Ehemaliges Tagungshotel

Schloss Haniel öffnet nicht vor Herbst

Das ehemalige Tagungshotel wird zu einer Fachakutklinik für traumatisierte Soldatinnen und Soldaten, Mitarbeitern der Bundeswehr und Bündnispartner umgebaut.
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Das ehemalige Tagungshotel wird zu einer Fachakutklinik für traumatisierte Soldatinnen und Soldaten, Mitarbeitern der Bundeswehr und Bündnispartner umgebaut.
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Totalrenovierung des geplanten Gesundheitszentrums kostet rund 15 Millionen.

Von Susanne Koch

Wermelskirchen. Geöffnet wird das Gesundheitszentrum Schloss Haniel frühestens im Herbst. Das ehemalige Tagungshotel Maria in der Aue wird derzeit umfangreich renoviert und umgebaut. Ein Gesundheitszentrum für traumatisierte Soldatinnen und Soldaten soll dort entstehen. Das Gelände ist derzeit von einem Bauzaun umgeben, der die Anlage sichern soll und den weidenden Schafen Schutz bieten. „Aber auch das spätere Gesundheitszentrum wird abgesichert werden“, sagt Christoph Möller, der Pressesprecher des Projektes.

„Aus dem ursprünglich geplanten Facelift ist inzwischen eine Totalrenovierung geworden“, sagt der PR-Agent. „Die Investitionssumme beträgt voraussichtlich 15 Millionen Euro.“ Die Bestandsanlagen seien veraltet gewesen und in Folge der neuen energetischen Lage nicht mehr tragbar. Es sei einiges zu tun.

Aufgrund der aktuellen Situation im Baugewerbe käme es immer wieder zu Verspätungen, weil einzelne Gewerke noch anderweitig eingesetzt sind. „Der Architekt kommt übrigens aus Wermelskirchen“, sagt Christoph Möller. Derzeit wird an vielen Stellen gleichzeitig gebaut.

Beispielsweise werde ein neues Heizhaus aufgebaut. „Alle Zimmer im Schloss, das heißt die Bäder, die Zimmer selber und die Böden, werden neu gestaltet. Neue Elektroinstallationen werden gelegt, eine neue Brandmeldeanlage installiert, neue Notrufsysteme werden eingebaut und neue Küchen“, sagt Christoph Möller. Da sei noch eine ganze Menge zu tun.

Die bereits eingestellten Mitarbeiter sind auf andere Standorte verteilt worden.

Christoph Möller, Sprecher

Für das ursprünglich geplante Gesundheitscamp für adipöse Kinder und Jugendliche wurden schon Mitarbeiter eingestellt. Denen sei nicht gekündigt worden. „Die bereits eingestellten Mitarbeiter werden weiter beschäftigt und sind aktuell auf andere Standorte verteilt worden“, sagt Christoph Möller.

Das Gesundheitscamp wird jetzt angelegt zu einer Fachakutklinik für die allgemeinpsychiatrische, psychotherapeutische und psychosomatische Rehabilitation von Posttraumatischer Behandlungsstörung. Eingesetzt wird ein Konzept zur Rehabilitation, das speziell auf Soldatinnen und Soldaten, Angehörige der Bundeswehr und für Bündnispartner ausgerichtet ist. Viele verschiedene Therapieansätze, Entspannungs- und Körpertechniken sollen den betroffenen Menschen helfen. „Das oberste Ziel ist das Vermeiden von Chronifizierung der psychischen Störung“, steht auf der Internetseite.

Das Nebengebäude ist ein Pop-up-Baustellen -Hotel.

Christoph Möller

Den verletzten Soldatinnen und Soldaten sollen in einer ganzheitlichen, komplexen Behandlung die Möglichkeit gegeben werden, ihre Gesundheit wiederherzustellen und Heilung zu erfahren. „Grundvoraussetzung ist, die Patientinnen und den Patienten in einem wohlwollenden Ambiente aufzufangen und ihnen genügend Zeit einzuräumen, um in einem therapeutischen Rahmen neue, heilende Erfahrungen erleben zu können“, erläutert die Homepage des Schlosses Haniel. Dazu gehöre auch der Umgang mit Sterben und Tod und mit Schwerverletzten.

Die Zimmer im Nebengebäude sind bereits fertig renoviert. „Es ist jetzt ein Pop-up-Baustellen-Hotel“, sagt der Sprecher Christoph Möller. „Bei dieser Gelegenheit werden die Abläufe des Personals, der Küche etc. geprüft.“

Geschichte

1927/1928 ließ der Großindustrielle Karl Haniel das Schloss, genannt „Das große Haus“, nahe der Dhünn als Jagd- und Gästehaus im barocken Stil nach Plänen des Berliner Architekten Otto Walter für 16 Millionen Reichsmark (umgerechnet rund 55 Millionen Euro) erbauen. Eine Orgel mit 20 Registern (Kosten: 40  000 Mark) ergänzte das mit vielem ausgestattete Haus.

www.gesundheitscamp-schlosshaniel.de

Standpunkt von Susanne Koch: Etwas Geduld ist nötig

susanne.koch@rga.de

Das Tagungshotel Maria in der Aue hatte Ende vergangenen Jahres geschlossen. Der neue Inhaber ist gerade dabei, es mit dem Namen Schloss Haniel von Grund auf zu renovieren. Entstehen soll jetzt eine Fachakutklinik Klinik für Menschen, die unter einem Posttraumatischen Belastungssyndrom (PTB) leiden.

Der ursprüngliche Plan, daraus ein Gesundheitscamp für adipöse Kinder und Jugendliche zu erreichten, hatte sich aufgrund sozialversicherungsrechtlicher Vorgaben als nicht sinnvoll erwiesen. Jetzt – aber gerade auch durch den furchtbaren Krieg in der Ukraine – sind die Soldatinnen und Soldaten näher ins Bewusstsein gerückt. Die Fachklinik soll auch ukrainischen Bündnispartnern die Möglichkeit geben, dort zu genesen. In Deutschland gibt es bisher keine weitere Einrichtung, die traumatisierte Soldatinnen und Soldaten behandelt. Ich wünsche der Einrichtung schnelles Entstehen und viel Erfolg.

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