Schnellbus-Aus: Kreis ist lange im Bilde

Eine Schnellbuslinie von Wipperfürth über Wermelskirchen bis Leverkusen wird es wohl so schnell nicht geben. Geplant ist jetzt die SB 24. Foto: Udo Teifel
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Eine Schnellbuslinie von Wipperfürth über Wermelskirchen bis Leverkusen wird es wohl so schnell nicht geben. Geplant ist jetzt die SB 24.

Bevor der Förderantrag für eine Linie Wermelskirchen-Leverkusen-Köln abgeschickt wurde, war das Geld aufgebraucht

Von Udo Teifel

Die Verteilung der Fördermittel für neue Schnellbuslinien verlief für Außenstehende schon ein bisschen befremdlich. Bevor überhaupt die Terminfrist für das Förderende im März 2021 ablief, war der Topf schon Ende 2020 ausgeschöpft. Das ergab die Recherche unserer Redaktion. Das Ergebnis ist bekannt: Der Rheinisch-Bergische Kreis bekommt als Antragssteller kein Geld, weil er erst im Frühjahr 2021 einen Antrag stellte – und damit gibt’s wohl frühestens nach 2025 zwischen Wermelskirchen nach Leverkusen und Köln eine Schnellbusverbindung. Denn dann wird eine neue Förderrunde erwartet.

Dreimal im Jahr treffen sich Aufgabenträger des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), um sich auszutauschen. Teilnehmer ist damit auch die Kreisverwaltung. Die Aufgabenträger bei der Schnellbusförderung wussten früh, dass der Topf leer ist, seitdem im Zweckverband im Juni 2020 der Beschluss gefasst wurde, welche der 13 Linien zum Start des Programms gefördert werden.

„Wir hoffen, dass das Land NRW noch mal Geld nachlegt.“

Benjamin Jeschor, Sprecher des Zweckverbandes Nahverkehr Rheinland

Das wurde aber vom Kreis nie so an die Politik kommuniziert, zeigte sich ein Politiker überrascht über diese Information. Benjamin Jeschor, Sprecher des Zweckverbandes Nahverkehr Rheinland, gegenüber der Redaktion: „Diese Information über den Beschluss wurde von uns anschließend in den Treffen des Zweckverbandes mit den ÖPNV-Aufgabenträgern auch stets wieder betont.“ Dennoch wird den Aufgabenträgern, die nicht zum Zuge gekommen waren, trotz des leeren Topfes empfohlen, Anträge zu stellen. „Wir vom Zweckverband Nahverkehr Rheinland hoffen, dass das Land NRW noch mal Geld nachlegt. Dann hätten die Antragsteller, die nicht bis zum 31. März 2021 erfolgreich waren, eine Chance“, sagt der Sprecher.

Insgesamt liegen jetzt drei Anträge für Schnellbuslinien vor, die zwar rechtzeitig zum Stichtag 31. März 2021 eingegangen waren, aber nicht zum Zuge kamen.

Der Förderantrag des Rheinisch-Bergischen Kreises, so bestätigte der Sprecher, wäre förderfähig gewesen, wenn er schon im Juni 2020 vorgelegen hätte. „Er ist es auch weiterhin, wenn der Kreis daran festhält.“

Der Zweckverband könne keine Aussage darüber treffen, ob das Land NRW den Topf für die Schnellbusförderung erhöhen werde. „Ausgeschlossen ist das nicht“, sagt Benjamin Jeschor. Seiner Einschätzung nach sei die Landesregierung sehr interessiert am Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs auch in der Region.

CDU und Grünen im Kreis wollen jetzt mit einem Antrag zur Einrichtung eines Schnellbusses zwischen Wermelskirchen und Leverkusen-Mitte wohl den Faupax der Kreisverwaltung ausbügeln. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Johannes Dünner hatte jüngst einen solchen Antrag im Gespräch mit unserer Redaktion angekündigt. Zu dem Zeitpunkt befand er sich aber noch in der Abstimmung. Die Kreisverwaltung soll beauftragt werden, die Gespräche mit der Stadt Leverkusen und den beteiligten Busunternehmen zur Einrichtung eben dieser Schnellbuslinie zu intensivieren. Denn die Umsetzung soll zum Fahrplanwechsel im Dezember 2021 erfolgen.

Da die Bezuschussung der ursprünglichen Linie von Wipperfürth über Hückeswagen, Wermelskirchen und Burscheid bis Leverkusen ohne eine Mitfinanzierung des Zweckverbandes Nahverkehr Rheinland vom Oberbergischen Kreis und der Stadt Leverkusen laut CDU/Grünen nicht unterstützt werde, soll ein Schnellbus (SB 24) von Leverkusen bis Busbahnhof Wermelskirchen über Burscheid eingesetzt werden. Reisezeiten und die Anforderungen entsprächen zwar nicht einer Schnellbuslinie, das wäre aber, so die Fraktionen, eine „deutliche Verbesserung gegenüber dem jetzigen Zustand“.

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