Ausschuss für Umwelt und Bau

Klimaschutzkonzept im RBK vom Regen überholt

Besonders betroffen vom Starkregen war das Freibad Dabringhausen: Es wurde überflutet. Archivfoto: Dominik Roenneke
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Besonders betroffen vom Starkregen war das Freibad Dabringhausen: Es wurde überflutet. Archivfoto: Dominik Roenneke
  • Markus Schumacher
    VonMarkus Schumacher
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Kreis arbeitet an einer Analyse zu den Auswirkungen möglicher Klimawandelfolgen.

Rheinisch-Bergischer Kreis. „Unter dem Eindruck des Starkregens ist diese Tagesordnung entstanden“, eröffnete Vorsitzende Heike Krause (Bündnis 90/Die Grünen) die Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Bau im Rathaus. Tatsächlich hatte dann auch jedes Thema eine Verbindung zum Klima.

Am offensichtlichsten war das beim Sachstandsbericht zum „Klimaschutzteilkonzept zur Anpassung an den Klimawandel im Rheinisch-Bergischen Kreis“. Der Kreis hat ein solches Konzept für den Rheinisch-Bergischen Kreis und seine kreisangehörigen Kommunen erarbeiten lassen. Der Kreistag hatte den Beschluss dazu im März 2020 gefasst, im April 2020 erteilte der Kreis dann den Auftrag, der die Erstellung einer Starkregengefahrenkarte und eine Analyse der Auswirkungen weiterer möglicher Klimawandelfolgen umfasst. Der Kreis verbindet damit das Ziel, einen Handlungsrahmen zu schaffen hinsichtlich der künftigen Auswirkungen des Klimawandels im Kreis, zum Thema Klimafolgenanpassung zu sensibilisieren, einen Wissensaustausch zu fördern und Maßnahmenvorschläge zu entwickeln.

Den Auftrag hat schließlich die Bietergemeinschaft Hydrotec Ingenieurgesellschaft für Wasser und Umwelt mbH, Aachen und energielenker Beratungs GmbH, Greven erhalten; die Umsetzung erfolge unter Beteiligung von Fachleute, Verwaltungen und der Bevölkerung. Zur Finanzierung gebe es auch Fördermittel des Bundes.

Rheinisch-Bergischer Kreis: Ergebnisse des Klimaschutzteilkonzeptes werden überarbeitet

2020 erfolgte zunächst eine Auswertung bereits vorhandener Daten und bestehender Konzepte. Um Erkenntnisse über die Auswirkungen von Starkregenereignissen zu erhalten, wurden eine topographische Gefährdungsanalyse sowie eine daran anschließende hydrodynamische 2D-Starkregenmodellierung durchgeführt. Dann wurden Betroffenheiten durch Extremwetterereignisse ermittelt und die Anfälligkeit verschiedener Handlungsfelder identifiziert. Auf der Grundlage haben die Fachbüros eine Gesamtstrategie zur Klimafolgenanpassung für den Kreis und die Kommunen entwickelt.

Eigentlich sollte ein Vertreter des Kreises dem Ausschuss auch die Ergebnisse des Klimaschutzteilkonzeptes vorstellen und erläutern. Wegen des Unwetters vom 14./15. Juli wurde die Vorstellung aber auf eine der nächsten Sitzungen verschoben. Denn dieses Ereignis, das teils zu massiven Überflutungen geführt hat und aufgrund seiner Dauer und Intensität deutlich über das bisher Dagewesene hinausging, hat dazu geführt, dass die finale Abstimmung des Abschlussberichtes mit dem Teilbericht Starkregen noch aussteht. Die Stadt Wermelskirchen hat zum Beispiel den Kreis Ende Juli darum gebeten, die Erfahrungen des Starkregenereignisses mit der Starkregengefahrenkarte abzugleichen und alle Daten zu dem Ereignis intensiv auszuwerten und mit den Ergebnissen der Modellrechnungen zu vergleichen, um diese Auswertungsergebnisse anzupassen.

„Der Kreis wäre bereit gewesen, uns das Konzept vorzustellen“, erklärte der Technische Beigeordnete Thomas Marner, „aber auch andere Kommunen haben sich zum Teil sehr tiefgründig zu dem Konzept geäußert, deshalb wird es jetzt noch überarbeitet.“

Wir können daran sehen, wo wir noch etwas optimieren können.

Thomas Marner, Technischer Beigeordneter

Zuvor hatte nämlich schon Friedel Burghoff (CDU) wissen wollen, wann man denn endlich das Konzept sehe – und Prof. Dr. Jürgen Scherkenbach hatte befürchtet, dass da nur viel Papier produziert werde. Tiefbauamtsleiter Harald Drescher betonte: „Im Juli reden wir von einem 1000-jährlichen Ereignis – so etwas kann man in keiner Karte abbilden.“ Was das Konzept aber enthalte, sei auch ein Überblick, wo und wie sich der Starkregen in Wermelskirchen ausgewirkt habe. So seien dort zum Beispiel alle 150 Einsatzorte der Feuerwehr Wermelskirchen eingearbeitet. Marner: „Wir können daran sehen, wo wir noch etwas optimieren können.“ Dazu werde man sich Fachbüros ranholen.

Einen Vorschlag hatte der Beigeordnete noch für alle Hausbesitzer: „Schauen Sie mal auf unsere städtische Homepage – da gibt es Tipps, wie man für unter 1000 Euro sein eigenes Haus besser vor Starkregen schützen kann.“

Zuschuss für RFV Dhünn

Mit dem jetzt bewilligten Landeszuschuss für den Reit- und Fahrverein Dhünn erhält der sechste Sportverein in Wermelskirchen eine Förderung aus dem Landesprogramm „Moderne Sportstätten 2022“, teilt Rainer Deppe (MdL) mit. Mit diesem Zuschuss wolle der Verein seinen Außenreitplatz modernisieren. „Mehr als 50 Maßnahmen im Rheinisch-Bergischen Kreis konnten auf diese Weise schon verwirklicht werden.“ Dieses Förderprogramm komme seit dieser Wahlperiode ausschließlich vereinseigenen Sportanlagen zugute.

Standpunkt: Alle 1000 Jahre wieder

Kommentar von Markus Schumacher

markus.schumacher @rga.de

Man könnte ja meinen, bei einem „1000-jährlichen Ereignis“ käme es auf ein paar Monate mehr oder weniger nicht an. Und doch kann man die Ungeduld der Lokalpolitiker im Ausschuss für Umwelt und Bau nachvollziehen. Die wunderten sich, dass das zugesagte Konzept des Kreises zum Klimaschutz noch nicht vorlag. Aber dem kam eben dieses seltene Ereignis in die Quere: Der Starkregen vom 14./15. Juli spülte über alle bisherigen Analysen hinweg und spülte die Statistiken fort. So etwas käme nur alle 1000 Jahre vor, glauben die Experten. Und sämtliche Brücken, Staudämme und Wehre sind bislang „nur“ für Jahrhundertereignisse geplant gewesen. Ein Beispiel der Planer: Eine Siedlung wie Unterburg ist auch nur für Jahrhundertereignisse fit. Nach heutigen Erkenntnissen würde man sie so gar nicht mehr bauen. Bliebe also zu hoffen, dass das nächste Jahrtausendereignis nicht vor dem Klimateilschutzkonzept des Kreises da ist.

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