Asterweg

Sechs Granaten per Sprengung beseitigt

Sven Geuenich (v. l.), Volker Gerhardt und Wolf Kleefisch haben die Grube nach der Sprengung wieder zugeschüttet. 
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Sven Geuenich (v. l.), Volker Gerhardt und Wolf Kleefisch haben die Grube nach der Sprengung wieder zugeschüttet. 

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst war am Dienstag am Asterweg erneut im Einsatz.

Von Alexandra Dulinski

Wermelskirchen. Rund um den Sportplatz Asterweg klingelte das Ordnungsamt am Dienstagvormittag erneut an den Türen: Wie bereits in der vergangenen Woche mussten Granaten aus dem Zweiten Weltkrieg, die auf dem ehemaligen Sportplatz gefunden wurden, gesprengt werden – insgesamt sechs englische Handgranaten, wie Sprengmeister Marcel Biewald berichtete. „Die sind schon sehr gefährlich“, wusste der Sprengmeister. Aber er gab Entwarnung: Gefahr für die Anwohner habe zu keinem Zeitpunkt bestanden.

Sprengmeister Marcel Biewald kam für die Sprengung aus Kerpen.

In einer Grube von knapp 1,80 Meter Tiefe wurden die Granaten sicher abgelegt, mit Sprengladung versehen – und anschließend gesprengt. Schwierigkeiten gab es keine. „Wir unterscheiden bei Kampfmittelfunden zwischen transportsicher und nichttransportsicher“, erklärte Biewald den Hintergrund. Transportsichere Funde werden in ein Lager gebracht und dort unschädlich gemacht. Handgranaten dagegen müssen vor Ort gesprengt werden.

„Die Alliierten haben im Zweiten Weltkrieg Luftbilder gemacht.“

Daniel Steiner, Ordnungsamt

Wird auf einer Fläche neu gebaut, ist die Überprüfung der Areale eine Routineaufgabe. „Jedes Mal, wenn ein größerer Bodeneingriff vorgenommen und schweres Gerät eingesetzt wird, findet vorher eine Kampfmittelüberprüfung statt“, erklärte Daniel Steiner, beim Ordnungsamt zuständig für die Kampfmittelbeseitigung. Das passierte so auch im Baugebiet Meisenweg.

Mithilfe von Luftbildaufnahmen der Bezirksregierung Düsseldorf werden Gefahrenstellen ausfindig gemacht. „Die Alliierten haben im Zweiten Weltkrieg Luftbilder gemacht. Wir können sehen, ob hier mal ein Schützengraben war oder ein Munitionslager oder ob es einen Bombenabwurf gegeben hat“, sagte Steiner.

Der Meisenweg wurde für die Dauer der Sprengung gesperrt. Eine Bodenuntersuchung ist für Paul Engelbracht und Daniel Steiner Routine.

Wird ein Ort als Verdachtsfläche eingestuft, überprüft ein durch die Regierung beauftragtes Privatunternehmen den Boden. „Wir haben eine Oberflächendetektion vor drei Wochen durchgeführt“, berichtete Sven Geuenich von der Firma Röhll, die für die Kampfmittelräumung zuständig ist. Dabei wurde eine Sonde eingesetzt, mit der die Fläche abgefahren wurde. „So konnten wir Störungen im Erdmagnetfeld feststellen“, sagte Geuenich.

Viel zu Hören gab es von der Sprengung allerdings nicht. Bereits um kurz vor elf Uhr kam die Entwarnung für die Anwohner – die Granaten wurden sicher gesprengt. „Es gab dabei keine Schwierigkeiten“, sagte Marcel Biewald. Im Vorfeld wurden die Anwohner dazu aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben und die Rollläden herunterzulassen. „Das ist nur eine Sicherheitsmaßnahme, falls doch mal Steine fliegen sollten“, erklärte Daniel Steiner.

„Das hätte keiner gedacht, dass unter dem Sportplatz, auf dem jahrelang gespielt wurde, noch etwas liegt“, fasste Daniel Steiner zusammen. Schon vergangene Woche sei klar gewesen, dass das Kampfmittelbeseitigungsteam noch einmal anrücken muss – nur wann genau, war unklar. Dass die Anwohner aber noch einmal mit einem Besuch des Ordnungsamtes rechnen müssen, sei unwahrscheinlich. „Die Fläche ist jetzt überprüft, da wird ziemlich sicher nichts mehr drin sein“, erklärte Steiner. Der Eigentümer bekomme nun Bescheid, dass die Fläche bebaut werden darf. Dass in Wermelskirchen überhaupt Granaten oder Bomben gefunden werden, sei „ganz ganz selten“, wie Paul Engelbracht, stellvertretender Leiter des Ordnungsamtes erklärte: „Richtige Bomben wurden über Wermelskirchen gar nicht abgeworfen.“

Die Mitarbeiter der Firma Rhöll haben nach der Sprengung die Grube wieder zugeschüttet – zu sehen ist nichts mehr.

Hintergrund

Die Kampfmittelbeseitigung ist Aufgabe der örtlichen Ordnungsbehörden. Zur Unterstützung unterhält das Land in den Regierungsbezirken Düsseldorf und Köln einen Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD), dessen Aufgabe die Kampfmittelbeseitigung im Vorfeld von geplanten Baumaßnahmen ist.

Standpunkt

alexandra.dulinski@rga.de

Kommentar von Alexandra Dulinski

Wann oder wo eine Granate oder gar eine Bombe gefunden wird, sucht sich keiner aus. Umso besser ist es, dass Kampfmittelbeseitigungsdienst und Sprengmeister spontan reagieren und für die nötige Sicherheit sorgen können. Unbestritten ist, wie wichtig diese Flexibilität ist. Gerade wenn man sich einmal klarmacht, wie viele Kinder und Sportler sich jahrelang unbedarft auf dem Sportplatz ausgetobt und ausgepowert haben – nur wenige Meter über den versteckten Handgranaten im Boden. Ist der Krieg auch noch so lange her, ein Bombenfund kann dennoch jederzeit und überall für Aufruhr sorgen. Deswegen dürfen wir auch in Zukunft auf keinen Fall auf eine vorherige Überprüfung der Bauflächen verzichten. Lieber einmal zu viel überprüfen als einmal zu wenig, ist genau das, was hier gilt. Für die Anwohner rund um den Meisenweg und den Sportplatz waren die Sprengungen vergangene und diese Woche mit Sicherheit aufregend. Für sie kehrt nun hoffentlich Ruhe ein – mit dem Wissen, dass das Gebiet nun garantiert granatenfrei ist.

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