ÖPNV

SB24: Viele wünschen die Verlängerung bis Remscheid

Andreas Thielmann ist Busfahrer auf der Strecke.
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Andreas Thielmann ist Busfahrer auf der Strecke.

Eine Tour mit dem Wupsi-Schnellbus: Seit Dezember 2021 pendelt der SB24 zwischen Leverkusen und Wermelskirchen. Viele wünschen sich die Verlängerung bis Remscheid.

Von Lena Steffens

Wermelskirchen. Das Neun-Euro-Ticket ist ja für vieles nützlich. Für die Fahrt zum beliebten Urlaubsort zum Beispiel. Oder für den Arbeitsweg. Oder man macht eine Fahrt von Leverkusen übers Land nach Wermelskirchen. Das ist mit dem vom Nahverkehrsunternehmen Wupsi betriebenen Schnellbus SB24 möglich, der werktags im 20-Minuten-Takt verkehrt.

Den SB24 gibt es seit Dezember 2021. Er wurde damals eingeführt, um den Bergisch-Neukirchenern eine direktere Verbindung nach Leverkusen-Mitte zu ermöglichen, erklärt Kristin Menzel, Sprecherin der Wupsi. Doch kann der Schnellbus das Versprechen seines namens wirklich halten?

So sah der Bus bei Fahrtantritt in Leverkusen-Mitte aus: Kein Mensch saß darin.

Los geht es um 9.10 Uhr. Der Bus steht schon einige Minuten vor Abfahrt an der Haltestelle „Leverkusen-Mitte“. Vor uns liegen 25,8 Kilometer, die größtenteils über Landstraßen führen. „Das ist eine sehr angenehme Linie. Es gibt wenig Ecken, auf die man aufpassen muss, da es größtenteils geradeaus geht“, erklärt Busfahrer Andreas Thielmann, der bereits seit Einführung des Schnellbusses auf der Strecke unterwegs ist.

Als wir losfahren, sitzen wir noch alleine im Bus. Die ersten Fahrgäste, zwei Eheleute um die 70, steigen ein paar Minuten später an der Rathaus-Galerie zu. „Wir müssen von Leverkusen aus zu unserer Tochter nach Bergisch-Neukirchen, um dort auf unsere Enkel aufzupassen“, sagen die beiden Duisburger.

Der SB24 fährt alle 20 Minuten von Leverkusen-Mitte über Hilgen (Foto) nach Wermelskirchen.

Da sie alle paar Wochen mit dem SB24 unterwegs sind, kennen sie die nächsten Haltestellen schon in- und auswendig. Früher mussten sie immer umsteigen, um ihr Ziel zu erreichen. „Jetzt ist es schon angenehmer“, meinen sie. „Wir hoffen deshalb, dass die Linie bestehen bleibt.“ Einen ähnlichen Wunsch äußert auch Andreas Thielmann. Der Busfahrer hofft, dass es irgendwann eine bessere Verbindung zwischen Remscheid und Leverkusen gibt. „Das wäre brillant“, sagt er.

Wir fahren weiter in Richtung Burscheid. Inzwischen sitzen außer uns vier Personen im Bus. „So leer ist der Bus normalerweise nicht“, sagt Thielmann. Der 57-Jährige weiß zwar, dass während der Ferienzeit generell weniger Personen im Bus sitzen als in der Schulzeit, er wundert sich aber doch. An vielen Stationen fahren wir einfach vorbei. Für die Buslinie des SB24 sei allerdings auch nicht viel Werbung gemacht worden.

Das Landschaftsbild verändert sich, je weiter wir in Richtung Bergisches Land fahren. Kurz vor dem Ortseingangsschild von Hilgen sind Kühe zu sehen, die auf einer Weide liegen. Zudem riecht es nach Gülle. Um kurz vor 10 Uhr erreichen wir den Raiffeisenplatz in Hilgen. „Von hier aus fahre ich jetzt durch bis nach Wermelskirchen. Man darf niemals im roten Bereich losfahren“, meint Thielmann und zeigt auf seine digitale Anzeige in der Fahrerkabine. Auf dieser steht die Zeit, um wie viele Minuten zu früh oder zu spät ein Busfahrer seine Haltestelle erreicht. „Die Fahrgäste müssen immer eine Minute vor Abfahrt an einer Station stehen. Daher darf ich nicht zu früh losfahren“, erläutert Thielmann.

Auf der letzten Etappe der Fahrt sitzen nur noch drei Personen im Bus – darunter eine 74-jährige Frau, die von Opladen nach Wermelskirchen fährt, um dort in Richtung Remscheid umzusteigen. „Ich wäre daher sehr dafür, wenn dieser Bus hier bis nach Remscheid fahren würde.“

Eine digitale Anzeige am Busbahnhof in Wermelskirchen.

Thielmann biegt inzwischen von der B51 auf die Remscheider Straße ein, im Januar fuhr die Linie noch über den Brückenweg. „Das ist jetzt der etwas direktere Weg“, erklärt er. Über die Bahnhofstraße fahren wir schließlich zum Busbahnhof in Wermelskirchen und kommen 90 Sekunden zu früh an. „Ich habe jetzt sieben Minuten Pause bis ich wieder zurück nach Leverkusen-Mitte fahren muss“, sagt Thielmann. Er wünscht allen Gästen einen schönen Tag.

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