Tradition

Recht ruhige Kirmes endet ohne Feuerwerk

Auf dem Schwanenplatz fand dieses Jahr kein Feuerwerk statt. Zufrieden waren die Veranstalter trotzdem.
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Auf dem Schwanenplatz fand dieses Jahr kein Feuerwerk statt. Zufrieden waren die Veranstalter trotzdem.

Wegen zu hoher Brandgefahr wurde das Spektakel kurzfristig abgesagt.

Von Anja Carolina Siebel

Von einer vergleichsweise ruhigen Kirmes inklusive Matinee sprechen sowohl Polizei als auch das Ordnungsamt. „Es war vor allem eine schöne Kirmes und eine schöne Matinee“, resümiert Ordnungsamtsleiter Arne Feldmann auf Nachfrage. „Man hat gemerkt, dass die Leute das Feiern vermisst haben.“

Im Vergleich zu den Vorjahren mit Matinee hätten die Ordnungshüter wenig Wildpinkler und auch wenig Minderjährige mit alkoholischen Getränken angetroffen, berichtet Feldmann.

Und auch die Polizei bestätigt: „Es war vergleichsweise ruhig zur Matinee.“ Und dennoch waren die Beamten wie immer an solchen Tagen im Einsatz. Wie eine Sprecherin auf WGA-Nachfrage mitteilt, gab es am Montag sieben Strafanzeigen wegen Körperverletzung, eine wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz, zwei wegen sexueller Belästigung und drei wegen Sachbeschädigung.

23 Personen erteilte die Polizei einen Platzverweis, drei Personen wurden sogar in Gewahrsam genommen.

Nachdem es quasi bis zur letzten Sekunde unklar geblieben war, entschieden sich Feuerwehr, Polizei und Ordnungsamt dann gestern Vormittag doch gegen das Feuerwerk. Grund war die seit Wochen andauernde Trockenheit und der Graslandfeuerindex, der bei Stufe 4 von 5 ist. Zu groß sei die Gefahr, dass beim Zünden des Feuerwerks Grasfläche in Brand gerate, hieß es aus dem Rathaus. Der stellvertretende Ordnungsamtsleiter Paul Engelbracht hatte noch bis zuletzt gehofft, dass es doch klappen könnte mit dem Höhenfeuerwerk als krönendem Abschluss der Herbstkirmes: „Weil es für viele auch ein Höhepunkt ist.“

Funkenflug könnte gefährlichen Brand auslösen

Aber obwohl vorab bereits intensive Gespräche mit der Feuerwerkerin geführt und die Choreographie des Höhenfeuerwerks deutlich den Gegebenheiten angepasst worden war, sei die Gefahr immer noch zu groß gewesen, dass ein möglicher Funkenflug einen größeren und gefährlichen Brand hätte auslösen können, lautete das Ergebnis der einberaumten Konferenz von Feuerwehr, Ordnungsamt und Polizei.

„Es ist für uns alle sehr traurig, dass wir das Feuerwerk heute nicht erleben können als wirklich wundervollen Abschluss einer fantastischen Kirmes“, bedauerte auch Bürgermeisterin Marion Lück öffentlich. „Aber die Sicherheit und der Schutz von Leib und Leben geht jetzt tatsächlich vor. Deshalb stimme ich der Entscheidung voll und ganz zu“, sagte Lück.

Standpunkt: Völlig nachvollziehbar

anja.siebel@rga.de

Ach, war das schön – so oder so ähnlich klangen viele Wermelskirchener, nachdem sie ihren letzten Kirmesrundgang beendet hatten. Und auch die Marktbeschicker und Standbetreiber haben sich größtenteils gefreut, endlich wieder im beschaulichen Wermelskirchen ihre Zelte aufschlagen zu dürfen. Dass es nun als krönenden Abschluss kein farbenfrohes Höhenfeuerwerk geben konnte, ist zwar ein kleiner Wermutstropfen.

Die Entscheidung von Feuerwehr, Ordnungsamt und Polizei gegen das Spektakel ist aber völlig nachvollziehbar und richtig. Denn niemand kann wohl bei dieser Trockenheit die Gefahr eines Flächenbrandes ausschließen. Wie schnell das gehen kann, konnte man vor einigen Wochen in Dabringhausen beobachten, als ein historischer Traktor einige Funken verlor und sich sofort eine Wiese großflächig entzündete. So etwas möchte wohl niemand. Und so freuen wir uns aufs nächste Jahr – mit Kirmes und Feuerwerk.

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