Rhombus-Modell rückt Hallenbad in den Fokus

Mitarbeiter Ricardo Gavinhos, sein Chef Sven Schulte und Praktikantin Anne Koschade arbeiteten zwei Wochen an dem Modell. Foto: Stephan Singer
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Mitarbeiter Ricardo Gavinhos, sein Chef Sven Schulte und Praktikantin Anne Koschade arbeiteten zwei Wochen an dem Modell.

Eigentümer der einstigen Industriefläche sehen überwiegend Vorteile – Kommunalpolitiker sind für Gespräche offen

Von Stephan Singer

In Stein gemeißelt ist nichts, denn der von Architekt Rolf Körschgen entwickelte Entwurf für den Rhombus-Park befindet sich noch im Status einer Idee. Die beinhaltet auch die Integration eines neuen Hallenbads in dem Komplex auf dem Gelände der Industriebrache. An diesem Gedanken halten die beiden Eigentümer des Rhombus-Areals, Walter vom Stein und Sven Schulte, nach wie vor fest. Letzterer verdeutlicht das mit einem Rhombus-Park-Modell, das das Hallenbad gleich mit einbezieht. „Ein Modell ist deutlich plastischer im Vergleich zu einer Zeichnung“, erläutert Sven Schulte im Gespräch mit unserer Redaktion. Es veranschauliche das Vorhaben, seine Lage und Einbettung in das Umfeld „greifbarer“:

„Das Modell bietet Raum für vertiefende und konstruktive Gespräch mit der örtlichen Politik und der Stadtverwaltung, um zusätzliche Ideen zu simulieren, die wir modular in das Modell integrieren können.“ Gegen solche Gespräche sperren sich die Kommunalpolitiker nicht, wie die Spitzen der drei größten Stadtratsfraktionen auf Nachfrage signalisieren.

„Für ein Hallenbad ist der Rhombus-Park auf jeden Fall eine denkbare Option.“

Stefan Janosi, Sprecher der Grünen-Fraktion

„Derzeit hat für uns das Schulthema Priorität. Zum Hallenbad haben wir uns noch keine neuen Gedanken gemacht“, konstatiert der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Schneider. Der nächste Sportausschuss solle die Entscheidung zur Einstellung der Mittel für den Hallenbadneubau am Quellenweg (13,1 Millionen Euro) bekräftigen, aber: „Natürlich dürfen wir das Hallenbad-Thema nicht aus den Augen verlieren.“

Der Sprecher der Grünen-Fraktion, Stefan Janosi, verweist genauso auf die Schulfrage, die es zu vorderst zu lösen gelte: „Für ein Hallenbad ist der Rhombus-Park auf jeden Fall eine denkbare Option. Der Standort ist interessant, jedoch ist es kein städtisches Gelände.“ Das müsse diskutiert werden und würden bestimmt spannende Gespräche, schätzt Janosi ein.

Dass es „sicherlich“ Gespräche mit den Eignern des Rhombus-Areals „in absehbarer Zeit“ gäbe, erwartet der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion Jochen Bilstein: „Wir Sozialdemokraten haben dazu noch keine Meinung gebildet, denn dafür haben wir zu wenig Informationen – der Teufel steckt ja bekanntlich im Detail.“

Die Vor- und Nachteile der Standorte Quellenweg und Rhombus-Park müssten genauso abgewägt werden wie die Kosten: „Der Standort am Quellenweg für ein neues Hallenbad passt zum Umfeld der anderen dortigen Sportanlagen.“

Gemeinsam mit dem Mitarbeiter seiner Firma „Wk Tools“, Ricardo Gavinhos, sowie der Praktikantin Anne Koschade werkelte Sven Schulte zwei Wochen an dem Rhombus-Park-Modell, das sich im Maßstab 1:500 an dem Entwurf von Rolf Körschgen orientiert. Styroporschneider, Farbe und Pinsel kamen zum Einsatz, die meiste Arbeit habe allerdings das maßstabsgetreue Errechnen der einzelnen Größen gemacht, berichtet das Trio. „Das Modell ist modular aus Einzelelementen zusammengestellt und lässt sich so bei Bedarf ändern“, sagt Sven Schulte, denn: „Wir wollen ja, dass sich sinnvolle Ideen einbinden lassen.“ Er könne sich gut vorstellen, das Modell bei Gelegenheit der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ein neues Hallenbad ist in dem Modell schon beinhaltet – mit technischen Anlagen im Untergeschoss, den Wasserbecken im Erdgeschoss sowie Umkleide-, Personal- und Sanitärräumen.

Aus Sicht der Rhombus-Eigentümer würden die Vorteile des innenstadtnahen und verkehrlich gut angebundenen Hallenbad-Standorts im Rhombus-Park überwiegen. Das hätten nicht zuletzt die Fachplaner bestätigt, die den Hallenbad-Neubau am Quellenweg entworfen haben, bestätigt: „Wir haben diese Experten das prüfen lassen, weil dieses Büro ja mit dem genauen Anforderungsprofil an das neue Hallenbad vertraut ist.“ Das Ergebnis wäre eindeutig, sagt Sven Schulte: „Ein neues Hallenbad lässt sich im Rhombus-Park perfekt umsetzen.“

„Wir wollen ja, dass sich sinnvolle Ideen einbinden lassen.“

Sven Schulte, Eigentümer

Bereits im November vergangenen Jahres hatten die Eigentümer Walter vom Stein und Sven Schulte signalisiert, dass sie sich vorstellen können, im Rahmen eines Investorenmodells das Hallenbad zu bauen und dann an die Stadt als Betreiber zu verpachten. „Uns ist es wichtig, die innerstädtische Nachverdichtung dieser prominenten Baulücke der alten Stadtfabrik ökologisch, nachhaltig, der Historie angepasst und mit viel Leidenschaft zu entwickeln. Eifer und Energie bekommen wir durch unsere Kinder und dem Herzblut zu diesem Gelände“, sind sich Walter vom Stein und Sven Schulte einig.

Hintergrund

Die Nachfrage nach Flächen im Rhombus-Park ist groß.

Eckpfeiler: Anhand des Modells lassen sich die „Eckpfeiler“ des Rhombus-Park-Entwurfs gut erkennen: Während eine Ecke des nahezu dreieckigen Areals von einem Hotel geprägt ist, dominiert ein Parkhaus mit Anbindung an den Brückenweg über die B 51 die in Richtung Feuerwache zeigende Ecke. Vis à vis vom „Haus Regenbogen“ soll die Zufahrt zu einer Tiefgarage entstehen, deren Nutzung den Bewohnern des Rhombus-Parks vorbehalten ist. Zwischen Hotel und Parkhaus, quasi gegenüber vom Rathaus, sollen das Hallenbad und Gewerbebetriebe sowie in darüberliegenden Etagen auch Wohnungen ihren Platz finden.

Bedarf: Die Nachfrage nach Flächen im künftigen Rhombus-Park wäre ungebrochen groß, sagt Miteigentümer Sven Schulte. Das würde die nach wie vor im Internet laufende Bedarfsermittlung via rhombuspark.de zeigen.

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