Rechte Szene im Auge behalten

Aktuell und brisant: Über "Neonazis von nebenan" referierte Michael Nolte bei der Senioren-Union im Bürgerhaus Eich.
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Aktuell und brisant: Über "Neonazis von nebenan" referierte Michael Nolte bei der Senioren-Union im Bürgerhaus Eich.

SENIOREN-UNION Ebenso hochaktuell wie brisant war das Thema des Vortrags, zu dem die Senioren-Union der CDU Wermelskirchen gestern in die Bürgerhäuser an der Eich eingeladen hatte. Über "Neonazis von nebenan - rechte Gewalt vor unserer Haustüre" referierte Michael Nolte aus Bergisch Gladbach.

Nolte begann mit zwei Beispielen aus der Umgebung: In Wuppertal und in Stollberg hatten Rechtsextreme Ausländer angegriffen. Das seien Vorfälle, die man im Auge behalten müsse, sagte Nolte.

Der Referent erinnerte auch an die Ausschreitungen bei der Demonstration "Hooligans gegen Salafisten", bei der ein Polizeibus umgekippt und Touristen bis in die Gaststätten hinein verfolgt wurden, um sie zu verprügeln. Im Gegenzug dazu hob der Referent hervor, dass der Zulauf für die Pegida-Bewegung im hiesigen Raum sehr gering sei, nur 150 Teilnehmer seien dem letzten Aufruf der Kögida gefolgt, während die Gegendemonstrationen in der Überzahl seien. "Im Bereich der Pegida-Bewegung sind auch Rechte. In Köln war ein Rechtsextremer Veranstaltungsleiter."

Der Referent wartete auch mit Zahlen aus dem Rheinisch- Bergischen Kreis auf: Bei den Wahlen 2013 hätten zwar nur 0,7 Prozent die NPD beziehungsweise Pro Deutschland gewählt, aber immerhin machten das 1.241 Erst- und 1.680 Zweitstimmen aus. In NRW seien in 2013 -  3.085 rechtsextreme Straftaten begangen worden, davon 192 Gewalttaten. "Es ist beschämend, dass es die in dieser hohen Anzahl bei uns gibt", sagte Michael Nolte.

Die Strategien der Rattenfänger

Er hat die Motive analysiert, die junge Menschen in die rechte Szene trieben: Das Gefühl der Benachteiligung, problematische Familienverhältnisse, Defizite in der Kommunikationskompetenz, Mangel an Empathiefähigkeit, gesellschaftliche Umbrüche. "Durch die Wende sind viele in die rechte Szene geraten", erklärte Nolte. Die rechte Szene gebe diesen Menschen Kameradschaft und Rückhalt und Zugehörigkeitsgefühl, außerdem biete sie eine Entschuldigung für gewalttätige Neigungen.

Der Referent spielte Musikstücke aus der rechten Szene vor, die als Botschaftstransporteure dienen sollen. "Probleme werden aufgegriffen, um junge Leute zu ködern", erklärte er die Strategie der Rattenfänger.

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