Schloss Burg: 5-G-Netz strahlt vom Bergfried aus

Mario Beck (v. l.) und Ricky Grabow tragen die rund 25 Kilogramm schweren Antennen in den Dachstuhl des Bergfrieds. Foto: Christian Beier
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Mario Beck (v. l.) und Ricky Grabow tragen die rund 25 Kilogramm schweren Antennen in den Dachstuhl des Bergfrieds. Foto: Christian Beier

Bald gibt es besseren Empfang – bis kommende Woche werden acht Antennen installiert

Von Alexandra Dulinski

Burg Sie haben in dieser Woche den wohl heißesten Arbeitsplatz in Solingen, hoch oben im Bergfried von Schloss Burg. Deswegen fangen die Arbeiten für die Mitarbeiter der Firma CTO in dieser Woche auch schon um sechs Uhr morgens an. Drei Stunden später, um neun Uhr, ist von der kühlen Morgenluft allerdings nicht mehr viel zu spüren. Schon am Montag begannen die Vorbereitungen für den Ausbau des 5-G-Netzes am höchsten Punkt Burgs.

Acht Antennen werden noch bis zur kommenden Woche in den Dachstuhl des Turms eingebaut, berichtet Carsten Trost, Geschäftsführer der Firma CTO. Doch unter den Antennen darf man sich keineswegs eine Radioantenne vorstellen.

„Ziel ist, irgendwann die Industrialisierung über das 5-G-Netz laufenzulassen.“

Carsten Trost, Geschäftsführer CTO

Knapp 25 Kilogramm bringen die weißen, rechteckigen Klötze auf die Waage. Und sie alle müssen die schmalen Treppen des Bergfrieds heraufgeschleppt werden. Die engen Platzverhältnisse seien die größte Schwierigkeit, so Trost.

„Bei solchen Sonderbauten ist es immer eine Herausforderung, das Material zu transportieren“, erklärt er. Am Montag kam deswegen schon eine Hebebühne zum Einsatz, die die Antennen bis zum Balkon des Turms gehoben hat.

Die bisherigen Antennen des sogenannten GSM-Netzes, das zur Telefonie, nicht aber zum Datenaustausch diente, befinden sich am Fahnenmast. Aus gestalterischen, optischen Gründen werden die neuen 5-G-Antennen allerdings im Inneren des Bergfrieds installiert. „Der Besucher nimmt von unten keine technischen Geräte wahr“, erklärt Gregor Ahlmann vom Schlossbauverein. An ein Stahlgestell unter dem Dach werden Rohre angebracht, an die die Antennen angehängt werden. „Die Holzdecke ist für die Strahlung kein Problem“, erklärt Industriekaufmann Carsten Trost.

Der Bergfried stellt die Mitarbeiter vor weitere Herausforderungen. „In der Höhe ist es schwierig, die Antenne über das Gebälk hinweg am Rohr zu befestigen“, berichtet Mitarbeiter Mario Beck. Vier der acht Antennen werden direkt von den Mitarbeitern mit dem Schaltkasten im Technikraum verkabelt. Die anderen vier werden für einen anderen Netzbetreiber lediglich aufgestellt. „Nach der Montage messen wir anhand der Datenströme, ob die Antennen und Kabel in Ordnung sind“, so Beck. Der Anbieter Huawei, der für die Telekom die Technik liefert, kümmere sich anschließend darum, die Software hochzufahren.

„Für die Besucher der Burg ist das schnelle Netz attraktiver. Sie können auf ihrem Rundweg online sein“, sagt Trost. Wie weit das Netz reicht, hänge von der Bandbreite ab. Auf etwa einen Kilometer schätzt Carsten Trost die Reichweite aber schon.

Wann das 5-G-Netz dann wirklich an den Start gehen wird, ist noch unklar. Es werde erst das 4-G-Netz installiert, damit die Telekom das 5-G-Netz später aufrüsten kann, so Trost. Denn 5 G brauche mehrere Standorte, um flächendeckend Daten zu senden. Dann werde auch der Radius von einem Kilometer ausgeweitet. Für die Unterburger Telekom-Kunden erhofft sich Carsten Trost ebenfalls eine bessere Netzverbindung. „Ziel ist, irgendwann die Industrialisierung über das 5-G-Netz laufenzulassen“, sagt Trost. Er denke dabei an autonomes Fahren.

Glasfasernetz und 5 G im Schloss

Anbindung: Von der alten Schule, dem im Umbau befindlichen Verwaltungsgebäude der Anlage, bis in die Bergfriedspitze werden Glasfaserkabel durch bereits verlegte Leerrohre noch gelegt. Da soll nach Angaben von Gregor Ahlmann vom Schlossbauverein durch die Telekom bereits in Kürze erfolgen.

Digitalisierung: Mit der Anbindung an das Glasfasernetz wird die bisherige Verteilung der Signale über Funkstrecken ersetzt und unterstützt. 5 G habe neben Wlan für die Besucher den Vorteil, auf zusätzliche digitale Inhalte des Museums schneller zugreifen zu können.

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