Schwerpunktpraxis soll beim Hausarzt sein

Dr. Hans-Christian Meyer (kleines Foto) würde gern so schnell wie möglich die Hausarztpraxen involvieren. Archivfotos: Christian Beier/Jürgen Moll
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Dr. Hans-Christian Meyer (kleines Foto) würde gern so schnell wie möglich die Hausarztpraxen involvieren. Archivfotos: Christian Beier/Jürgen Moll

Das Bürgerzentrum könnte als Verteilzentrum für die Impfstoffe dienen

Von Anja Carolina Siebel

Wie genau das alles laufen soll mit dem Impfen vor Ort, darüber sind sich Stadtverwaltung und Kreis noch nicht ganz einig. Dass es eine Schwerpunktpraxis in Wermelskirchen geben wird, steht aber fest. Das bestätigt am Dienstag Birgit Bär, Krisenstabssprecherin des Rheinisch-Bergischen Kreises.

„Wir könnten uns vorstellen, dass es für die Terminvergabe entweder eine Hotline oder Online-Module gibt, unter denen sich die Menschen dann eintragen können“, sagt Bär. Ähnlich soll es auch schon mit der Terminvergabe für die Lehrer und Erzieher ablaufen. „Die jeweiligen Träger werden in den nächsten Tagen von uns informiert.“

Eine Voraussetzung müsse allerdings erfüllt sein, um als Kreis oder kreisfreie Stadt die ergänzenden Schwerpunktpraxen einrichten zu können: Das Impfzentrum muss voll ausgelastet sein. In Bergisch Gladbach wären das vier Impfstraßen, die derzeit noch alles andere als ausgelastet sind. „Wir gehen aber fest davon aus, dass sich das mit den Impfstoffmengen, die uns in den nächsten Tagen und Wochen erreichen werden, schlagartig ändern wird“, versichert Birgit Bär.

„Die Mehrzahl meiner Patienten würde sich sofort impfen lassen.“

Tobias Hopff, Sprecher der Hausärzte

Gleichwohl seine Praxis an der Berliner Straße zunächst zur Diskussion stand, als Schwerpunktpraxis zu dienen, ist Dr. Hans-Christian Meyer, leitender Impfarzt des Nordkreises, von dieser Idee nicht begeistert. „Das alles in einer Praxis zu stemmen, das ist kaum möglich“, sagt auch der CDU-Ortsvorsitzende Stefan Leßenich, der sich unter anderem für die Installation der Schwerpunktpraxis eingesetzt hatte. „Gut wäre allerdings, wenn die Koordination bei dieser einen Praxis läge.“

Das Impfen, da sind sich alle Beteiligten einig, soll eigentlich in mehreren Hausarztpraxen passieren. Deshalb haben Verwaltung und Politik sowie die Impfärzte auch noch nicht von der Idee gelassen, als Stadt Wermelskirchen zur Modellkommune zu werden, in der dann flächendeckend in den Hausarztpraxen gegen das Coronavirus geimpft würde. In Niedersachsen, dem Saarland und Mecklenburg Vorpommern gibt es wie berichtet solche Modellversuche schon.

Auch Tobias Hopff, Sprecher der Wermelskirchener Hausärzte, ist überzeugt davon, dass das Hausarztmodell das richtige ist. „Ein Großteil von uns Niedergelassenen würde sofort beginnen, in die Breite zu impfen, wenn uns das möglich wäre“, sagt der Dabringhauer Hausarzt, der neben seiner Praxistätigkeit als Impfarzt arbeitet. „Die Menschen sind auch einfach müde geworden nach dem langen Lockdown. Die Mehrheit meiner Patienten würde sich sofort impfen lassen.“

Die niedergelassen Haus- und Fachärzte im Rheinland seien ebenfalls in großer Anzahl bereit, zukünftig in ihren Praxen Impfungen gegen das Coronavirus durchzuführen. Das teilt die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) am Dienstag mit. Anlässlich einer Online-Befragung durch die Kassenärztliche Vereinigung hätten rund 4500 Niedergelassene ihre grundsätzliche Bereitschaft erklärt – darunter mehrheitlich Hausärzte, aber auch Frauenärzte, Orthopäden, HNO- und Kinderärzte. Bezogen auf ganz Nordrhein würde damit fast die Hälfte der knapp 8800 ärztlichen Praxen in den eigenen Räumlichkeiten Impfungen anbieten wollen.

Mehr als die Hälfte der Praxen gab demnach an, mindestens 50 Corona-Schutzimpfungen pro Woche durchführen zu können. Bevorzugte Impftage wären vor allem der Mittwoch- und Freitagnachmittag. Hier wären separate Impfsprechstunden für die Ärztinnen und Ärzte am besten zu realisieren. Die reine Online-Befragung der KV Nordrhein lief vom 11. bis 28. Februar 2021. Angeschrieben wurden alle zugelassenen Ärzte, die im Arztregister eine E-Mail-Adresse hinterlegt haben. | Standpunkt

Hintergrund

In den Arztpraxen müsse so bald wie möglich mit flächendeckenden Corona-Schutzimpfungen begonnen werden. Das fordert die Kassenärztliche Bundesvereinigung. Ansonsten könnten bald Millionen Impfdosen nicht verimpft werden, betonte der Vorstand der KBV Mitte Februar. Er nahm Bezug auf eine wissenschaftliche Analyse, nach der die Impfzentren es alleine nicht schaffen würden.

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