Projekt

Rhombus als Innovationsquartier mit Hotel

Blick von der Remscheider Straße aus. Dort sollen Büro- und Wohngebäude entstehen. Links sieht man das geplante Hotel. Fotos/ Repro: Hoch3
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Blick von der Remscheider Straße aus. Dort sollen Büro- und Wohngebäude entstehen. Links sieht man das geplante Hotel.
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
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Rolf Körschgen von Hoch³ entwickelt Projekt im Auftrag der Eigentümer.

Wermelskirchen. Ein modernes Hotel, ein Parkhaus, eine Kita, ein Spielplatz, Büros und Wohnungen sowie eine attraktive Außenanlage: Das, was die Eigentümer des Rhombus-Areals zusammen mit Architekt Rolf Körschgen von Hoch³ entwickelt und gestern erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt haben, kann sich sehen lassen. Ein Vorentwurf dessen, was bei Rhombus an der Remscheider-/ Dellmannstraße in etwa drei Jahren – wenn es schnell geht – entstehen und wachsen könnte.

Das „Innovationsquartier“ war von Anfang an eine mögliche Variante, die das Integrierte Entwicklungs- und Handlungskonzept (IKEHK) für Rhombus vorgesehen hatte. Für die haben sich die Eigentümer nun entschieden.

Wie berichtet, hatte die Stadt Wermelskirchen, die noch vor drei Jahren geplant hatte, das Rhombus-Areal von den Eigentümern Schulte und vom Stein zu erwerben, dort ursprünglich andere Pläne gehabt. Ein Hochschul- und Technologiequartier sollte entstehen, mit einer Dependance der Rheinischen Fachhochschule. Dass die sich schließlich dann doch in Remscheid ansiedeln wollte, war der erste Tiefschlag für Wermelskirchen. Der zweite folgte voriges Jahr, als die Eigentümer verkündeten, sie seien nicht mehr bereit, das Firmen-Areal an die Stadt Wermelskirchen zu veräußern.

Aber: Sie hatten eine Kooperation mit der Stadtverwaltung gewünscht. Und die soll es jetzt auch geben. Unter anderem muss die Stadt entsprechende Baugenehmigungen erteilen. Der Rat der Stadt hatte im September 2020 entsprechend die Aufstellung des Bebauungsplans „Innovationsquartier Rhombus-Areal“ beschlossen.

Eigentümer haben sich für nachhaltige Bauweise entschieden

„Die Zusammenarbeit mit den Eigentümern klappt derzeit auch sehr gut“, sagt Bürgermeisterin Marion Lück. „Vorgaben und Wünsche, die wir geäußert haben, zum Beispiel den Einsatz von Photovoltaik-Anlagen, Dachbegrünung und einer insgesamt nachhaltigen Bauweise wurden im Vorentwurf toll integriert.“

Vom Brückenweg aus soll eine Brücke über die Dellmannstraße direkt ins Parkhaus führen.

Die Backsteinfassade, die die Eigentümer voriges Jahr schon aufgehübscht hatten und die die Autofahrer an der B 51n im Vorbeifahren sehen können, soll laut Entwurf bestehen bleiben. Das Areal soll an die Innenstadt angebunden sein; eine Brücke führt vom Brückenweg zum großen Parkhaus, das am Rhombus-Areal neu entstehen soll – zur Dellmannstraße hin. „Überhaupt entstehen auf dieser Seite zur B 51n die größeren Gebäude“, erklärt die städtische Mobilitätsmanagerin Diana Zache, die die Projektentwicklung eng begleitet. Das Herzstück des Areals, ebenfalls zur Dellmannstraße, wird wohl ein Hotel mit 120 Zimmern und Vier-Sterne-Qualität, einem Spa-Bereich und wiederum eigenem Parkhaus. Ein Gewerbeteil soll Firmen integrieren, „die ins Konzept passen“. Zudem wollen die Eigentümer dem Komplex Raum für Kunst und Kultur und Veranstaltungen geben. „Während der Bauphase“, sagt der Technische Beigeordnete Thomas Marner, „wird der Markt der Möglichkeiten noch aufgebaut sein und immer dorthin ziehen, wo gerade nicht gebaut wird.“ Das heißt: Das Rhombus-Gelände soll auch weiterhin als Veranstaltungsort dienen können.

Im hinteren, etwas ruhigeren Bereich, Richtung Remscheider Straße, entstehen 50 Wohnungen, Büros sowie eine Kita. Zache: „Im Parkhaus gibt es dann spezielle Elternparkplätze, damit kein Parkchaos entsteht.“

Thomas Marner ist der Meinung, dass der Verkehr bei Rhombus die Innenstadt nicht belasten wird. „Selbstverständlich muss aber ein ausgefeiltes Verkehrskonzept her, um das auch zu gewährleisten“, betont er.

„Mit viel Glück“ hofft Marner, könne in drei Jahren der Baustart für den dreieinhalb Hektar fassenden Komplex sein. „Das Areal hat für uns höchste Priorität, aber natürlich gehen dem viele Genehmigungsverfahren und Ausschreibungen voraus.“

Beispielsweise sei ja noch kein Hotelbetreiber oder - investor gefunden. In jedem Fall sei das Ziel, mit Rhombus schnellstmöglich ein lebendiges, gemischt genutztes Quartier mit hoher Lebensqualität zu erschaffen.

Standpunkt

Ein Kommentar von Anja Carolina Siebel

anja.siebel@rga.de

Ein Blick in die Zukunft kann gerade in diesen Tagen des Stillstands mal so richtig gut tun. Es ist wirklich angenehm, in der Krisenzeit, in der es immer wieder um Themen wie Existenzangst, Impfdesaster und Corona-Testverfahren, steigende Inzidenzen und Quarantäne geht, einmal nach vorn zu blicken und etwas völlig Anderes zu sehen. Hübsche Bürogebäude, umrahmt vom Kleinod Eifgental. Eine Außengastronomie, ein renaturiertes altes Freibad. Und: Ein Rhombus-Areal, einst der Schandfleck der Stadt, plötzlich wie Phoenix aus der Asche gestiegen, mit hübschen Dachterrassen, Wohnbebauung, einem modernen Hotel, einem Spielplatz, einem Kindergarten und – ebenfalls – toller Außengastronomie. All das wird es in Wermelskirchen wohl bald geben. Und das lässt wirklich hoffen. Auf eine Zeit, in der es nicht mehr vordergründig darum gehen wird, wen man jetzt treffen und wo man sich aufhalten darf. Sondern in der, man kann es sich kaum vorstellen, wieder andere Dinge von Bedeutung sein werden. Schön, dass Wermelskirchen sich mit tollen Konzepten dafür schon mal vorbereitet.

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