Seniorin verletzt sich auf der Thomas-Mann-Straße

Schlaglöcher säumen den Weg nach Hause

Stadt verspricht rasche Abhilfe.

Von Stephan Singer

Wermelskirchen. Ihre Wangen sind blau, Stirn und die Bereiche um die Augen angeschwollen. Die Oberlippe ist derart aufgeplatzt, dass sie genäht werden musste: Christel Lins wird den Freitagmittag des 3. Juni so schnell nicht vergessen: Zwischen 12 und 12.30 Uhr war die Seniorin zu Fuß aus der Innenstadt kommend auf der Thomas-Mann-Straße unterwegs und eigentlich fast schon zuhause, denn sie ist dort Anwohnerin.

Als sie jedoch einem auf dem aus kleinem Kopfsteinpflaster bestehenden Gehweg entgegenkommenden Passanten Platz machte, nahm das Unglück seinen Lauf. Mit den Rädern ihres Rollators blieb Christel Lins in einem der unzähligen Schlaglöcher stecken, stürzte über ihre Gehhilfe und landete krachend auf dem Gerät und Gehweg.

„Ich bin mit den Rädern in dem Loch hängengeblieben“, berichtet Christel Lins nun im Gespräch mit unserer Redaktion.

Als Anwohnerin der Thomas-Mann-Straße kennt Christel Lins die Tücken der Gehwege „ihrer“ Straße: „Vor einem Jahr ist eine Freundin hier ebenfalls gestürzt.“ Und weiter: „Ich versuche, immer möglichst nah an den Häuserfronten entlang zu laufen, denn dort ist der Zustand der Gehwege am besten.“

Zwei junge Männer helfen Seniorin

Nach ihrem Sturz hätten ihr zwei junge Männer aufgeholfen. Die in der Nähe des Unfallortes in Höhe der Hausnummern 12 und 14 mit ihrer Praxis ansässige Hautärztin Dr. Anna Theresa Harlfinger habe sie mit Erster Hilfe bis zum Eintreffen des Rettungswagens versorgt. Der brachte Christel Lins schließlich ins Krankenhaus, wo sie drei Tage bleiben musste – nicht zuletzt, um eine mögliche Gehirnerschütterung zu erkennen.

„Zumindest sind ihr Knochenbrüche erspart geblieben“, stellt Christel Lins‘ Schwester Gerda Bachtig-Ranke fest. Einer der ersten Wege nach den Pfingstfeiertagen führte die beiden Schwestern zum Optiker, denn der Unfall hat Spuren an Christel Lins‘ Brille hinterlassen.

Zuletzt hatte Gerd Simon (SPD) im Januar auf einer Sitzung des Seniorenbeirats den Zustand der Gehwege entlang der Thomas-Mann-Straße als „katastrophal“ moniert und auf entsprechende Hinweise verwiesen, die ihn aus der Bürgerschaft erreicht hätten (wir berichteten).

Von einer Verbesserung der desolaten Gehwegoberfläche ist unterdessen nichts zu sehen: Pflastersteine lösen sich, fehlen stellenweise ganz, mit Asphalt notdürftig aufgefüllte Löcher bilden einen Flickenteppich.

Die Stadtverwaltung wisse um die Situation, gestand Tiefbauamtsleiter Harald Drescher auf Anfrage unserer Redaktion ein: „Ich gehe davon aus, dass die Reparaturen in der nächsten Woche vollzogen werden.“ Da es sich um größere Flächen handele, die repariert werden müssten, habe die Stadt eine Fremdfirma beauftragt, mit der er dazu eng in Kontakt stünde.

Fachbetriebe sind „über die Ohren voll“

„Wir haben ja auch eine Jahresvertragsfirma und hatten gehofft, die Arbeiten mit dieser schneller durchführen zu können. Aber die sind über die Ohren voll, weil wir überall Sachen zu erledigen haben“, berichtet Drescher weiter. Deshalb wäre die Reaktion mit der Beauftragung einer Fremdfirma erfolgt. Längerfristig stünde im Zuge des Interkommunalen Entwicklungs- und Handlungskonzeptes eine Komplettsanierung der Thomas-Mann-Straße an.

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