Mehrzweckhalle Dabringhausen

Sanierung erfolgt spät - und wird teurer

Die Mehrzweckhalle in Dabringhausen rutscht in der Prioritätenliste immer weiter ab und wird nicht vor 2025 saniert. Den Förderverein ärgert das.
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Die Mehrzweckhalle in Dabringhausen rutscht in der Prioritätenliste immer weiter ab und wird nicht vor 2025 saniert. Den Förderverein ärgert das.

Der Förderverein ist sauer.

Von Stephan Singer

Wermelskirchen. So richtig glücklich ist Horst Krüger mit „seiner“ Mehrzweckhalle in Dabringhausen nicht: Enttäuscht zeigt sich der Vorsitzende des Fördervereins des „Dawerkuser Gürzenichs“ nach der Verabschiedung des Doppelhaushalts 2022/23 durch den Stadtrat. Der folgte nämlich der von der Verwaltung vorgeschlagenen Reihenfolge in Sachen Hallensanierungen und damit ist klar: Eine Generalsanierung in Wermelskirchens größter Mehrzweckhalle kann frühestens in den Haushalten für 2024 oder 2025 eingeplant werden. Dafür hat Krüger nur ein Kopfschütteln übrig, denn die Dabringhausener Vereine und Bürger hätten alles getan, um ihre Halle zu retten.

Er will weiter um jede Verbesserung für die Halle ringen: „Ich bin der Meinung, dass die Stadt und die Politiker in der Pflicht sind.“ Die Stadtverwaltung verweist unterdessen auf den Ratsbeschluss und darauf, dass zur Sicherung der Finanzierung Prioritäten gesetzt werden müssten. „Wir haben Hallen, die in einem deutlich schlechteren Zustand sind – die Gymnasium-Halle hat eine Sanierung substanziell am nötigsten. Da reden wir von Dach, Heizung, Umkleidekabinen und sanitären Anlagen“, stellt der Technische Beigeordnete Thomas Marner dar.

Die Halle ist für Dabringhausen unabdingbar.

Beigeordneter Thomas Marner zur Mehrzweckhalle
Horst Krüger sieht explodierende Kosten.

Im Rückblick erinnert Horst Krüger daran, dass die Gründung des Fördervereins und der ehrenamtliche Einsatz der Bürger die Entfernung der hochbrennbaren Isolierung in 2008, den Umbau der Toilettenanlagen 2011 sowie die Aufstellung des 50 000 Euro teuren Großcontainers in 2014 als „Raucherraum“ bei Großveranstaltungen und für Gruppenangebote ermöglicht hätten. „Die Halle ist ohne Wärmedämmung – also pusten wir alles, was wir hinein pusten, auch wieder hinaus“, kritisiert Krüger, der ebenso auf steigende Kosten verweist: So sei die Sanierung im März 2015 noch mit Kosten von knapp zwei Millionen Euro eingeschätzt worden. Der Doppelhaushalt 2019/20 habe dann die Sanierung mit 3,7 Millionen Euro im Finanzplan für 2022/23 vorgesehen. Im Haushalt 2021 wäre die Generalüberholung der Mehrzweckhalle auf 2023 mit einem Kostenansatz von 4,8 Millionen Euro verschoben worden. „Aktuell stehen wir bei 2025 mit geplanten Kosten von 5,7 Millionen“, bemängelt der Fördervereinsvorsitzende.

Immerhin würden „kleine Schritte wenigstens teilweise funktionieren“, konstatiert Horst Krüger. So ist unlängst ein defektes Stellventil ausgetauscht worden. Dieses Bauteil der zentralen Wärmeversorgung der Halle sorgt dafür, dass Warmwasser und Heizung getrennt geregelt werden können. Das bestätigt Thomas Marner und gibt zu: „Zeitweise mussten die Sportler etwas schwitzen.“

Der Grund: Um Warmwasser vorzuhalten, lief dauerhaft die Heizung. „Das war aus unserer Sicht die bessere Variante, als die Halle für die Dauer des Defektes außer Betrieb zu nehmen“, betont der Beigeordnete und unterstreicht: „Ich habe alle Wermelskirchener Hallen besichtigt. Es gibt eine regelmäßig aktualisierte Bestandsaufnahme.“ Da nicht alles gleichzeitig zu finanzieren wäre, müsse nach Prioritäten gearbeitet werden. „Aus der subjektiven Sicht des Fördervereins ist die Kritik nachvollziehbar. Die Mehrzweckhalle ist für Dabringhausen aus meiner Sicht unabdingbar.“

Jedoch müssten viele Dinge detailliert und durchaus auch kritisch gesehen werden. Viele Ideen, wie die eines Durchbruchs für eine Tür vom Foyer zum Rauchercontainer, müssten im Kontext des Brandschutzkonzepts für die Halle gesehen werden. Dieses Konzept werde gerade neu erarbeitet. „Es sollen Bestuhlungs- und Fluchtwege-Pläne standardisiert in das Konzept aufgenommen werden, damit sie nicht für jeden Veranstaltungstermin neu eingereicht werden müssen.“ Die Wünsche der Dabringhausener würden dabei Berücksichtigung finden, so Marner.

Von dem Vorhaben, die einzelnen Vereine und Veranstalter einzubeziehen, weiß Horst Krüger. Dennoch ist er unzufrieden, denn es mache keinen Sinn, die Stadt anzuschreiben: „Alle unsere bisherigen Vorschläge wurden ignoriert. Die vom Festausschuss und Förderverein eingeleiteten Gespräche führten seit zwei Jahren zu keinem Ergebnis.“ Erst seine „etwas zornigen, bösen Briefe“ an die Fraktionsvorsitzenden von CDU und Büfo hätten für etwas Bewegung gesorgt, die zur Erneuerung des defekten Stellventils geführt habe.

Mehrzweckhalle

Stolz berichten Dawerkuser „Haudegen“ noch heute davon, dass sie den Bau der Mehrzweckhalle für das Dorf im Zuge der Gemeindegebietsreform Mitte der 1970er Jahre „herausgehandelt“ haben, als Dabringhausen der Stadt Wermelskirchen zugeschlagen wurde – damals hatte Dabringhausen ein gut gefülltes Amtssäckel, das dem Haushalt Wermelskirchens eine Finanzspritze brachte.

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