Digitale Konzepte

Sekundarschule: Eltern sollen mitwirken

Moritz Lohmann, didaktischer Leiter der Sekundarschule, möchte die Eltern ins Boot holen und die Entwicklungen in der Schule für sie transparenter machen.
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Moritz Lohmann, didaktischer Leiter der Sekundarschule, möchte die Eltern ins Boot holen und die Entwicklungen in der Schule für sie transparenter machen.
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
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In Arbeitsgruppen will die Schulleitung digitale Konzepte erarbeiten.

Wermelskirchen. Dass die Sekundarschule in Wermelskirchen wahrscheinlich ein Auslaufmodell ist, das ist Lehrern wie Schülern und Eltern bewusst. „Aber wir blenden das aus und arbeiten konstruktiv weiter, als gäbe es kein Ende“, sagt der didaktische Leiter der Schule, Moritz Lohmann. „Das sind wir vor allem unseren Schülern schuldig.“

Von den Entscheidungsschritten, die gerade im Rathaus bezüglich der Planung für die neue Gesamtschule getroffen werden, bekomme die Schulleitung nichts mit. Sie würde auch nicht darüber informiert oder gar involviert, sagt Schulleiter Christian Schuldt auf Nachfrage. „Und auch deshalb, weil es viele Unsicherheiten gibt, möchten wir unseren Weg so beständig wie es eben möglich ist für die Schüler weitergehen“, sagt Schuldt.

Dazu gehört für Moritz Lohmann auch interne Weiterentwicklung. „Wir wünschen uns jetzt, die Eltern mehr einzubeziehen, damit sie hautnah mitbekommen, was hier intern passiert.“ In einem zwei Jahre dauernden Projekt wollen Lohmann und seine Kollegen Arbeitsgruppen einrichten, die die Digitalisierung der Schule einen Schritt nach vorn bringen sollen. „Und da sollen die Eltern sich einbringen“, sagt Lohmann. Die viele Arbeit, die in diesem Projekt stecke, sei auch dann nicht verloren, wenn die Sekundarschule in frühestens sechs Jahren auslaufe. Lohmann: „Von den Ergebnissen hätte ja dann auch die nachfolgende Schule etwas.“

Neben einer Steuerungsgruppe, in der Lehrer, Schüler und Elternvertreter sich regelmäßig treffen, um über die Schul- und Unterrichtsstrukturen zu sprechen und zu planen, soll es jetzt gezielte Arbeitskreise geben. Die Sekundarschul-Eltern wurden diese Woche bei Informationsabenden darüber informiert. „Wir wollen beispielsweise unsere Lernbüros moderner aufstellen, Schüler sollen digital ihre Woche und ihre Aufgaben planen“, nennt Moritz Lohmann ein Beispiel.

Auch Verwaltungsprozesse sollen vereinfacht werden. Zudem soll die Schule nach außen sichtbarer gemacht werden. Und: Mit Tablets, mit denen Schüler individuell lernen können, könnte man dem Platzmangel ausweichen, der sich in der Bauphase noch einmal verschärfen könnte. „Wir haben a jetzt schon zu wenig Differenzierungsräume“, berichtet der didaktische Leiter. „Wenn wir auf digitale Räume ausweichen, könnte das eine Lösung sein.“ Dazu sollen jetzt Anträge beim Träger gestellt werden. Lohmann: „Es besteht ja nicht nur die Möglichkeit, Tablets oder iPads neu zu kaufen, man kann sie ja auch leasen oder leihen.“

Die Arbeitskreise, in denen Lehrer, Schüler und Eltern mitwirken sollen, arbeiten an unterschiedlichen Themen: Unterricht, Schulgesundheit, das Stadtjubiläum oder die Verwaltung sind nur einige davon.

„Natürlich könnten und werden wir letztlich das Projekt auch ohne Eltern durchziehen“, räumt Moritz Lohmann ein. „Aber das möchten wir ja gar nicht. Wir möchten uns nach außen öffnen, den Eltern zeigen, was diese Schule trotz aller Unruhen, die wir bisher durchlebt haben, an Potenzial vorhält. Dazu möchten wie sie auf die Reise mitnehmen.“

2019 gründete sich die Steuerungsgruppe, die bereits viel auf den Weg gebracht hat und bei der zwei Elternteile mitgewirkt haben. „Das hat super funktioniert“, resümiert Moritz Lohmann. „Wir haben zum Beispiel Jahrgangsteams gebildet, in denen die genaue Planung für die jeweiligen Jahrgänge festgelegt wurde – Klausur- und Klassenarbeitstermine beispielsweise.“ Nun sei das Thema Digitalisierung an der Reihe. Ergebnisse sollen bis 2024 vorliegen. „Uns ist bewusst, dass das ein Mammutprojekt ist“, sagt Moritz Lohmann. „Aber das nehmen wir gern in Kauf. Denn unsere Schüler haben das verdient.“

Hintergrund

Teamschule:Seit Beginn des Schuljahres 2020/21 ist die Sekundarschule Teamschule. Eine Teamschule bedeutet, dass sich Jahrgangsteams herausbilden, die einen besseren Überblick haben.

Infos:Mehr Informationen für Eltern per Mail:

moritz.lohmann@sek-wk.de

Standpunkt von Anja Carolina Siebel: Chapeau für den Einsatz

anja.siebel@rga.de

Es wäre nur verständlich, wenn das Team der Sekundarschule nun sagen würde: „Wir machen noch das Nötigste, mehr aber auch nicht.“ Denn die Verwaltung als Schulträger hat in den vergangenen Jahren nicht eben dazu beigetragen, dass man sich als Pädagoge oder anderweitig Beteiligter dort in irgendeiner Form motiviert hätte fühlen können, weiterzumachen.

Teile der Gebäude sind völlig baufällig, entsprechende Hilferufe aus Lehrer- und Elternschaft verhallten aber über Jahre. Zwar wurde einiges repariert, aber längst nicht alles, was zum unbeschwerten Lernen nötig wäre. Und: Von den neuesten Entwicklungen bekommt das Sekundarschul-Team nichts mit.

Sich an einen Tisch setzen und über mögliche Fehler der Vergangenheit sprechen? Fehlanzeige. Im von der Schulverwaltung einberufenen Konzeptteam zur neuen Schule kommt die alte schlicht nicht vor. Chapeau, dass die Lehrer trotzdem so engagiert weitermachen.

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