Innovationsquartier

Rhombus soll rund 7 Millionen kosten

Das rot umrandete Teilstück will die Stadt kaufen.
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Das rot umrandete Teilstück will die Stadt kaufen.

Der Hochbau ist noch nicht mit eingerechnet. Ortspolitiker stimmten im Ausschuss für den Teilkauf.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Es war ein einstimmiges Votum, das die Ortspolitiker am Montagabend im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr (StuV) trafen. Fraktionsübergreifend stimmten sie in der außerplanmäßig einberufenen Sitzung des Gremiums für das so genannte Innovationsquartier Rhombus. Der Rat der Stadt muss am 26. September endgültig entscheiden; die zuständigen Gremien (StuV, Sport- und Bauausschuss) geben vorab entsprechende Empfehlungen ab: So möge der Rat beschließen, „das Innovationsquartier Rhombus der weiteren Planung und den Verhandlungen mit den Eigentümern des Areals zugrunde zu legen sowie die Verwaltung zu beauftragen, die Verhandlungen mit den Eigentümern des Rhombus-Areals zum Abschluss eines städtebaulichen Vertrags sowie zum Abschluss eines Kaufvertrags zum Erwerb des im Entwicklungskonzept abgegrenzten Areals zu führen.“

Wie berichtet, wollen die Eigentümer des Rhombus-Areals jetzt doch einen Teilbereichs ihrer Industriebrache an die Stadt Wermelskirchen veräußern. Und auf diesem Teilstück soll auf Wunsch der Stadt und vieler Ortspolitiker nun das neue Hallenbad entstehen. Sollte dieser Beschluss Ende September durch den Stadtrat gehen, wäre das Eifgen als Standort für das neue Hallenbad Geschichte.

Zudem geht es darum, den Förderantrag für die Neugestaltung des Hüpptals fristgerecht Ende September auf den Weg zu bringen. Der Förderantrag für das Rhombus-Areal soll, so wurde während der Ausschusssitzung deutlich, erst Ende September 2023 eingereicht werden. „Dafür sind noch zu viele Abstimmungen notwendig“, erklärte der Technische Beigeordnete Thomas Marner.

Erstmals gab die Verwaltung während der Ausschusssitzung auch Einblick in die voraussichtlichen Kosten, die mit dem Teilkauf von Rhombus und der Umgestaltung des Hüpptals auf Wermelskirchen zukommen könnten.

6 830 000 Euro sind demnach für Rhombus avisiert. Bei einer 70-prozentigen Förderung bliebe der Stadt 2 049 000 Euro Eigenanteil. Mit eingerechnet in diesen Betrag sind allerdings noch keine Kosten für Hochbau-Maßnahmen.

Das Hüpptal, das die Verwaltung neu zur aktuellen Städtebaufördermaßnahme hinzugenommen hat, ist mit
4 706 000 veranschlagt. Darin eingerechnet ist der Abbruch des alten Quellenbades.

Wegfallen sollen erst einmal die Umbauten an den Bürgerhäusern. „Die sind nicht vergessen“, betont Florian Leßke vom Amt für Stadtentwicklung auf Nachfrage. „Aber deren Umbau ist nicht so drängend wie die Umgestaltung des Hüpptals.“ 13 712 818 Euro (ohne Fördergelder) kosten beide Vorhaben insgesamt.

Eigentümer verpflichten sich, Gelände zu erschließen

Karl-Heinz Wilke (CDU) wies darauf hin, dass zunächst vereinbart gewesen sei, die Fördergelder für das Hallenbad bereits Ende September dieses Jahres zu beantragen. Der Technische Beigeordnete Thomas Marner gab aber zu bedenken, dass ja erst seit kurzem fest stehe, dass die Eigentümer des Rhombus-Geländes Teile ihres Grundstücks verkaufen wollen. Es gebe noch „zu viel Abstimmungsbedarf“, als dass man jetzt einen stimmigen Förderantrag einreichen könne.

Bedenken äußerte Andreas Willinghöfer (Grüne). Rhombus, so der Grünen-Politiker, habe viele Unwägbarkeiten. Allein wegen des noch nicht erfolgten Abbruchs des kompletten Geländes. „Welche Kosten da noch auf uns zukommen, ist doch gar nicht klar“, sagte er. Thomas Marner räumte ein, dass sich „unter einem noch nicht erfolgten Abbruch immer Unbekannte verbergen“ könnten. Allerdings gehe man davon nicht aus. Zwei Gutachten von Stadt und Eigentümern hätten ähnliche zu erwartende Kosten aufgezeigt.

Auf dem dann städtischen Grundstück bei Rhombus soll das Hallenbad, sollen aber auch Geschosswohnungen und eine große Parkfläche entstehen. Die Rhombus-Eigentümer selbst verpflichten sich mit dem Kaufvertrag, das übrige Gelände zu erschließen: mit einem Hotel, einer Kita, einem künstlichen See und weiteren Geschossbauten für Wohnraum.

Hintergrund

Die genannten Leitprojekte des Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzeptes sollen in den Regionale-2025-Prozess eingebracht werden. Damit eine Projektidee letztlich aber zu einem Projekt der Regionale 2025 wird, muss diese einen Qualifizierungsprozess durchlaufen.

Standpunkt von Anja Carolina Siebel: Ein No-Go im Umgang

anja.siebel@rga.de

Ein Schelm, wer behauptet, derzeit würde in öffentlichen Sitzungen politischer Gremien gerne mal mundtot gemacht, wer sich nicht an das allgemeine Grundrauschen hält. Und schnell mit beschließt, was jetzt eben zu beschließen ist. Andreas Willinghöfer von den Grünen war am Montagabend so mutig und äußerte – durchaus berechtigte – Bedenken am Rhombus-Quartier und dessen potenziellen finanziellen Ausmaßen.

Und sogleich bekam er von Henning Rehse (Freie Wähler) eine unflätige Abfuhr: Es sei wohl seinem mangelnden Intellekt geschuldet, dass er offenbar die Vorlage nicht begreife und deshalb seine Fragen formuliere, so Rehse gegenüber Willinghöfer. Ein absolutes No-Go im politischen Miteinander, das nebenbei von keinem der Anwesenden entsprechend kommentiert wurde. Wenn so die „Einigkeit“ aussieht, die neuerdings von Politik und Verwaltung in Sachen wichtige politische Entscheidungen herrschen soll, dann gute Nacht.

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