projekt auch der zentrale Tagesordnungspunkt bei der Sitzung de Schulausschusses am Mittwochabend im Ratssaal.

Lukas Schürger vom beauftragten Ingenieurbüro Hitzler vermittelte den 20 Ausschussmitgliedern und zahlreichen Gästen die Entwicklung und neue Erkenntnisse zum Sekundarschul-Projekt. Insbesondere auf die Kosten ging Schürger ein, die sich durch diverse Flächenüberschreitungen erhöhen würden.

„Im Zuge der Überprüfung durch die Projekt-Steuerung wurden deutliche Überschreitungen zu den Flächen des Raumprogramms festgestellt“, erklärte der Ingenieur und ging auch auf die verschiedenen Flächenarten ein. Es handele sich um Nutzungs-, Verkehrs-, sowie Technikflächen. Das sei in dieser Größenordnung zuvor noch nicht zu ersehen gewesen.

Gebaut werden sollen, wie bereits berichtet, außer dem Schulgebäude noch eine Pausenhalle, ein Foyer, Vor- und Lagerräume. Schürger: „Alles inklusive, wobei auch die Baupreissteigerung sowie ein Risikozuschlag einbezogen worden ist, beläuft sich die Prognose der Gesamtkosten auf 47 Millionen Euro.“

Das Ingenieurbüro zeigte drei mögliche Szenarien auf, die für die mittelfristige Zukunft denkbar wären. In Variante A würde die Entwicklungsplanung mit geringen Anpassungen fortgeführt, was einen Baufertigstellung Mitte bis Ende 2024 bedeuten und eine Fortschreibung des Haushaltes bedingen würde.

Variante B würde eine moderate Anpassung des Planungsrasters bei gleichem Grundkonzept vorsehen. Die Kosten würden mit dieser Variante um etwa 3 bis 4 Millionen Euro gesenkt werden können, das Projekt würde dagegen um ein Jahr verzögert. Variante C geht schließlich von einer vollständigen Neuplanung aus. Der Bau der Sekundarschule wäre dann Ende 2027 bis Mitte 2028 fertiggestellt. Die jährlichen Betriebskosten würden sich laut Lukas Schürger nur unwesentlich verändern und lägen im Mittel bei allen Varianten zwischen 570 000 und 750 000 Euro. Eine genaueste Auflistung der angenommenen Kosten ließ das Ingenieurbüro folgen, von der Sprenkleranlage bis zu barrierefreien WCs.

Ortspolitiker und Schulleiter erbitten sich Bedenkzeit

Der Vorsitzende des Schulauschusses Jochen Bilstein (SPD) machte keinen Hehl daraus, dass derzeit völlig unklar sei, wie es mit der Sekundarschule nun weitergehe. Nach WGA-Informationen hatte es auch im Ältestenrat Diskussionen über die schlechten Anmeldezahlen gegeben, die die Sekundarschule bereits seit zwei Jahren beklagen muss. „Das ist eine Situation“, sagte Bilstein, „in der wir alle erst einmal inne halten und die Sachlage prüfen sollten. Eine Aussprache zum jetzigen Zeitpunkt halte ich nicht für zielführend.“ Der Ausschuss schloss sich dieser Meinung an.

Ergänzend berichtete Andreas Voß, Leiter des Jugendamtes und Fachgebietsleiter für Schulthemen bei der Stadt Wermelskirchen, von der Schülerentwicklung in der gesamten Stadt. Er berichtete von deutlichen Abwanderungen der Schüler hin zu Schulen in anderen Städten und erwähnte besonders Schulen in Odenthal und Hückeswagen. „Wir wollten diese Abwanderung auf unter 17 Prozent drücken“, berichtete Voß und gestand, dass die Stadt dieses Ziel nicht erreicht habe. „Die Abwanderungsquote ist aktuell bei 32 Prozent.“

Abschließend berichtete der Schulleiter der Sekundarschule, Dietmar Paulig, „Eines muss ich direkt klarstellen“, begann er seine Ausführungen, „auch ich weiß nicht, wie es weitergehen soll. Wir brauchen jetzt erst einmal Zeit, um darüber nachzudenken.“ Er zeigte sich indes davon überzeugt, dass „in Wermelskirchen erfolgreich Schule gemacht wird, wir aber dennoch Schüler verlieren. Wir als Schulen sind noch nicht fertig mit der Bewertung der Situation.“

Beratungen

Hochkonzentriert, teilweise jedoch auch sichtbar beeindruckt über die geplanten Gesamtkosten, verfolgten 20 Mitglieder des Schulausschusses die Berichterstattung zum Neubau einer Sekundarschule. Dass der Ausschuss keineswegs eine kurzfristige Entscheidung sucht, spricht für die Komplexität des Themas und derzeitige Ratlosigkeit der Beteiligten . Am Mittwochnachmittag fand zu diesem Projekt deshalb auch keine Aussprache der Ortspolitiker statt. Der nächste Sitzungstermin des Schulausschusses steht noch nicht fest.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Die Stadt Wermelskirchen sucht Wohnraum für Flüchtlinge
Die Stadt Wermelskirchen sucht Wohnraum für Flüchtlinge
Die Stadt Wermelskirchen sucht Wohnraum für Flüchtlinge
Ferdinando Erba singt im Bierhahn
Ferdinando Erba singt im Bierhahn
Ferdinando Erba singt im Bierhahn
Vorfreude auf die Wermelskirchener Musik-Tour ist groß
Vorfreude auf die Wermelskirchener Musik-Tour ist groß
Vorfreude auf die Wermelskirchener Musik-Tour ist groß
Statt auf Jamaika singt Ferdi im Bierhahn
Statt auf Jamaika singt Ferdi im Bierhahn
Statt auf Jamaika singt Ferdi im Bierhahn

Kommentare