Gemeinde

Reinald Rüsing geht in den Ruhestand

Die Gemeinde verabschiedet Reinald und Elisabeth Rüsing am kommenden Sonntag. Der Gottesdienst beginnt um 10 Uhr.
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Die Gemeinde verabschiedet Reinald und Elisabeth Rüsing am kommenden Sonntag. Der Gottesdienst beginnt um 10 Uhr.

Dhünn: Beliebter Pfarrer wird die Menschen vermissen.

Von Theresa Demski

Wenn Reinald Rüsing die alten Stufen zur Kanzel der Dhünner Kirche hinaufgeht, dann kennt er jedes Geräusch und jede Delle. Er war gerade 29, als er die Stufen damals zum ersten Mal hochkletterte. „Meine erste Pfarrstelle“, erzählt er und erinnert sich an den ersten Besuch im Dorf.

Ganz fremd sei ihm Dhünn nicht gewesen, als er sich Mitte der 1980er Jahre zum Gespräch auf den Weg ins Bergische Land gemacht habe. Als Kind habe er manchmal seinen Großvater zu den Treffen des Bergischen Lehrerverbandes begleitet. Als er sich 1986 gemeinsam mit seiner frisch gebackenen Ehefrau Elisabeth erneut auf den Weg machte, geschah das allerdings unter anderen Bedingungen. Er suchte nach seinem Vikariat und der Zeit als Hilfspfarrer in Bad Honnef nach einer eigenen Pfarrstelle.

„In der Ausschreibung hatte die Gemeinde in Dhünn erklärt, es sei ihr wichtig, jemandem zu finden, dem der Glaube wichtig sei“, erinnert er sich. Reinald Rüsing fühlte sich angesprochen. „Das gefiel mir“, sagt er. „Und dass es hier einen CVJM gab, das gefiel mir auch.“ Schließlich hatte er seine eigenen ersten Schritte mit Religion und Glauben im CVJM unternommen – damals in der Kellerkirche in Duisburg-Beeck. Für ihn seien die Verbundenheit zur Kirche und die Vertrautheit der Choräle, die er dank seiner Familie ganz früh erlebte, immer ein großer Schatz gewesen. Das sagte er damals auch den Menschen in Dhünn. Hier traf er auf Pfarrer Siegfried Demski und Presbyter Walter Steinhaus, die ihm Dhünn und seine Dörfer zeigten – und ihn für die Pfarrstelle begeisterten. Presbyterium und Bewerber wurden sich schnell einig.

„Seitdem sind wir middemang dabei“, sagt Rüsing. Es sei eine verbindliche Gemeinschaft, die er in der Dhünner Gemeinde immer erlebt habe, sagt er und erinnert sich an die Kirmes und Gottesdienste unter freiem Himmel. Drei Bäckereien, der Metzger, kleine Geschäfte: Beim Gang durch das Dorf traf man sich auf der Straße, plauderte mit dem Herrn Pfarrer. „Dhünn hat sich seit den 1980er Jahren natürlich verändert“, sagt Rüsing.

Heute konfirmiert Rüsing die Kinder, deren Eltern er schon konfirmiert hat. Dann ist er in seinem Element. „Ich habe immer gerne gepredigt“, erzählt er. Der Gottesdienst könne die Seele auftanken. Menschen könnten zur Ruhe kommen. „Vor allem in diesen verrückten Zeiten“, sagt er. Auch er selbst und Ehefrau Elisabeth und ihre zwei Kinder, die in der Dhünner Zeit zur Welt kamen, fühlen sich längst mit diesem Ort verbunden. „Der Abschied von den Menschen fällt uns schwer“, sagt er.

„Wir haben die Krisen und die guten Zeiten miteinander erlebt.“ Und dann erinnert er an die Entscheidung, das Gemeindehaus Sonne aufzugeben. Natürlich sei das schmerzhaft gewesen. Dann die vielen Veränderungen: Der große Saal am Vereinshaus in Hülsen wurde angebaut und die Kirche saniert. Und die Menschen zogen mit. „Wir leben hier von kurzen Wegen zueinander und von der Gemeinschaft auch zwischen Vereinen und Kirchengemeinde“, sagt Rüsing.

Im Laufe dieses Jahres ziehen Elisabeth und Reinald Rüsing an den Niederrhein. „Ich bin froh, dass die Nachfolge hier geregelt ist“, sagt Rüsing. Im September übernimmt Pfarrer Albrecht Keller, der seinen Dienst im pfarramtlich verbundenen Dabringhausen bereits angetreten hat. „Ich übergebe die Aufgaben in die Hände eines Pfarrers, dem ich vertraue“, sagt Rüsing, der Albrecht Keller damals als Vikar ausbildete. Ohnehin falle es ihm aber nicht schwer, die Arbeit aus der Hand zu legen. „Ich habe hier voller Freude angefangen“, sagt er, „und diese Freude habe ich nie verloren.“

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