Zeichen für den Frieden

Rund 300 Menschen begleiten Ostermarsch - Mit vielen Fotos

Gemeinsam für den Frieden. Der Ostermarsch am gestrigen Montag stand im Zeichen der Solidarität. Über 300 Menschen zogen gemeinsam friedlich durch die Wermelskirchener Innenstadt und hielten dabei Plakate in die Luft.
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Gemeinsam für den Frieden. Der Ostermarsch am gestrigen Montag stand im Zeichen der Solidarität. Über 300 Menschen zogen gemeinsam friedlich durch die Wermelskirchener Innenstadt und hielten dabei Plakate in die Luft.

„Für Frieden weltweit – gegen den Krieg in der Ukraine“ war die Veranstaltung überschrieben.

Von Peter Klohs

Wermelskirchen. Der Angriffskrieg gegen die Ukraine hat auch in Wermelskirchen für Unverständnis und Angst gesorgt. Zahlreiche Privatpersonen, die Kirchen, die demokratischen Parteien im Stadtrat und vor allem die Initiative „Willkommen in Wermelskirchen“ setzen sich mit ganzer Kraft dafür ein, das Leid der ukrainischen Flüchtlinge zu lindern.

Der am gestrigen Ostermontag initiierte Friedensmarsch hat seinen Teil für Solidarität und Frieden in Wermelskirchen beigetragen. „Wir sehen uns in direkter Nachfolge der traditionellen Ostermärsche“, berichtet Armin Himmelrath, Wissenschafts- und Bildungsjournalist aus Wermelskirchen und Mitveranstalter des Ostermarsches, der unter dem Motto „Für Frieden weltweit– Gegen den Krieg in der Ukraine“ stattfand.

Er habe, fügte Himmelrath an, noch einmal seine Archive durchforstet und einen Zeitungsartikel von 1988 gefunden, dem Jahr, in dem der letzte Ostermarsch auf Wermelskirchener Boden stattfand. „34 Jahre ohne sind auch genug“, fand Himmelrath und wartete auf dem Schwanenplatz auf zahlreiche Friedensmarschierende.

Veranstalter spricht von „Zeichen der Solidarität“

Die halblaut vorgebrachte Befürchtung, das Wetter sei zu gut und halte zahlreiche Menschen vom Ostermarsch ab, sollte sich nicht bestätigen: Zuerst zögerlich, aber kurz vor 15 Uhr zügig, füllte sich der Platz, so dass rund 300 Menschen bei der Veranstaltung mitgingen.

In seiner kurzen Ansprache rechnete Himmelrath deutlich mit dem Aggressor des Krieges ab. „Ja, natürlich muss man mit Putin reden“, sagte er unter donnerndem Applaus der zuhörenden Menschen. „Der Ort, an dem dies geschehen muss, ist Den Haag. Denn dort ist der Sitz des Internationalen Gerichtshofes.“

Ostermarsch in Wermelskirchen

Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine.
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine. © Roland Keusch
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine.
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine. © Roland Keusch
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine.
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine. © Roland Keusch
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine.
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine. © Roland Keusch
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine.
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine. © Roland Keusch
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine.
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine. © Roland Keusch
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine.
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine. © Roland Keusch
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine.
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine. © Roland Keusch
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine.
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine. © Roland Keusch
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine.
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine. © Roland Keusch
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine.
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine. © Roland Keusch
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine.
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine. © Roland Keusch
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine.
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine. © Roland Keusch
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine.
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine. © Roland Keusch
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine.
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine. © Roland Keusch
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine.
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine. © Roland Keusch
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine.
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine. © Roland Keusch
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine.
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine. © Roland Keusch
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine.
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine. © Roland Keusch
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine.
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine. © Roland Keusch
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine.
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine. © Roland Keusch
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine.
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine. © Roland Keusch
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine.
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine. © Roland Keusch
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine.
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine. © Roland Keusch
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine.
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine. © Roland Keusch
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine.
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine. © Roland Keusch
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine.
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine. © Roland Keusch
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine.
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine. © Roland Keusch
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine.
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine. © Roland Keusch
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine.
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine. © Roland Keusch
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine.
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine. © Roland Keusch
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine.
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine. © Roland Keusch
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine.
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine. © Roland Keusch
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine.
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine. © Roland Keusch
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine.
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine. © Roland Keusch
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine.
Ostermarsch: Wermelskirchener demonstrieren gegen den Krieg gegen die Ukraine. © Roland Keusch

In einem geordneten Gang über die Eich machten sich die Friedensmarschierenden auf zum Wermelskirchener Rathaus. Die mitgebrachten Banner, auf denen „Stop the war in Ukraine“ oder auch etwas deftiger „Putin – War Criminal“ zu lesen war, gemeinsam mit einigen jungen Frauen, die sich ukrainische Flaggen auf die Wangen gemalt und die Haare mit blau-gelben Bändern zusammengebunden hatten, ergaben ein stimmiges und eindeutig solidarisches Bild.

