Schlange stehen vor den Apotheken

Risikopatienten und ältere Menschen durften sich ihre FFP2-Maske abholen. Das führte zu großem Andrang. Archivfoto: Michael Schütz
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Risikopatienten und ältere Menschen durften sich ihre FFP2-Maske abholen. Das führte zu großem Andrang. Archivfoto: Michael Schütz

Berechtigte dürfen sich in diesen Tagen kostenlose FFP2-Masken abholen

Von Jennifer Preuß

Wer in der vergangenen Woche eine telefonische Beratung wünschte, musste einen langen Atem haben. Direkt vor Ort bildeten sich lange Schlangen - allem Wind und Regen zum Trotz. Apotheken wurden nicht nur landesweit, sondern auch in Wermelskirchen regelrecht überrannt. Grund dafür ist die Ausgabe der FFP2-Masken an ältere Mitmenschen und Risikopatienten, die am Dienstag startete.

In der Apotheke an der Post war der Vorrat an FFP2-Masken am ersten Tag der Ausgabe schnell aufgebraucht. „Wir haben uns die Telefonnummern notiert und sind noch dabei, die Menschen darüber zu informieren, dass wir eine neue Lieferung bekommen haben und die Masken bereitliegen“, berichtete Apotheker Zafer Arslan am Donnerstag. Wohlwissend, dass die Nachfrage groß sein wird, hat er rechtzeitig FFP2-Masken nachbestellt. Jeder, der berechtigt ist, die Masken kostenfrei zu bekommen, solle zum Zug kommen.

Wer bei der Apotheke an der Post ein Kundenkonto hat, muss keinen Personalausweis vorlegen. Ebenso verlangen Zafer Arslan und sein Team kein ärztliches Attest darüber, ob jemand unter 65 Jahren an einer schweren Krankheit leidet. Zafer Arslan vertraut darauf, dass die Angaben, die die Kunden ihm gegenüber machen, der Wahrheit entsprechen. So verfährt auch die Damian-Apotheke in Dabringhausen. „Die meisten, die wegen der Masken zu uns kommen, haben eine Kundenkarte“, sagt Filiz Kurt von der Damian-Apotheke.

„Wir werden sehr oft nach den Masken gefragt. Sehr viele Leute rufen an.“ Patienten, die mindestens 60 Jahre alt sind, erhalten zunächst drei Masken kostenfrei ausgehändigt. Ebenso bezugsberechtigt sind Frauen mit Risikoschwangerschaft, Menschen mit schweren Lungenerkrankungen, Diabetes Typ-2, Herz- oder Niereninsuffizienz, sowie Demenz- und Krebskranke.

Wer nicht die Voraussetzungen für die kostenfreie Ausgabe erfüllt und trotzdem eine FFP2-Maske haben möchte, kann sie natürlich auch weiterhin in den Apotheken kaufen – sofern vorhanden. „Regulär kostet eine dieser Masken etwa 4,90 Euro“, sagt Filiz Kurt. Es ist aber zu erwarten, dass die Preise aufgrund der hohen Nachfrage ansteigen werden.

„Holen Sie nur die Ihnen zustehenden Masken, damit sie für alle Risikopatienten ausreichen.“

Apothekenkammer Nordrhein

Da die Apotheken die Verteilung der Masken sehr kurzfristig auf die Beine stellen mussten, bittet die Apothekenkammer Nordrhein darum, einige Verhaltenstipps zu beherzigen. Warteschlangen und Gedränge gilt es zu vermeiden. „Bis zum 6. Januar 2021 erhalten Bezugsberechtigte zunächst drei FFP2-Masken oder Masken vergleichbarer Qualität kostenlos“, teilt die Apothekenkammer Nordrhein mit. Sich sofort in den ersten Tagen der Verteilung anzustellen, aus Angst, man könnte leer ausgehen, sei daher unnötig. Wer als Risikopatient nicht selbst in die Apotheke gehen möchte oder kann, kann jemanden eine Vollmacht erteilen, in seinem Namen die Masken mitzunehmen.

Vorzugsweise sollte man die Apotheke aufsuchen, bei der man ohnehin Stammkunde ist. Das erleichtert den Apothekern die Planung, wie viele Masken benötigt werden. Die Verteilung findet nur tagsüber statt. Nachts und im Notdienst werden die Schutzmasken nicht ausgegeben.

Die rasche Verteilung der FFP2-Masken ist sehr anspruchsvoll und stellt die Apotheken vor großen Herausforderungen. Die Apothekenkammer Nordrhein appelliert daher an alle, ehrlich zu sein: „Die Apothekerschaft muss auf Ihre Solidarität setzen. Holen Sie sich nur die Ihnen zustehenden Masken, damit die Masken für alle Risikopatienten ausreichen.“ Ein reibungsloser Ablauf könne nur erreicht werden, wenn alle Beteiligten im Sinne der Sache mitwirken. | Standpunkt

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