Schuldebatte: Ein bitterer Beigeschmack

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Mein Blick auf die Woche

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Von Anja Carolina Siebel

Viele Fragen sind bei der Diskussion um die neue weiterführende Schule in Wermelskirchen derzeit wieder offen. Zwar sieht es danach aus, dass es eine Gesamtschule werden wird, die am Standort Wirtsmühler Straße angesiedelt werden soll. Mit dem Besuch der Eltern, Lehrer und Schüler der jetzigen Sekundarschule im Schulausschuss nimmt die Debatte aber noch mal eine andere Wendung. Und es bleibt ein bitterer Beigeschmack. Denn die Schilderungen über marode Klassenräume, Unsicherheit in der Schüler- und Elternschaft und ein zunehmend demotiviertes Lehrerkollegium sind absolut glaubhaft, wurden sie doch nicht nur in aller Deutlichkeit, sondern auch von allen Beteiligten in gleichem Maße vorgetragen. Es waren nicht Einzelne, die sich da beschwert haben, es war die gesamte Sekundarschul-Crew. Es stellt sich die Frage, warum die Mehrheit der Kommunalpolitiker und vor allem die Verwaltung sich nicht vorher um die Belange gekümmert haben. Warum sie Bedenken offenbar nicht ernst genommen und das konstruktive Gespräch mit den offenbar über die Lage verzweifelten Beteiligten intensiv aufgenommen haben. Die Grünen hatten indes den Kontakt zum Team der Sekundarschule gesucht. Ihre Position, die die Interessen der jetzigen Schüler, Eltern und Lehrer der Sekundarschule mit einbezieht, wurde während der jüngsten Schulausschusssitzung vor allem von zwei Mitgliedern der CDU aber torpediert und zum Teil sogar höhnisch verlacht. Bedenken der Schüler über das Lernen im Baulärm und marode Klassenräume sowie Berichte der Lehrer über mangelnde Motivation von Kollegen, sich an einer „Baustellen-Schule“ für den Job zu engagieren, wurden weggewischt. Um möglichst schnell zur Tagesordnung überzugehen und die Neugründung der Schule zu beschließen. Ein Beschluss, der den jetzigen 81 Lehrern eine symbolische Absage erteilt. Wenn man es so will, eine Ohrfeige. Denn wer die Sekundarschule an den zahlreichen Tagen der offenen Tür oder bei Veranstaltungen besucht hat, wird sich erinnern, dass Lehrer und viele Eltern motiviert dafür eingestanden sind, den Bestand und Erfolg der Schule zu gewährleisten. Das Scheitern der Schulform jetzt auf die Lehrerschaft und das pädagogische Konzept der Wermelskirchener Schule zu schieben – wie es die genannten Mitglieder der CDU während der Ausschusssitzung getan haben – ist schlichtweg schwach und respektlos. Studien zeigen, dass es Sekundarschulen im gesamten Bundesgebiet schwer haben, unter anderem weil Eltern ihre Kinder eher auf eine Schule schicken möchten, die eventuell die Perspektive des Abiturs bietet, also eine Gesamtschule. Ob eine Wermelskirchener Gesamtschule letztlich Erfolg haben wird, bleibt unter den jetzt gegebenen Voraussetzungen abzuwarten.

Viel Hilfe für die Menschen in der Ukraine.

Geflü- gelpest ist auf dem Vor- marsch.

anja.siebel @rga.de

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