Hobby

Seine Fotografien sind preisgekrönt

Bärin mit ihren drei Kindern.
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Bärin mit ihren drei Kindern.
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Paul Luntscher findet seine Motive in der Natur – und im Haus Eifgen.

Von Susanne Koch

Wermelskirchen. Eine Spiegelreflex-Kamera ist auf einem Stativ im Wohnzimmer aufgestellt. Sie weist direkt auf ein Hobby von Paul Luntscher hin. Von Kindesbeinen an hat sich das zu einer Leidenschaft von ihm entwickelt. Seinen ersten Fotoapparat erhielt er zur Konfirmation. „Die Kamera steht hier schon sehr lange auf dem Stativ“, sagt der ehemalige Mitarbeiter des Rechnungsprüfungsamtes.

Seit 13 Jahren ist er im Ruhestand. Und hat dadurch noch viel mehr Zeit fürs Fotografieren. An den Wänden hängen unter anderem auch seine beiden preisgekrönten Fotografien, zwei Marionetten baumeln an ihren Fäden unter den frei gelegten Hausbalken. Unzählige Bücher stehen in den Echtholzregalen. Und die große Fensterfront zeigt einen Blick auf die Terrasse, wo Vögel ums Futterhäuschen herumhüpfen.

Das erste preisgekrönte Bild hängt über dem Esstisch an der Längsseite: Eine Formation Ringelgänse, die von rechts kommend in das Bild hineinfliegt. Die Flügel der Gänse sind verwischt. „Das sollte ein Teil der Wirkung des Bildes werden“, sagt der 72-Jährige. „Ich habe beim Fotografieren die Kamera mitgezogen.“

Ein Vielfraß in Karelien.

Mit diesem Bild wurde er unter die zehn besten Plätze in der Kategorie „Ostatlantischer Vogelzug“ der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer und der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen aufgenommen, die den Wettbewerb ausgelobt hatten. 280 Fotografen hatten dazu in fünf Kategorien 900 Fotos eingereicht.

Mit seiner zweiten Fotografie, die über der schmalen Seite des Esstischs hängt, hat er im selben Wettbewerb in der Kategorie „Birds & Arts“ den ersten Preis bekommen. „Es ist eine Gruppe Lachmöwen, die auch nur verschwommen zu sehen ist“, sagt Paul Luntscher. „Einzig ein Möwenkopf mit dem Schnabel ist scharf fokussiert.“ Auch das Ergebnis habe er so gewollt. „Die Vernissage der Ausstellung im letzten Herbst war sehr schön“, sagt der Fotograf. „Und das Foto ist jetzt in den Jahreskalender aufgenommen worden.“

Ein Wolf in Karelien in Finnland.

Es gibt noch einen zweiten Jahreskalender, den Paul Luntscher sogar alleine produziert hat. „Es sind Porträts von Musikern, die alle im Haus Eifgen aufgetreten sind“, sagt der Fotograf. „Ich liebe den Blues und bin auch in der Kulturinitiative von Haus Eifgen engagiert. Der Erlös kommt der Arbeit des Kulturhauses zugute.“ Es sind außergewöhnliche Fotografien.

Die Familie Luntscher – Vater, Mutter, zwei Kinder – ist schon immer gerne zusammen gereist. „Und auf allen Reisen habe ich auch Fotos gemacht“, sagt der 72-Jährige. Gerne werden die nordischen Länder mit dem Wohnmobil befahren. „Mit den Kindern haben wir immer auch Kanus mitgenommen“, sagt er.

Der Fotograf auf der Suche nach immer neuen Motiven.

Vergangenen Sommer zog es ihn und seine Frau fünf Wochen nach Skandinavien, nach Karelien, Norwegen, dem Polarkreis und Schweden. In Karelien entstanden die Fotos mit der Bärenfamilie, dem Vielfraß und dem Wolf. „Meine Frau ergänzt mich sehr“, sagt er. „Sie kennt sich in der Ornithologie besonders gut aus und hat immer ein Spektiv dabei.“

Die Luntschers haben das Glück, in der Eifel ein Wochenendhaus zu besitzen. „Dort verbringen wir viel Zeit und ich fotografiere oft aus zwei Fernzelten heraus Bussarde, Füchse und Dachse.“ Die Bussarde habe er sogar ein klein wenig angefüttert, um entsprechende Aufnahmen zu machen. Er gehe aber auch hier in der Umgebung mit der Kamera auf Pirsch, beispielsweise im Eifgental und bei Schöllerhof. Nutrias und Eisvogel hat er hier schon vor die Linse bekommen.

Um sein Metier immer noch besser beherrschen zu lernen, besucht Paul Luntscher Workshops bei bekannten Fotografen. „Ich lerne immer wieder noch Neues dazu“, sagt Paul Luntscher. „Das Fotografieren macht einfach großen Spaß und fordert mich immer wieder neu heraus.“

Workshops

Paul Luntscher besuchte mehrere Workshops, um seine Fotografie zu optimieren. Unter www.zeitweise.art finden interessierte Leserinnen und Leser Informationen über Fotografen, wie beispielsweise Klaus Tamm aus Wuppertal, die ihr Wissen an Kursteilnehmer weitergeben.

Standpunkt von Susanne Koch: Ein sehenswertes Hobby

susanne.koch@rga.de

Die digitalen Kameras und darüber hinaus erst recht die Handys, die heutzutage ausgezeichnete Kameras für Nutzerinnen und Nutzer anbieten, hat die Fotografie der „normalen“ Menschen noch einmal in andere Sphären katapultiert. Nie war es so einfach, Fotos zu machen und diese dann sofort zur Verfügung zu haben.

Wer aber gerne Tier- und Naturaufnahmen machen möchte, der braucht erst einmal Geduld. Geduld, um den Tieren Zeit und Raum zu lassen, ans eigene Versteck, an die eigene Tarnung heranzukommen. Erst dann kann die Fotografin, der Fotograf die seltenen Aufnahmen machen, wie es zum Beispiel Paul Luntscher zeigt. F

ür das Bärenfoto hielt er sich in eine Ansitzhütte 14 bis 15 Stunden versteckt. Aus Sicherheitsgründen wurden er und seine Frau dorthin gebracht und auch wieder abgeholt. Wer sich in diese Richtung orientieren möchte, sucht am besten Informationsmaterial und Workshops.

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