In Sachen Radverkehr will Bürgermeister Weik nicht nachgeben

Nach einjähriger Testphase soll diese Regelung auf der Telegrafenstraße nict mehr gelten.
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Nach einjähriger Testphase soll diese Regelung auf der Telegrafenstraße nict mehr gelten.

Das Abstimmungsergebnis zum Radverkehr auf der Telegrafenstraße hat Bürgermeister Eric Weik mit Kopfschütteln aufgenommen: "Das kann doch nicht wahr sein", kommentierte er gestern die Entscheidung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr (StuV), den Radversuch entgegen der Einbahnstraße nach einjähriger Testphase abzubrechen (Bericht von gestern).

Zum einen sieht Weik die Idee eines verkehrsberuhigten Straßenkonzeptes im Herzen Wermelskirchens in Gefahr. Vor seiner Rathaus-Tür rauscht immer noch - entgegen aller Absichten - Durchgangsverkehr entlang der Geschäftszone.

Zum anderen sei von Tourismus, Aufenthaltsqualität und einem attraktiven Panorama-Radweg die Rede und nun laute die Konsequenz, dass man die Radfahrer stattdessen die Kölner Straße hinunterjagen müsse. "Eine Verlegung des Radweges in die Kölner Straße wird es nicht geben", ließ Weik keinen Zweifel, dass diese zu steil sei, das Pflaster ungeeignet, vor allem wenn es nass ist, unterwegs eine Rechts-vor-links-Kreuzung (Schillerstraße) warte und es unten am Markt nach dem Umbau viel zu eng für Radfahrer werde.

Vier triftige Gründe "nein" zu sagen, betont Weik. Das Stadtoberhaupt lehnt es ab, eine Entscheidung des StuV weiterzudenken, die für Wermelskirchen rückwärtsgerichtet sei. Der Bürgermeister hofft, dass es im Rat am 2. Juli (18 Uhr, Ratssaal) noch einmal zu einem Sinneswandel kommt.

Er kündigte an, dass es einen fraktionsübergreifenden Antrag geben werde, der darauf abzielt, den Radverkehr in der Telegrafenstraße entgegen der Einbahnstraße weiter zu ermöglichen. Dafür solle die bislang angedeutete Linie zu einer durchgezogenen werden, damit die Radler ein klar abgegrenztes Terrain nutzen können.

Eric Weik weist daraufhin, dass durch die Radler die Gastronomie (zum Beispiel das Eiscafé) profitiert habe. Vor allem möchte Weik die "illegale Parkerei auf der linken Seite" unterbinden. Denn die sei letzten Endes Schuld an dem Dilemma, dem erhöhten Unfallrisiko. Gerade vor der Metzgerei Daum hat er immer wieder beobachtet, dass dort Autofahrer nicht nur halten, sondern stehenbleiben, um einzukaufen. Deshalb müssten die Radfahrer auf die Straße ausweichen.

"Eine Verlegung desRadweges in die KölnerStraße wird es nicht geben."

Eric Weik, Bürgermeister

Die Interessenvertretung der Radfahrer schließt sich dem an. Sie versteht die Kehrtwende der hiesigen Politik nicht. Es dürfe nicht sein, so Georg Blanchot vom ADFC Hilden, dass "die Radler durch eine anstrengende topografische Führung über Kölner- und Berliner Straße zusätzlich bestraft würden". Schließlich sei es vor Jahren ein Kardinalfehler gewesen, die Straßenführung der B51 ohne begleitenden Radweg auf der ehemaligen Schienenstrecke zu planen.

Georg Blanchot warnt die Entscheidungsträger vor einem Imageschaden: "Sollte das Radfahren entgegen der Einbahnstraße tatsächlich rückgängig gemacht werden, würde Wermelskirchen zu Recht der Ruf einer fahrradfeindlichen Stadt vorauseilen. Schnellstmöglich würden Balkantrassenradler die ungastliche Innenstadt durchqueren, um wieder die geschützte autofreie Trasse zu erreichen."

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