Redner setzen Zeichen für Versöhnung

Werner Steinhaus erinnerte beim Volkstrauertag in den Hüpp-Anlagen an den Bombenangriff auf Hünger im Zweiten Weltkrieg. Foto: Theresa Demski
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Werner Steinhaus erinnerte beim Volkstrauertag in den Hüpp-Anlagen an den Bombenangriff auf Hünger im Zweiten Weltkrieg.

Zum Volkstrauertag wurde im Hüpp-Park an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft erinnert

Von Theresa Demski

Jedes Jahr stellt sich in den Hüpp-Anlagen dieselbe Frage – während Blumenschmuck am Gedenkstein steht, der Posaunenchor Melodien beisteuert und die Autos geräuschvoll an der Dhünner Straße vorbeifahren: „Ist der Volkstrauertag noch aktuell?“

Bürgermeisterin Marion Lück beantwortete diese Frage auch in diesem Jahr entschieden: „Dieser Tag und dieses Gedenken sind sinnvoll und wichtig“, betonte sie gleich zu Beginn ihrer Rede am Gedenkstein am Sonntagvormittag, „denn wir trauern auch um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage.“

„Lassen Sie uns für Herzlichkeit einstehen.“

Bürgermeisterin Marion Lück

Die Gewaltherrschaft habe nicht mit den Weltkriegen geendet. Daran erinnerte auch Pfarrerin Sabrina Frackenpohl-Koberski. Und deswegen gelte das Gedenken Kindern, Frauen und Männern aller Völker, die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft geworden seien und heute noch würden. „Soldaten und Gefangenen, Vertriebenen und Flüchtlingen, Widerstandskämpfern und Menschen, die hier bei uns Opfer von Hass und Gewalt werden“, sagte die Pfarrerin.

 Und so galt das Erinnern auch den vielen Menschen im Laufe der Geschichte auf den verschiedenen Seiten der Konflikte: Werner Steinhaus erinnerte an die Bomben, die während des Zweiten Weltkriegs auf Hünger fielen – an Trümmerhaufen und Schreie, Menschen, die gerettet werden konnten und jene, die in ihren Häusern starben.

„Wir fragen dann immer nach dem Warum. Ich habe mich irgendwann gefragt: Warum habe ich überlebt?“, erzählte Steinhaus. Und dann bekannte er: „Ich bin Christ und heute glaube ich, dass Gott mich noch gebraucht hat – auch, um den Hünger wieder mitaufzubauen.“

Währenddessen erinnerte Friedel Burghoff an jene Menschen, die Opfer der Nazis wurden – durch Gräueltaten und Massaker. Und er erinnerte an Hoffnungszeichen der Begegnung und des Miteinanders. „Erinnern und Versöhnen schließen sich nicht aus“, betonte Burghoff. Ein starkes Zeichen für Versöhnung setzten auch drei Schüler des Gymnasiums, die von ihrem Besuch im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz bewegende Gedichte mitgebracht hatten. „Nie mehr wieder darf so etwas passieren“, fassten sie zusammen.

Und damit stellten sie sich auch an die Seite von Pfarrerin Sabrina Frackenpohl-Koberski und Bürgermeisterin Marion Lück, die zum Volkstrauertag zu Achtsamkeit und einem echten Miteinander aufriefen. Jedem Säuseln von Rechts und Links sei zu widerstehen, zitierte die Pfarrerin. Und die Bürgermeisterin rief auf: „Lassen Sie uns heute gemeinsam das Gute wählen. Lassen Sie uns hier bei uns für Toleranz und Herzlichkeit einstehen. Ausgrenzung und Hass dürfen keinen Platz in unserer Stadt haben.“

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