Schlägerei-Prozess geht doch weiter

Polizisten werden befragt

Von Wolfgang Weitzdörfer

Ein 29-jähriger Burscheider, der sich wegen Körperverletzung vor dem Amtsgericht zu verantworten hat, wollte sich zunächst nicht äußern. Es ging um einen Vorfall im Februar des Vorjahres. Gegen 5 Uhr morgens solle er einem 31-jährigen Werkzeugmechaniker aus Wermelskirchen aufgelauert und ihn geschlagen und getreten haben. Es habe sich dabei um eine Auseinandersetzung zwischen den beiden Männern gehandelt, die mit der Ex-Freundin des Geschädigten zu tun gehabt habe. Der Geschädigte habe eine Schädelprellung sowie eine Schulter-Luxation davongetragen.

Die Geschichte, die dahinter steckte, erwies sich allerdings als wesentlich komplizierter, als es zunächst schien. Der Geschädigte hatte gesagt, dass er in besagter Nacht von seiner Ex-Freundin nach Hause gegangen sei, nachdem sie sich besprochen hätten. Auf dem Gehweg seien ihm dann zwei dunkel gekleidete Personen in den Weg getreten. Der eine habe ihm den Fluchtweg, während der Angeklagte ihn mehrfach geschlagen, getreten und am Hals gewürgt habe. Ihm sei es irgendwie gelungen, auf Abstand zu kommen und die Polizei zu rufen. Daraufhin sei der Angeklagte geflohen, habe dem Geschädigten aber noch zugerufen: „Du wirst schon sehen, was du davon hast.“

Allerdings wiesen sowohl die Richterin als auch der Verteidiger auf Unstimmigkeiten zwischen der Aussage vor Gericht und jener bei der Polizei hin. So solle er etwa bei der Polizei von „seiner Freundin“ gesprochen, vor Gericht von seiner Ex-Freundin. Auch die Kleidung der Angreifer habe er unterschiedlich beschrieben, außerdem habe er einige Verletzungen erst später angegeben. „Ich habe vieles davon erst ein paar Tage später realisiert. So habe ich meine Schulterverletzung erst zu Hause unter der Dusche bemerkt - und bin dann ins Krankenhaus“, sagte der 31-Jährige, der auch als Nebenkläger auftrat.

Vorläufiges Ende: Aussage gegen Aussage

Der Rechtsanwalt des Angeklagten gab eine Einlassung für seinen Mandanten ab. Sein Mandant habe lediglich Gewissheit haben wollen, ob der 31-Jährige noch in einer Beziehung mit seiner Ex-Freundin, mit der er zwischenzeitlich eine Beziehung eingegangen war, sei. „Deswegen ist er auch um diese frühe Uhrzeit zur Wohnung der jungen Frau gekommen“, sagte der Anwalt.

Als er dann den 31-Jährigen aus der Wohnung kommen sah, habe er ihn zur Rede stellen wollen. „Daraus entstand ein Gerangel, in dessen Verlauf die beiden gemeinsam auf den Boden stürzten, wobei sich mein Mandant die Rippen geprellt hatte“, sagte der Verteidiger. Sein Mandant sei dann nach Hause gefahren, habe sich aber am Abend noch zur Polizei begeben. Aussage gegen Aussage also: Daher beantragte der Verteidiger, dass die Polizeibeamten vom Tatort geladen werden sollten. Das folgt in einem Fortsetzungstermin, entschied die Amtsrichterin.

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