An der Eich

Schlaganfallbüro eröffnet im Februar

Stefan Stricker (links, Deutsche Schlaganfallhilfe) sowie Ute Baehr, Brigtte Hallenberg und Stefan Zwanzig-Müller in den neuen Räumen. Foto: Doro Siewert
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Ute Baehr (l.) und Brigitte Hallenberg freuen sich auf die Eröffnung ihres neuen Büros.
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
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Brigitte Hallenberg und Ute Baehr vom Vorstand sowie ihr Team haben an der Eich alle Hände voll zu tun.

Wermelskirchen. Noch sind die neuen Räume der Schlaganfallhilfe an der Eich nicht fertig. Die Schränke sind bisher noch nicht eingeräumt – und alle Möbel stehen auch noch nicht. Aber nicht nur deshalb haben Brigitte Hallenberg und Ute Baehr vom Vorstand eine Menge Arbeit. Wie immer eigentlich. „Es rufen ja auch jetzt zur Weihnachtszeit Leute an, die Hilfe benötigen“, erzählt Brigitte Hallenberg. Und die kommen nicht nur aus Wermelskirchen, sondern aus dem gesamten Bergischen Land.

Wie beispielsweise der junge Mann, der seine Mutter betreut, die gerade einen Schlaganfall erlitt. „Da ist Kommunikation mit Behörden notwendig, oder auch das Beantragen von finanziellen Hilfen oder anderer Unterstützung“, ergänzt Ute Baehr.

Die beiden Wermelskirchnerinnen sind, wie viele andere ehrenamtliche Helfer in ihrem Team, inzwischen zu Expertinnen geworden. Sie haben vor allem ein riesiges Netzwerk, auf das sie im Bedarfsfall immer zurückgreifen können. Ute Baehr: „Für die gute Zusammenarbeit sind wir auch sehr dankbar.“

Der Umzug vom ehemaligen Büro an der Remscheider Straße zur Eich ging reibungslos vonstatten. Zahlen musste die Schlaganfallhilfe Bergisches Land ihn indes selbst. „Das hat schon ein ordentliches Loch in unserer Kasse hinterlassen“, sagt Brigitte Hallenberg. „Aber selbst hätten wir das kräftemäßig nicht stemmen können.“ Umso dringender seien die Ehrenamtler deshalb jetzt auf Spenden angewiesen. Hallenberg: „Wir suchen auch noch jemanden, der uns eventuell unsere Küche aufbauen kann. Spendenquittungen vergeben wir auch für solche Dienstleistungen gern.“

Froh sind sie indes, jetzt ihre Arbeit in den neuen, viel größeren Räumen in der ehemaligen VR-Bank leisten zu können. Wie berichtet, hat die Stadt sie angemietet und vermietet sie wiederum der Schlaganfallhilfe für einen wesentlich günstigeren Preis. „Wir zahlen jetzt für mehr Platz etwa so viel wie im alten Gebäude“, freut sich Brigitte Hallenberg. Gefreut hat sich das Team auch über die Spende der Stadtsparkasse, die sich am Inventar beteiligt hatte.

Gruppe für betroffene Kinder soll demnächst hinzukommen

167 Quadratmeter stehen den Mitarbeitern jetzt zur Verfügung. Es gibt beispielsweise einen extra Raum für Beratungsgespräche, einen Vorstandsraum, in dem auch musiziert werden soll, und viel Fläche für die Erstgespräche. Im Februar soll das Büro eröffnen. Ab dann werden an festen Tagen dort zwei Mitarbeiter sitzen und sich um die Menschen kümmern, die dort Hilfe suchen. „Bisher hatten wir dienstags unseren Beratungstag“, sagt Brigitte Hallenberg. Sie überlegt, das noch auszuweiten. „Es ist eigentlich immer etwas los, wenn wir geöffnet haben. Der Bedarf ist auf jeden Fall da.“

Die Selbsthilfegruppen – unter anderem eine für ältere Schlaganfallbetroffene und eine für unter 60-Jährige – sollen sich zunächst weiter in den Räumen am Krankenhaus, Königstraße 102, treffen. Im neuen Büro sollen aber beispielsweise Vorträge stattfinden. „Wir haben schon einige Anfragen, zum Beispiel von einer Psychoneurologin“, berichtet Brigitte Hallenberg.

Hinzu kommen soll ab März eine Gruppe für Schlaganfall betroffene Kinder und deren Familien. „Das hatten wir eigentlich schon im vorigen Herbst vor, aber da kam uns der Umzug dazwischen“, erklärt Ute Baehr. Auch die Elterntreffen sollen an der Eich stattfinden.

Durch die Seminare für angehende Schlaganfallhelfer, die die Initiative um Hallenberg und Baehr regelmäßig anbietet, werden es immer mehr Unterstützer, die den Frauen die Beratungsarbeit abnehmen können. „Das kommt uns zugute, unterstreicht Brigitte Hallenberg. „Denn wir machen jetzt viel im Hintergrund, erledigen Dinge, die Betroffene und ihre Angehörige selbst in diesem Moment nicht schaffen.“ Und schon wieder klingelt das Telefon, weil jemand diese Hilfe braucht. | Standpunkt

Kontakt

Das Schlaganfallbüro eröffnet voraussichtlich im Februar offiziell. Aber auch zurzeit sind die Helfer unter info@schlaganfall-wk.de erreichbar. Das Telefon (Tel. 0 21 96/7 37 92 84) ist ab Anfang Januar in Betrieb an der Eich.

Für Spenden ist die Initiative ebenfalls dankbar. Unter genannter Mailadresse können die Ehrenamtler auch aus diesem Grund jederzeit kontaktiert werden.

Standpunkt

anja.siebel@rga.de

Kommentar von Anja Carolina Siebel

Ein Schlaganfall trifft Betroffene und Angehörige plötzlich – und meist völlig unvorbereitet. Was jetzt tun? Wie kann das Zuhause auf die neuen Bedürfnisse des Patienten eingestellt werden? Was müssen Angehörige beachten? Und vor allem: Wo bekommen sie Unterstützung? Brigitte Hallenberg hat als Angehörige – ihr inzwischen verstorbener Ehemann erlitt vor Jahren einen Schlaganfall – all das selbst erlebt. Heute ist sie Vorsitzende der Schlaganfallhilfe Bergisches Land und stellt mit ihrem Team einiges auf die Beine. Betroffene und Angehörige im gesamten Bergischen Land werden betreut und beraten. Dass es seit geraumer Zeit dafür ein Büro gibt, neuerdings an exponierter Stelle an der Eich, erleichtert den Helfern und den Nutzern die Arbeit enorm. Denn von dort aus können Beratungen und Schulungen stattfinden, was früher eher nicht oder nur erschwert möglich war. Es bleibt zum Jahresende, Brigitte Hallenberg und ihrem Team einfach mal Danke zu sagen für diese wertvolle Unterstützung. Denn treffen kann diese Krankheit jeden im Laufe seines Lebens. Nicht nur alte Menschen. | Schlaganfallbüro. . .

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