Etwa 40 ukrainischstämmige Menschen beteiligten sich an dem Marsch. Armin Himmelrath sprach davon, dass ganz Wermelskirchen und sicher auch die 320 bereits in der Stadt lebenden ukrainischen Flüchtlinge nicht so naiv seien zu denken, dass Herr Putin nun seinen Krieg bleibenlasse, nur weil in einer kleinen bergischen Stadt 300 Menschen auf die Straßen gingen. „Aber es ist ein unübersehbares Zeichen der Solidarität“, schloss er. Der Friedensmarsch über die Eich verlief dank des vorsorgenden Einsatzes der Polizei reibungslos.

Am Rathaus angekommen, spielte der Posaunenchor „Verleih’ uns Frieden ewiglich“ und der zweite stellvertretende Bürgermeister der Stadt, Norbert Galonska, sprach zu den dreihundert Teilnehmern des Friedensmarsches. Die komplette Stadtspitze stehe hinter dieser Aktion, betonte er.

Es gäbe zwar zahlreiche Menschenrechtsverletzungen in vielen Ländern, er erwähne nur den Jemen, Afghanistan oder Mali, „aber das Leiden der Menschen in der Ukraine ist uns viel näher. Die Ukraine ist ja fast unser Nachbar.“ Galonska, ein Ostermarschierer der ersten Stunde, schloss: „Putin will das Rad der Zeit zurückdrehen. Aber er muss wissen, dass man ein einiges Volk auf Dauer nicht unterdrücken kann.“ Jürgen Ingendahl, der den Friedensmarsch angemeldet hatte, beschloss den offiziellen Teil der Veranstaltung um kurz vor 16 Uhr. Wer mochte, ging noch zum Haus Eifgen, wo für hungrige Mägen Borschtsch angeboten wurde.

Achim Himmelrath leitete eine Podiumsdiskussion (der angekündigte Journalist Horst Kläuser ließ sich aus familiären Gründen entschuldigen) und die multinational besetzte Musikgruppe „The good, the bad und der Geiger“ spielte ein Konzert zugunsten von ukrainischen Flüchtlingen. Zwei der Musiker kommen aus der Ukraine, einer aus Russland.

Hintergrund

Die Geschichte der Ostermärsche in Deutschland geht auf den Beginn der 60er Jahre zurück. Die Märsche begründeten sich auf pazifistische und antimilitaristische Motive, der durch Demonstrationen und Kundgebungen eine Stimme gegeben wurde.

Beim Friedensmarsch in Wermelskirchen gingen einige aus der Ukraine stammende Menschen mit. Unter ihnen Julia, eine siebzehnjährige junge Frau, die die Bekundungen der Solidarität, die sie in Wermelskirchen spürt, sehr dankbar aufgenommen hat.

Standpunkt

Kommentar von Anja Carolina Siebel

anja.siebel @rga.de

Die Ostermärsche standen in der letzten Zeit in der öffentlichen Kritik. Weil häufig etwa von „Frieden ohne Waffen“ die Rede gewesen sein soll, den es nach Meinung der Kritiker aber im aktuellen Fall des Angriffskrieges auf die Ukraine nicht geben könne. Dass die Ostermärsche überholt und aus der Zeit gefallen sein sollen, ist indes nicht wahr. Denn wie man auch beim Ostermarsch durch Wermelskirchen sehen konnte, geht es, anders als vielleicht in den 1970er und 1980er Jahren den Friedens-Demonstranten doch nicht vordergründig um Kritik an Waffen. Es geht viel mehr darum, das betonte auch noch mal der Veranstalter Armin Himmelrath, ein Zeichen zu setzen. Und das ist offenbar vielen Menschen wichtig. Nicht umsonst kamen gestern über 300 Wermelskirchener in die Stadt, um für den Frieden einzustehen und ihre Solidarität mit den Menschen in der Ukraine zu bekunden. Es kann in Krisenzeiten wie diesen hilfreich sein, gemeinsam für eine Sache einzustehen, sich aufzurichten und seine Meinung zu sagen. Und das haben die Menschen gestern getan. Chapeau den Veranstaltern für eine gute Sache.

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