Pandemie

Risikogebiet: Diese Regeln gelten jetzt im Kreis

Abstand ist eines der wichtigsten Gebote im Kampf gegen das Virus. Archivfoto: Christian Beier
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Abstand ist eines der wichtigsten Gebote im Kampf gegen das Virus.
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Kontakte sollten reduziert und private Feiern vermieden werden.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Es hatte erst noch an einer offiziellen Bestätigung gehakt: Nachdem das Landeszentrum für Gesundheit (LZG NRW) aber Anfang der Woche das Überschreiten des Inzidenzwertes von über 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner auch im Rheinisch-Bergischen Kreis offiziell bestätigt hatte, gilt der Kreis wie berichtet offiziell als Risikogebiet.

Aber was bedeutet das nun für den Einzelnen? Kernpunkte der neuen Regelungen, die seit Mittwoch gelten, sind folgende:

Mehrere Personen dürfen in der Öffentlichkeit nur zusammentreffen, wenn es sich um Familien handelt, Verheiratete, Lebenspartner oder Menschen aus zwei verschiedenen Haushalten. Ansonsten gilt: Pro Gruppe sind höchstens fünf Personen erlaubt. Andere Zusammenkünfte im öffentlichen Raum sind bis auf Weiteres unzulässig. Ausnahmen gibt es etwa beim Sport oder an Haltestellen des Öffentlichen Nahverkehrs.

Im privaten Raum wird eine entsprechende Beachtung von Abstandsgebot, Hygienemaßnahmen und richtigem Lüften dringend empfohlen. Das schließt ausdrücklich die Empfehlung des Landes ein, Kontakte und private Feiern so weit wie möglich zu reduzieren.

Mund-Nase-Schutz sollte auch im Freien getragen werden

In der Öffentlichkeit sollten Menschen einen Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten – als Faustregel gilt, dass zwei Personen sich mit einander entgegen gestreckten Armen nicht berühren können.

Wo dieser Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, wird künftig auch im Freien das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung empfohlen. Dies gilt auch in Fußgängerzonen. Verpflichtend ist das Tragen auch unter freiem Himmel in Warteschlangen sowie bei Beerdigungen. Auf Märkten – und nicht wie bisher nur an Marktständen – ist jetzt durchgängig Mund-Nase-Bedeckung zu tragen.

Bei Sportveranstaltungen im Freien gilt es ebenfalls, einen Mund-Nase-Schutz zu tragen, der Kreis empfiehlt das auch am Sitz- und Stehplatz.

In geschlossenen Räumen gilt überwiegend Maskenpflicht. In Gaststätten darf die Maske am Sitzplatz abgenommen werden.

Gottesdienste finden mit Einschränkungen statt, die von den Kirchen und Religionsgemeinschaften kommuniziert werden.

Besuche in Krankenhäusern, Reha- oder Pflegeeinrichtungen sind zulässig, wenn Empfehlungen und Richtlinien des Robert Koch-Instituts umgesetzt werden.

Veranstaltungen und Versammlungen sind grundsätzlich nur bis zu 100 Personen erlaubt. Größere Veranstaltungen sind nur eingeschränkt möglich und bedürfen eines mit dem Gesundheitsamt abgestimmten Hygienekonzeptes. Alle großen Feste sind bis mindestens zum 31. Dezember 2020 untersagt. Private Feste in Gaststätten, Vereinsheimen und Ähnlichem sind nur aus einem herausragenden Anlass mit höchstens 10 Teilnehmern zulässig: zum Beispiel Jubiläen, Hochzeiten, Taufen, runde Geburtstage oder Volljährigkeit. Für Gaststätten gilt eine allgemeine Sperrstunde in der Zeit von 23 bis 6 Uhr. In dieser Zeit darf auch kein Alkohol verkauft werden. | Standpunkt

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anja.siebel @rga-online.de

Ein Kommentar von Anja Carolina Siebel

"Nur dieser Winter noch“. So oder so ähnlich lautete jüngst die Schlagzeile über einem Interview mit einer Epidemiologin. Was ein bisschen klingt wie eine Durchhalteparole, hat aber auch etwas ungemein Tröstendes. Zwar ist nichts sicher, aber es sieht doch danach aus, als seien alle Beteiligten im Frühjahr zumindest schon einen großen Schritt weiter im Kampf gegen das Coronavirus: bei der Entwicklung von Impfstoffen oder wirksamen Medikamenten zum Beispiel. Und selbst wenn wir dann auch noch nicht wieder völlig sorglos in riesigen Menschenmengen vor uns hin feiern können werden: Entspannen wird sich die Situation im Frühjahr sehr sicher. Schon allein wegen der Möglichkeit, sich wieder mehr im Freien zu bewegen. Vorher heißt es aber noch, Disziplin zu wahren. Sich ein bisschen ins Private zurückzuziehen, Freunde eher einzeln im Freien zu treffen, große Feiern zu verschieben – und hinnehmen, dass die Toilettenpapier-Regale wieder einmal leer sind. 

Nervig ist es, ja. Aber eben nicht zu ändern. Und mit der tröstenden Perspektive „dieser Winter noch“ ist es vielleicht ein bisschen erträglicher.

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