Schüler setzen ein starkes Signal – und senden Signale

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Die Woche

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Von Alexandra Dulinski

Den jungen Menschen in unserem Land ist nicht egal, was in der Politik passiert. Das zeigt die simulierte Bundestagswahl der Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Wermelskirchen deutlich. 330 Schüler haben an der Wahl teilgenommen, im Vorfeld Wahlprogramme gewälzt und miteinander verglichen. Die Ergebnisse sind eindeutig. Mehr als ein Drittel, 35,6 Prozent der Schüler, sehen die FDP vorne, 25,7 Prozent setzen auf die Grünen. SPD und CDU stehen mit einigem Abstand auf den Plätzen drei und vier. Die Verbotspolitik der Grünen fürchten die Schüler, es gibt zu vieles, auf das sie verzichten müssen. Wollen die Grünen Anreize für E-Autos schaffen, stellt sich ihnen die Frage, wie sie sich das überhaupt leisten sollen. Ähnliches gilt für steigende Spritpreise. Also blicken sie auf die anderen Parteien im Wahlkampf. Bei der FDP überzeugt ein Punkt die Schüler ganz massiv: Digitalisierung. Schon lange sind Schreibblock und Kugelschreiber bei den Gymnasiasten in der Q2 in Wermelskirchen abgeschrieben. Die meisten von ihnen nutzen Tablets. Selbst die Bücher bleiben zu Hause. Stattdessen werden die Seiten einfach vorher abfotografiert und Material aus dem Internet heruntergeladen. Warum sie das Thema Digitalisierung so interessiert, ist klar: Weil es sie ganz direkt und tagtäglich betrifft. Und weil Digitalisierung in Zukunft nicht weniger wird.

Interessant ist, wie die Parteien bei der simulierten Wahl die Jugendlichen erreicht haben. Nämlich genau über die Digitalisierung. Soziale Netzwerke sind hier das Stichwort. Über die Plattform Tiktok, ein Videoportal für Musik- und Videoclips, wurde FDP-Chef Christian Lindner regelrecht zum Idol der Jugendlichen. Was bei ihm geht, klappt mit Sicherheit auch bei den anderen Parteien – wenn sie denn nur wollten. Denn um die jungen Menschen für Politik zu begeistern, müssen sie erreicht werden. Und das geht bei der jungen Generation nicht mehr über Talkshows oder Wahlduelle zur Primetime. Podcasts sind angesagt. Das eben genannte Tiktok. Fragerunden auf Jodel – eine App, bei der anonym Beiträge oder Fotos geteilt, geliked und kommentiert werden können. Netflix und Amazon Prime stehen hoch im Kurs, das normale Fernsehen verliert dagegen das Interesse der jungen Wähler und der Schüler, die in wenigen Jahren zum ersten Mal ihr Kreuzchen setzen dürfen. Die Parteien werden nicht darum herumkommen, solche Plattformen für den Wahlkampf zu nutzen. Und wer früh damit anfängt, vereint die Wählerstimmen hinter sich, noch bevor die Schüler jemals ein Wahllokal betreten haben.

Kunstverein hat Pläne zur Neuorientierung.

Geschichtsverein stampft sein Buchprojekt ein.

alexandra.dulinski@ rga.de

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