Viel Potenzial

Die Region ins Scheinwerferlicht rücken

Bei Metabolon am ehemaligen Entsorgungszentrum Leppe soll die Bergische Ressourcenschmiede entstehen. Foto: Regionale Agentur
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Bei Metabolon am ehemaligen Entsorgungszentrum Leppe soll die Bergische Ressourcenschmiede entstehen.

Die Agentur der Regionale 2025 sieht viel Potenzial – auch im Rheinisch-Bergischen Kreis.

Von Anja Carolina Siebel

Wir sind richtig gut, bloß, wir wissen das noch nicht. Im Grunde war das die Kernbotschaft, die Dr. Reimar Molitor, Geschäftsführer der Regionale 2025 GmbH, am Mittwochmorgen in der Kreishauptstadt vermittelte. Das Strukturförderprogramm Regionale 2025 soll die Stärken der Region „Bergisches Rhein-Land” in den Fokus rücken, Ressourcen zum Vorschein bringen – und neue Talente entwickeln.

Das sogenannte Bergische Rhein-Land schließt die Regionen Rhein-Berg, Oberberg sowie den östlichen Rhein-Sieg-Kreis mit ein. Welche Talente dieser Region relevant sein könnten, was nun „das Beste aus zwei Welten“, dem Bergischen und dem Rheinland, sein könnte, das will die Regionale-Agentur jetzt sukzessive an die Öffentlichkeit bringen – und damit Kommunen, Politiker und schließlich auch Bürger zur aktiven Teilnahme motivieren. „Wir mussten die Projekte und Konzepte erst einmal bündeln und zusammenbringen. Jetzt werden wir regelmäßig auch öffentlich informieren.“ Nach einer Vorbereitungsphase, die schon vor etwa drei Jahren begann, gehe es jetzt um die Etablierung der Prozesse.

„Wir sind richtig gut, bloß wir wissen das noch nicht.“

Dr. Reimar Molitor, Regionale-Geschäftsführer

Unerwartet traf im Frühjahr die Corona-Pandemie auch die Bergische und die Rheinische Region. Pandemie und Lockdown würden speziell für die Regionale 2025 aber auch Chancen bieten. „Wohnortnahes Arbeiten, Naherholung statt Fernreise oder das Zurückgreifen auf regionale Produkte sind ja im Grunde Ziele unseres Strukturförderprogramms”, unterstreicht Reimar Molitor.

 Unter dem Motto „Es wird kein Quadratmeter ausgelassen“ zielt die Regionale als Programm auch darauf ab, Altes zu reaktivieren, zum Beispiel bei Gebäudestrukturen. Ein Beispiel wäre die Alte Ziegelei in Hilgen, aus der – wie berichtet – ein Objekt zum Wohnen und Arbeiten werden soll. Molitor: „Wir haben so viele alte, reaktivierbare Immobilien zur Verfügung, warum sollte da der Selbstständige mit seiner Kreativschmiede in die Großstadt abwandern?“

Ein weiterer großer Baustein der Regionale 2025 ist die Nutzung der Ressourcen in der Region. „Ein Mega-Thema dabei ist Wasser“, sagt Reimar Molitor. „Zum einen, weil es immer mehr zum schützenswerten Gut wird, zum anderen, weil wir im Einzugsgebiet Bergisches Rhein-Land so viele Talsperren haben.“ Weitere Themenschwerpunkte sind etwa Mobilität, Wohnen und Leben sowie Gesundheit.

Insgesamt haben es bisher 37 Projekte in die Bewertung der Regionale-Agentur geschafft. Wie berichtet, durchlaufen eingereichte Projekte einen Qualifizierungsprozess. Zwei Mal pro Jahr können Teilnehmer Projektunterlagen einreichen, möglich ist das noch voraussichtlich bis zum Jahr 2023. Ein Lenkungsausschuss entscheidet letztlich über die Status-Vergabe. Bisher wurden drei Projekte mit einem A-Status, zehn mit einem B-Status und 24 mit einem C-Status versehen.

A-Status bedeutet so viel wie: wird umgesetzt. Und diesen A-Status hat das Haus der Kulturen in Burscheid bekommen, das im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit auch für Wermelskirchen relevant sein wird. „Wir denken, dass dieses Haus nicht nur mit seiner faszinierenden Architektur positiv auffallen wird, sondern auch ein herausragendes Kulturprogramm bieten wird“, sagt Reimar Molitor. Denkbar sei auch, dass somit Gäste aus Leverkusen nach Burscheid anreisen.

Molitor: „Das Haus der Kulturen ist ein Beispiel für die Weiterentwicklung einer Bestandsinstitution zu einer modernen Einrichtung des Gemeinwesens.“

„Wir wollen mit der Regionale unsere Region ins Scheinwerferlicht rücken“, beschreibt Molitor die Intention des Strukturprogramms. Dabei müssen aber so viele Köpfe wie möglich mithelfen.“ | Standpunkt

Hintergrund

Die Regionen Rhein-Berg, Oberberg und der östliche Teil des Rhein-Sieg-Kreises hatten sich vor vier Jahren zum „Bergischen Rhein-Land“ zusammen getan und den Zuschlag des Landes NRW für eine Regionale erhalten. Dafür wurde die Regionale 2025 Agentur GmbH gegründet, die von Dr. Reimar Molitor sowie dem stellvertretenden Geschäftsführer Thomas Kemme geleitet wird.

www.regionale2025.de

Standpunkt: Ein Glück, hier zu leben

Von Anja Carolina Siebel

Wer Reimar Molitor, dem Geschäftsführer der Regionale GmbH, gut zuhört, der kann eigentlich nur eines aus dem Gespräch schließen: Was für ein Glück, hier in dieser Region zu leben. Es gibt eine Fülle an Möglichkeiten, sich zu entfalten.

anja.siebel@rga-online.de

Sich zu bilden, weiterzubilden, zu arbeiten, zu leben und schließlich auch, sesshaft zu werden. Unschlagbar ist die Nähe zu den Großstädten, die hervorragende Verkehrsanbindung. Und, quasi nebenbei, sind das Bergische und Oberbergische auch noch Naherholungsgebiete mit Wäldern, Talsperren und unzähligen Freizeitmöglichkeiten. 

Wenn die Kreise und Kommunen sowie die Regionale-Agentur es jetzt geschickt anstellen, dann steht der Region ein riesiger Schritt nach vorn bevor. Die Themen sind so vielfältig wie die Möglichkeiten: Nachhaltigkeit, Mobilität, Tourismus, Arbeitsmarkt oder modernes Wohnen sind nur einige davon. Die Regionale 2025 macht Lust auf eine Zukunft im Bergischen Rhein-Land. Allerdings gibt es noch eine Menge Arbeit. Und die ist am erfolgreichsten, wenn sie vernetzt und gemeinsam vonstattengeht. Interkommunal sozusagen. 

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