Jugendzentrum

Rollrausch: Aktive geben nicht auf

Die Skater und BMX-Fahrer sind froh über jede Gelegenheit, sich austoben zu können. Foto: Holtkamp
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Die Skater und BMX-Fahrer sind froh über jede Gelegenheit, sich austoben zu können.

Beim gemeinsamen Skaten machten sich die Sportler Gedanken über ihre Zukunft ohne Halle.

Von Domenica Holtkamp

Es war richtig was los auf der Skateboard-Rampe am Bahndamm. Anlässlich der Veranstaltung „Move Vol. V“ lud das Autonome Jugendzentrum (AJZ) alle Rollsportfreunde zum Austoben auf die Rampe ein.

Bei bestem Wetter fiel es den passionierten Skatern nicht schwer, scharenweise zur Rampe zu kommen. Schließlich können die Wermelskirchener Skater wegen der fehlenden Halle ihrer Leidenschaft für den Rollsport zurzeit nur bei gutem Wetter nachgehen.

Standpunkt von Anja Carolina Siebel

„Bis auf diese zwei Rampen gibt es ja hier überhaupt keine andere Möglichkeit, Skateboard zu fahren“, erzählte David Glosnicki, der den Sport seit über 20 Jahren praktiziert und schon bei der Gründung des Vereins Rollrausch dabei war. Er ist einer der wenigen, der trotz aller Schwierigkeiten geblieben ist.

Seit Rollrausch 2011 die Rollsporthalle am Bahnhof verloren hat, ist die Mitgliederzahl drastisch gesunken. „Kein Wunder. Wir haben zur Zeit nichts zu bieten“, räumte Marco Lerch, Vorsitzender des Vereins, ein. Seit dem Abriss der Rollsporthalle wegen des Aldi-Neubaus setzt sich Lerch für eine neue Halle ein. Vor einigen Monaten schien der Verein die optimale Lösung gefunden zu haben: Von einem Freizeitpark in dem Gelände zwischen Zenshäuschen und Am Wasserturm war die Rede.

Für das Projekt holte Rollrausch auch die Vereine CJVM und ADFC mit ins Boot. Selbst bei der Finanzierung standen die Zeichen gut, da durch die Nähe zur Balkantrasse viele Fördergelder geflossen seien. Es schien also so, als stünde nichts mehr im Wege – wäre da nicht der Widerstand in der Kommunalpolitik. Wie berichtet, gab es den Einwand, dass zwei Autohäuser Interesse an einer Erweiterung auf diesem Gelände haben.

„Ich sammle gerade Unterschriften, um es trotzdem durchzusetzen.“
Marco Lerch, Rollrausch e.V.

Marco Lerch ist sehr enttäuscht über die Entwicklung. Er wisse, dass auf dem Gelände Platz für alle sei, unterstreicht er. Geschlagen geben will er sich dennoch nicht. „Ich sammle gerade Unterschriften, um das Projekt trotzdem durchzusetzen“, sagte er.

Bei einer Internetbefragung habe er bereits 800 Unterschriften und 790 Stimmen gesammelt. Lerch ist zuversichtlich, dass er in den kommenden Wochen noch mehr Wermelskirchener für sein Vorhaben gewinnen wird. „Der Verein bekommt viel Zuspruch von Eltern und Kindergärten“, berichtete der Vereinsvorsitzende. Aber nicht alle Rollrausch-Aktiven sind optimistisch. „Mittlerweile habe ich die Hoffnung aufgegeben. Ich glaube nicht daran, dass sich noch was ergeben wird“, sagte Jochen Buchholz desillusioniert. Er ist seit zehn Jahren als BMX-Fahrer im Verein und hat die Rampe am Bahndamm selbst gebaut. Er kritisiert die Kommunalpolitik. „Ich fühle mich von den Politikern vorgeführt. Uns wurden Sachen versprochen, die nie gehalten wurden. Das Vertrauen ist weg“, sagte er. Dass es auch anders geht, weiß er aus eigener Erfahrung. „In Wuppertal ist es ganz anders. Da gehe ich oft trainieren, die Stadt legt dort viel Wert darauf, dass die Jugendlichen sich entfalten können“, erklärte er. Sechs Millionen Euro soll Wuppertal für eine Rollsporthalle investiert haben. „Ich kann mir nicht erklären, warum die Stadt uns nicht unterstützen will“, sagte er. Ende September möchte Marco Lerch mit Bürgermeister Rainer Bleek und den Vertretern der Parteien noch mal sprechen.

HINTERGRUND ZUM PROJEKT

IDEE Der Verein Rollrausch möchte zusammen mit anderen Interessensvertretern einen Freizeitpark in der Nähe der Balkantrasse bauen lassen, der nicht nur den Rollsportfreunden zu Gute kommen würde. Der Freizeitpark mit vielen Möglichkeiten sollte für für alle gedacht sein und Räume für Sport, Freizeit, Tourismus und Erholung schaffen. Die Stadt Wermelskirchen schlug zunächst vor, den Freizeitpark in Tente entstehen zu lassen. Doch der Verein Rollrausch lehnt das Angebot kategorisch ab, da die Nähe zur Stadtmitte erforderlich sei, damit das Projekt von den Jugendlichen auch tatsächlich angenommen wird.

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