Schüler stellten Bundestagskandidaten auf den Prüfstand

Die Schüler des Gymnasiums stellten gestern die Bundestagskandidaten von CDU, SPD, FDP und Grünen bei der WGA-Podiumsdiskussion auf den Prüfstand. Vor einigen Wochen lud der WGA in Kooperation mit dem Gymnasium zur Podiumsdiskussion mit den Bürgermeisterkandidaten ein.

Die Kommunalwahl ist seit vergangenen Sonntag Schnee von gestern. Die Bundestagswahl steht vor der Tür. Am 27. September gibt es einen erneuten Urnengang, bei dem das Parlament in Berlin gewählt wird. Deshalb hatten WGA und Schule gestern erneut zur Podiumsdiskussion ins Pädagogische Zentrum des Gymnasiums geladen.

90 Minuten diskutierten die Jugendlichen mit den Bundestagskandidaten Christian Lindner (30 Jahre, FDP), Harald Wolfert (53, Grüne), Wolfgang Bosbach (57, CDU) und Lasse Pütz (27, SPD) - die Kandidaten für den Wahlkreis 101 (Rheinisch-Bergischer Kreis). Die Moderation übernahm WGA-Redaktionsleiter Thomas Wintgen.

Nachdem die Kandidaten sich kurz vorgestellt hatten, ließen sich die Gymnasiasten nicht lange bitten und stellten ihre Fragen.

Den Auftakt machte Marius Bielefeld und forderte in der Schule mehr Raum für die Persönlichkeitsbildung. "Es bleibt für uns kaum Zeit für Musik, Kunst oder Sport. Im Sozial- und Bildungsbereich fehlen Investitionen", stellte er fest. Persönlichkeitsbildung und Leistungsanforderung Christian Lindner, der selbst vor elf Jahren an der Stockhauser Straße das Abitur gemacht hat, widersprach nicht direkt. Er betonte aber, dass es eine kluge Balance von Persönlichkeitsbildung und Leistungsanforderung geben müsse. "Individuelle Bildung ist entscheidend für das, was wir einmal später machen", stellte er fest.

"Alles, was wichtig ist, erarbeiten wir mit unserem Kopf", unterstützte Wolfgang Bosbach die Ausführungen seines FDP-Kollegen. Die Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur auf zwölf Jahre und die daraus resultierende Überfrachtung der Lehrpläne wertete Lasse Pütz hingegen als eine Ursache für die Verringerung der Freiräume in der Schule. "Gute Bezahlung für gute Arbeit." Jennifer Becker, Schülerin Patrick Held fragte, wie es sein könne, dass eine Frisörin wegen ihres geringen Verdienstes auf ergänzendes Arbeitslosengeld II angewiesen sei. Auch Jennifer Becker forderte für Arbeitnehmer: "Gute Bezahlung für gute Arbeit." Maureen Otte fragte, wie das zu den Millionen-Gehältern und Boni von Managern passe?

Harald Wolfert wie auch Lasse Pütz sprachen sich für Mindestlöhne aus. 7,50 Euro Stundenlohn forderte der Grüne. Lindner und Bosbach sehen in Mindestlöhnen hingegen eine Gefahr für Arbeitsplätze.

Christian Lindner wertete das von der Rot-Grünen-Regierung noch auf den Weg gebrachte, ergänzende ALG II als "eine gute Idee. 70 Prozent haben nach einigen Monaten einen richtigen Job". Bosbach: "Das Gehalt ist immer auch eine Frage von Angebot und Nachfrage." Dabei verwies er auf die steigende Zahl der Auswanderer. 150 000 pro Jahr, weil "es sich für sie in Deutschland nicht mehr lohnt".

Übereinstimmend sagten alle vier Kandidaten, dass bei Boni-Zahlungen an Manager nicht der kurzfristige Erfolg Kriterium sein dürfe. Bosbach: "Wo Bonus draufsteht, muss auch ein Malus drin sein."

Ein weiterer Themenkreis, den die Jugendlichen ansprachen, waren die Studiengebühren und die Probleme bei der Bewerbung für einen Studienplatz. Jennifer Becker führte beispielsweise das Dilemma durch Mehrfachbewerbungen an.

Christian Lindner verteidigte die Studiengebühren, die nicht von Bafög-Empfängern bezahlt werden müssten. Die Universität Köln habe durch die Gebühren 50 zusätzliche Professoren benennen können. Auch hier widersprachen Lasse Pütz und Harald Wolfert, der das Studium als gesellschaftliche Aufgabe definierte. Das letzte Wort hatten zwei Gymnasiasten Abgeschlossen wurde die Podiumsdiskussion mit den Statements der vier Bundestagskandidaten zu den Themen Lobbyisten und Atomenergie. Bosbach und Lindner sehen die Arbeit der Lobbyisten durchaus als positiv. Lasse Pütz kritisierte, dass ganze gesellschaftliche Gruppen wie Arbeitslose keine Lobbyisten hätten.

Das letzte Wort hatten zwei Schüler. Felix vom Stein stellte fest: "Die kleinen Leute sind gar nicht der Position, ihren Lohn verhandeln zu können." Und Patrick Held appellierte: "Statt Glühbirnen abzuschaffen, sollte man sich mit den Leuten in Vietnam oder China über das Klima auseinandersetzen."

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Realschule feiert runden Geburtstag
Realschule feiert runden Geburtstag
Realschule feiert runden Geburtstag
Die Realschule verabschiedet sich
Die Realschule verabschiedet sich
Die Realschule verabschiedet sich

Kommentare