Geplante Allgemeinverfügung

Amt rechnet nicht mit Ausgangssperre

Ordnungsamtsleiter Arne Feldmann appelliert an das Verantwortungsbewusstsein der Bürger. Archivfoto: Anja Carolina Siebel
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Ordnungsamtsleiter Arne Feldmann appelliert an das Verantwortungsbewusstsein der Bürger.

In Wermelskirchen vertrauen die Ordnungshüter auf die Bevölkerung.

Von Anja Carolina Siebel

Nach den nordrhein-westfälischen Kreisen Düren und Lippe wird nun auch Wermelskirchens Nachbarstadt Solingen aufgrund der dort immens steigenden Infektionszahlen nächtliche Ausgangssperren einzuführen. Die geplante Allgemeinverfügung sieht vor, dass die Solinger ab Mittwoch ihre Wohnung zwischen 22 und 5 Uhr nicht ohne wichtigen Grund verlassen dürfen, teilte ein Stadtsprecher mit.

Den Wermelskirchenern wird eine solche Ausgangssperre wohl erspart bleiben. Das sagt Ordnungsamtsleiter Arne Feldmann am Dienstag auf Nachfrage. „Wir möchten weiter auf die Umsicht der Bevölkerung setzen – und das können wir wohl auch, wie die vergangenen Wochen gezeigt haben“, sagt Feldmann. Es habe nur vereinzelt Fälle gegeben, in denen sich Menschen oder Menschengruppen nicht an die gerade geltende Verordnung gehalten hätten. Feldmann: „Das hatten wir zum Beispiel im Sommer in der Gastronomie ein paar Mal. Aber meist konnten wir mit Ermahnungen oder Erinnerungen schon viel erreichen, Bußgelder zu erheben, das war nur selten nötig.“

Druckfrisch liegt sie seit Dienstag auf Feldmanns Schreibtisch, die neue Version der Corona-Schutzverordnung in Nordrhein-Westfalen. Neben den bereits bekannten Einschränkungen, die beispielsweise den Handel, die Gastronomie und den zwischenmenschlichen Kontakt in der Öffentlichkeit betreffen, gibt es darin auch eine Klausel zu den anstehenden Feiertagen, speziell Silvester. „Am 31. Dezember 2020 und am 1. Januar 2021 gilt ein Versammlungs- und Ansammlungsverbot – auch für Versammlungen nach dem Versammlungsgesetz“, heißt es darin.

Was bedeutet das für Wermelskirchen? „Die Wermelskirchener sind natürlich auch gehalten, sich nicht unter mehreren Leuten zu treffen und den Jahreswechsel zu begießen oder gemeinsam ein Feuerwerk zu zünden“, unterstreicht der Ordnungsamtsleiter.

Er sieht die Lage in der Stadt indes noch recht entspannt: „Wir haben insofern Glück, als dass wir keine großartigen Aussichtspunkte haben, von denen aus man zu mehreren Leuten ein eventuelles Feuerwerk in den größeren Städten beobachten könnte“, sagt er. Zudem gebe es keine großen Plätze, auf denen sich Menschen versammeln könnten, wie zum Beispiel den Rathausplatz in der Nachbarstadt Remscheid.

Es gilt wie immer der Schutz des privaten Raums

Feldmann: „Wir sind dabei, die Statistiken der vergangenen Jahre zum Vergleich mal auszuwerten und studieren gerade die neue Corona-Schutzverordnung, um einen genauen Plan für die Silvesternacht aufstellen zu können. Sobald es da Neuigkeiten gibt, werden wir die auch öffentlich mitteilen.“ Dass Arne Feldmann und sein Team an den Weihnachtsfeiertagen bei Privatleuten auf der Matte stehen und kontrollieren, wie viele Menschen das Weihnachtsfest zusammen begehen, wird nicht passieren. „Es gilt wie immer natürlich der Schutz des privaten Raums“, betont er.

Dennoch: „Auch hier zählen wir auf das Verantwortungsbewusstsein der Bevölkerung, dass die geltenden Regeln auch bei privaten Feiern eingehalten werden. Es wird ein anderes Weihnachten und sicher ein nicht so schönes wie sonst. Aber auch das kann man durchstehen.“ 

Corona-Zahlen

Im Kreis sind 21 weitere bestätigte Corona-Fälle bekanntgeworden: neun in Bergisch Gladbach, einer in Burscheid, einer in Kürten, drei in Leichlingen, vier in Overath und drei in Rösrath. Es gelten 56 weitere Personen als genesen. 641 Personen sind aktuell infiziert. Die 7-Tage-Inzidenz liegt laut Landeszentrum für Gesundheit NRW (LZG) nun bei 177,2.

Standpunkt: Zähne zusammenbeißen

Von Anja Carolina Siebel

Immer wieder wird gesagt, dass das „ein anderes Weihnachten“ und „ein anderes Silvester“ werden würde. Das ist wohl so. Aber das heißt ja nicht, dass es nicht auch schöne Feste werden können. Ordnungsamtsleiter Arne Feldmann betont, dass er sich gerade zu Weihnachten und Silvester auf „das Verantwortungsbewusstsein der Bevölkerung“ verlasse.

anja.siebel@rga-online.de

Und das sollte ja eigentlich nicht so schwer sein. Vielleicht müssen Tante Erna und Onkel Fritz ja diese Weihnachten eben nicht nach Hause kommen, sondern werden einfach via Internet zugeschaltet. Geschenke auspacken geht auch virtuell, inklusive des Gläschens Wein. 

Und vielleicht kann auch die junge Familie mal im kleinen Kreis feiern, während die Älteren unter sich bleiben. Führende Politiker haben es bereits ausgesprochen – und halten damit sicher recht: Es muss in diesem Jahr nicht alles, was rechtlich möglich ist, auch durchgesetzt werden. Es geht auch mal vernünftig, kleiner, beschaulicher. Damit im kommenden Jahr wieder alle gesund miteinander vereint sein können. Anders ist vielleicht nicht so nett wie sonst. Geht aber durchaus auch mal, mit Zähne zusammenbeißen.

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